Humusdüngung – wozu?

Zur langfristigen Sicherung der Bodenfruchtbarkeit muss der Boden in erster Linie ausreichend mit organischer Substanz (Humus) versorgt sein. Durch die Zugabe von Mineraldüngern werden dann den Pflanzen gezielt die für ihr Wachstum notwendigen Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K), Magnesium (Mg), Calcium (Ca) und Schwefel (5) sowie die erforderlichen Spuren Nährstoffe verabreicht. Die Bedeutung des Humus liegt in seinem günstigen Einfluss auf eine Vielzahl von Bodeneigenschaften, wobei seine Funktion als Nährstofflieferant nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Eine gute Humusversorgung hat auf Boden und Pflanze folgende Wirkungen:

Chemische und biologische Wirkung:
  • Die in der organischen Substanz festgelegten Nährstoffe werden durch die Bodenlebewesen nach und nach in eine Form umgewandelt, die von den Pflanzen aufgenommen werden kann (Mineralisierung)
  • Die organische Substanz kann mineralische Nährstoffe festhalten (Adsorp­tion) und sie so weitgehend vor der Auswaschung durch Niederschläge be­wahren. Die adsorbierten Nährstoffe können jedoch durch die Wurzeln für die Pflanze nutzbar gemacht werden
  • Beim Humusabbau entsteht Kohlensäuregas (C02), das die Pflanzen für ihr Wachstum benötigen (Photosynthese)
  • Durch Säuren, die beim Humusabbau entstehen und Ausscheidungen der Bodenlebewesen, werden schwerer lösliche mineralische Nährstoffe pflanzenverfügbar gemacht
  • Die organische Substanz fördert das Bodenleben und dient zahlreichen Bo­denorganismen als Nahrung
  • Wirkstoffe aus der organischen Substanz können zum Teil einen günstigen Einfluss auf die Pflanzen ausüben.
Physikalische Wirkungen:
  • Die organische Substanz fördert die Bildung eines stabilen Bodengefüges (Bodengare). Dadurch wird die Gefahr der Verschlämmung und der Erosion vermindert
  • Humus verbessert die Durchlüftung des Bodens
  • Das Wasserhaltevermögen kann durch die organische Substanz bis auf das 3-bis 5fache des Eigengewichts gesteigert werden
  • Durch die dunkle Farbe der Humusstoffe erfolgt eine schnellere Erwärmung des Bodens im Frühjahr.

Kompost als Humuslieferant

Biologische Umsetzungsvorgänge im Kompoststapel

Neben dem nur begrenzt zur Verfügung stehenden Stallmist gibt es eine Reihe käuflicher organischer und organisch-mineralischer Düngemittel, die als Humuslieferanten für den Hausgarten in Frage kommen, z. B.: Torf, Torfmischdünger, organisch-mineralische Mischdünger etc.

Wesentlich billiger ist es, die benötigten organischen Düngerselbst herzustellen, indem man Abfälle, die in Haus und Garten anfallen, kompostiert. Diese Verwertung von Abfällen kann mit dem modernen Begriff „Recycling“ bezeichnet werden, was soviel bedeutet wie „Rückführung genutzter Materialien in den Kreislauf“. Der finanzielle Vorteil liegt darin, dass bei verstärkter Kompostverwendung der Zukauf von mineralischen und organischen Düngemitteln verringert werden kann. Der Begriff Kompost leitet sich vom lateinischen componere = zusammensetzen ab. Ein richtig zusammengesetzter Kompost riecht weder unangenehm noch lockt er Ungeziefer an. Er riecht vielmehr wie Walderde (Mull) und liefert im reifen Zustand ein schwarzbraunes feinkrümeliges Substrat.

Theoretisch könnten auch – entsprechend den Vorgängen in der Natur – die anfallenden Gartenabfälle direkt auf die Beete gestreut werden, um sie an Ort und Stelle verrotten zu lassen. Weil der Garten aber während der gesamten Vegetationsperiode intensiv genutzt werden soll‚ wäre dies in der Praxis nur in begrenztem Maße durchführbar. Außerdem könnten Küchenabfälle und sperriges Material auf diese Weise nicht verwertet werden. Kompost selbst herzustellen, ist bei Beachtung einiger Grundregeln nicht schwer. Mit den neuen Methoden der Kompostierung kann auch in einem kleinen Garten erfolgreich kompostiert werden. Der Arbeitsaufwand ist gering.

Ziel der Kompostierung ist die Umwandlung des organischen Rohmaterials (organische Abfälle) in nachhaltig bodenverbessernde und wachstumsfördernde Stoffe.

Diese Umwandlung vollzieht sich im wesentlichen mit Hilfe der gleichen Organismen, die auch im Boden für die Umsetzung organischer Stoffe sorgen. Dabei handelt es sich teils um pflanzliche, teils um tierische Arten. Bei den pflanzlichen Lebewesen sind es:

  • Bakterien
  • Strahlenpilze (Actinomyceten)
  • sonstige Pilze

Bei den tierischen Kompostarbeitern handelt es sich um:

  • Asseln
  • Milben
  • Springschwänze
  • kleine Borstenwürmer
  • Regenwürmer.

Die Bodentiere leisten durch ihre zerkleinernde Tätigkeit die Vorarbeit für die pflanzlichen Mikroorganismen. Die verschiedenen Mikroorganismen sind auf die Umsetzung und Verwertung ganz bestimmter Stoffgruppen spezialisiert. Die Ausscheidungen und Abfälle der einen Art dienen hierbei anderen wiederum als Nahrungsgrundlage. Zu Beginn der Kompostierung kommt es meistens zu einer äußerst raschen Vermehrung von Mikroorganismen. Dadurch entstehen wegen der starken Stoffwechseltätigkeit im Innern des Kompoststapels hohe Temperaturen zwischen 60 und 100 C. Diese Erhitzung ist erwünscht, weil dadurch zahlreiche Krankheitserreger und Unkrautsamen abgetötet werden. Gegen Ende der Kompostierung treten im Kompost Regenwürmer in großer Zahl auf. Sie verzehren abgestorbene organische Substanzen, gemischt mit mineralischen Bodenpartikeln. Im Darm der Würmer entstehen hieraus stabile nährstoffreiche Kotkrümel, die das Bodengefüge wesentlich verbessern.

Damit die Rotte der organischen Rohstoffe im Kompoststapel auch wirklich schnell und richtig abläuft, müssen für die Bodenlebewesen möglichst günstige Lebensbedingungen geschaffen werden:

  • Luftsauerstoff. Bei den für den Vorgang der Kompostierung erwünschten Mikroorganismen handelt es sich um sauerstoffbedürftige (aerobe) Lebewesen. Bei Sauerstoffmangel kommt es dagegen zur Vermehrung von anaeroben Organismen und damit zu Fäulnis des organischen Materials (unangenehme Geruchsbildung)
  • Feuchtigkeit. Die Aktivität des Bodenlebens, besonders der Bakterien, wird durch Trockenheit gehemmt. Deshalb muss der Kompost immer feucht ge­halten werden, jedoch nicht nass, was die Durchlüftung beeinträchtigen würde
  • Wärme. Die Lebenstätigkeit der Bodenorganismen wird durch Wärme ge­fördert. Aus diesem Grund gehen die Umsetzungen im Kompoststapel in den wärmeren Jahreszeiten schneller vonstatten als im Winter
  • Nährstoffe. Die Mikroorganismen benötigen u. a. Stickstoff zum Aufbau ihrer Körpersubstanz und organisch gebundenen Kohlenstoff als Energie Lieferant und als Baustoff. Wenn die organischen Abfälle zuviel Kohlenstoff im Verhältnis zu Stickstoff enthalten , verzögert sich die Rotte, weil sich die Mikroorganismen nicht entsprechend schnell vermehren können

Schwach saure bis schwach alkalische Bodenreaktion bzw. ein mittlere pH-Werte zwischen 5,5 und 7,5 sind für das Gedeihen der für die Kompostierung notwendigen Bodenlebewesen optimal. Mit Kalk kann die Bodenreaktion zum Alkalischen hin korrigiert werden.

Die Praxis des Kompostierens

Was kann kompostiert werden? Die Qualität des fertigen Komposts hängt außer von den Pflegemaßnahmen in erster Linie von den verwendeten Ausgangsmaterialien ab. Kompostieren kann man alle verrottbaren pflanzlichen und tierischen Abfälle, die keine Schadstoffe enthalten.
Für die Kompostierung tauglich sind:

Grobstrukturierte Materialien wie
  • Baumschnitt
  • Heckenschnitt
  • Rosenschnitt
  • Stängel
  • Bohnenkraut
  • Erbsenkraut
  • Gurkenkraut
  • Stroh
  • Rinde
Feinstrukturierte, weiche Materialien wie:
  • Gemüseabfälle
  • Obstabfälle
  • Pflanzenreste
  • Grasschnitt
  • Unkraut
  • Kaffeesatz und Teeblätter
  • Staubsaugerinhalte
  • Laub
  • Zeitungspapier
  • Wellpappe
  • Mist
  • zerdrückte
  • Eierschalen
  • geraspelte oder zerschlagene Knochen

Für die Kompostierung bedingt tauglich und in kleineren Mengen verwertbar sind Hobel- und Sägespäne, Asche und Holzwolle.

Für die Kompostierung untauglich sind alle nicht verrottbaren anorganischen Materialien Glas und Metalle sowie alle schwer verrottbaren organischen Stoffe wie z.B. Kunststoffe, Gummi, Holz, Illustrierte, Buntpapier etc.

Hinweise zu den Ausgangsmaterialien
  • Vorsicht mit Abfällen von gekochten Mahlzeiten, Fleisch- und Käseresten, denn sie locken leicht Ratten an. Hier ist ein sofortiges Abdecken mit Erde oder das Einbringen in das Innere des Kompoststapels notwendig. Die Verwendung einer Kompostbox schützt ebenfalls vor Ungeziefer.
  • Zeitungspapier muss vor der Kompostierung in Wasser eingeweicht werden
  • Bei Fäkalien ist wegen eventuell überlebender Parasiten oder Krankheitserregern Vorsicht geboten
  • Grasschnitt etwas anwelken lassen, damit er nicht zusammenbackt und fault
  • Kranke Pflanzen, die von zählebigen Schaderregern (z. B. Kohlhernie, Welkekrankheiten, Botrytis) befallen sind, sollten sicherheitshalber nicht auf den Kompost gelangen
  • Größere Mengen samentragender Unkräuter getrennt unter Zusatz von Kalkstickstoff oder Branntkalk kompostieren
  • Wurzeln von Wurzelunkräutern (Quecke, Ackerwinde) in die Mülltonne werfen, da sie schwer verrotten
  • Sperrigen Baumschnitt auf ca. 15 cm Länge zerkleinern

Für das Zerkleinern von sperrigem Material kann ein motorbetriebener Komposthäcksler eingesetzt werden. Zur schnelleren Mischung und Verrottung lassen sich mit Hilfe dieser Maschine auch andere Abfälle wie Zeitungspapier, Laub und Rinde feinfaserig zerhacken, wodurch sich außerdem das Volumen des Kompoststapels erheblich verringert und sich die Rotte verbessert.

Der Kompostplatz

Die Größe des Kompostplatzes ist abhängig von der Gartengröße und der Rottedauer. Die Kompostbereitung kann von wenigen Wochen (Monatskompost, Frischkompost, Schnellkompost) bis zu drei Jahren (Jahreskompost, Reifkompost) dauern. Entsprechend dem späteren Verwendungszweck und dem Ausgangsmaterial wird man sich für eine längere oder kürzere Rottedauer entscheiden. Für die Herstellung von Jahreskompost ist mehr Platz notwendig als für die Monatskompostbereitung, weil in diesem Fall im Garten immer gleichzeitig zwei oder sogar drei Kompostmieten mit Material verschiedener Rottestadien vorhanden sein müssen. In kleineren Gärten werden, um Platz einzusparen, häufig statt freiliegender Kompoststapel Kompostbehälter verwendet.

Bei der Wahl des Kompostplatzes ist zu beachten:
  • Er muss vom Wohnhaus und von den Gartenbeeten aus auch bei ungün­stiger Witterung gut und bequem zu erreichen sein
  • Beton- und Steinunterlagen oder undurchlässiger verdichteter Boden sind als Untergrund ungeeignet (Gefahr von Staunässe und unerwünschten Fäulnisprozessen; bei Steinunterlagen können die für die Kompostierung notwendigen Lebewesen nicht vom Gartenboden aus in den Kompost gelangen). Verdichtete Böden und Grasnarben sollten gelockert bzw. umgebrochen werden
  • Um eine Austrocknung des Kompoststapels zu verhindern, sollte sich der Platz an einer windgeschützten und halbschattigen Stelle befinden (voller Schatten verzögert unter Umständen die Rotte durch mangelnde Wärme und zuviel Nässe). Als Windschutz, Schattenspender und Sichtschutz können Baumgruppen bzw. Heckenanlagen dienen.

Der freiliegende Kompoststapel

Aufsetzen des Kompoststapels

Die organischen Abfälle, die kompostiert werden sollen, werden niemals wahllos aufeinander geschüttet, sondern immer sorgfältig gestapelt. Anderenfalls gleicht der Kompoststapel bald einem verwahrlosten Abfallhaufen, der nur minderwertiges Substrat liefern kann. Der fertige Kompoststapel sollte folgende Maße aufweisen:

untere Breite:
1,20 m — 1,50 m
obere Breite:
0,80 m — 1,00 m
Höhe:
0,80 m — 1,20 m
Länge:
beliebig lang, in Abschnitten von mindestens 1 m

Durch die begrenzte Höhe und die schräg abfallenden Seiten wird verhindert, dass das Eigengewicht der Abfälle die unteren Lagen des Ausgangsmaterials zusammen presst, wodurch sauerstoffarme Fäulniszonen entstehen würden. Das Aufsetzen beginnt damit, dass der gewachsene Boden mit einer ca. 10cm dicken möglichst trockenen Schicht aus grobem, wasser- und luftdurchlässigen Schicht bedeckt wird, die evtl. durchsickernde Nährstoffe aufsaugen soll. Für diese erste Schicht wird sperriges Material, Beispiels weise zerkleinerte Zweige oder verholzte Stängel verwendet. Das hat den Vorteil, dass Sauerstoff auch von unten her leichter in den Kompost eindringen kann. Darauf folgen Schichten aus Laub, Küchenabfällen,  Grasschnitt und Jätgut. Grasschnitt darf nur in dünnen Mengen aufgetragen werden, weil er sonst in Gährung gerät.

Als grobe Regel für das Aufsetzen des Kompoststapels gilt: Nasses Material sollte auf trockenes folgen, Grobstrukturiertes auf Feinstrukturiertes, stickstoffreiches auf stickstoffarmes.

Die einzelnen Schichten sollten jeweils 20—30 cm stark sein. Besonders solche Abfälle, die leicht zusammenbacken, wie Grasschnitt, Laub oder Zeitungspapier dürfen nicht in zu dicken Lagen auf den Stapel aufgebracht werden (maximal 5—10 cm). Alles anfallende Material kann auch zunächst auf einem getrennten Haufen gesammelt werden. In bestimmten Zeitabständen wird das gröbere Gut zerkleinert und mit den übrigen Abfällen vermischt. Danach setzt man diese Mischung auf den Kompoststapel auf. Dabei entstehen weniger leicht Verdichtungszonen, und es kommen auch stickstoffreiche Abfälle neben stickstoffärmere zu liegen. Um die Miete gegen Witterungseinflüsse zu schützen, aber auch aus ästhetischen Gründen wird sie mit Heu, Stroh, Erde oder Ähnlichem abgedeckt. Das gleiche erreicht man mit der Pflanzung von rankenden Gewächsen wie Gurken oder Kürbissen sowie mit der Aussaat von Leguminosen wie Wicken, Erbsen und Bohnen.

Maßnahmen zur Beschleunigung der Rotte und zur Verbesserung der Kompostqualität

Bestimmte Zusätze zum Kompoststapel beschleunigen die Umsetzung des organischen Materials und verbessern das Endprodukt.

  • Gartenerde
  • Komposterde
  • Kompoststarter

Sie werden zwischen den einzelnen Abfallschichten eingebracht, um das Rohmaterial rasch mit den für die Verrottung notwendigen Mikroorganismen zu durchsetzen. Es empfiehlt es sich außerdem, zwischen die einzelnen Abfalllagen etwas Mutterboden oder halbreife Komposterde zu schichten. Ebenso wirken die im Handel erhältlichen so genannten Kompoststarter. Gelegentlich werden auch Kräuterpräparate zur Kompostaktivierung empfohlen.

  • Kalk
  • Kohlensaurer oder kieselsaurer Kalk,
  • Hüttenkalk
  • Algenkalk
  • Branntkalk
  • Kalkstickstoff

Sie fördern die Umsetzung und die Bildung stabiler Bodenkrümel und schaffen die Voraussetzung für die bakterielle Stickstoffbindung. Die einzelnen Schichten werden nur leicht eingepudert (ca. 1—2 kg/m3 Kompost). Die Kalkgabe richtet sich auch nach dem Kalkgehalt des Gartenbodens (Bodenuntersuchung). Die ätzende Wirkung von Branntkalk und Kalkstickstoff bietet eine zusätzliche Gewähr dafür, dass Unkrautsamen und Krankheitserreger abgetötet werden. Kalk darf nicht mit tierischen Exkrementen (Mist, Gülle, Guano etc.) in Berührung kommen, weil dann Stickstoff in Form von Ammoniak in die Luft entweicht (stechender Geruch)

  • Lehm
  • Ton
  • Tonmehle (Bentonit)

Durch diese Zusätze werden stabile Ton-Humus-Komplexe gebildet, die das Nährstoff- und Wasserbindevermögen des Bodens erhöhen. Die Abfallschichten werden fingerdick mit lehmiger Gartenerde bedeckt oder mit reinen Tonmehlen überpudert. Bei der Verwendung reiner Tonmehle kann die Kalkeinstäubung wegfallen.

Bestehen die Abfallschichten aus stickstoffarmem Material, so müssen den Mikroorganismen zur Nahrung stickstoffreiche Substanzen wie

  • Mist
  • Guano
  • Horn- oder Blutmehl etc.

zugeführt werden. Von letzteren streut man ca. vier Handvoll auf eine 20—30 cm dicke Abfallschicht (150—200 g/m²). Auch Brennnesselschnitt, Tomatensprossen und die meisten Küchenabfälle sind relativ stickstoffreich.

Trockenes Material muss mit Wasser angefeuchtet werden. Es kann auch mit verdünnter Jauche oder einem Kräuteraufguss aus Brennnessel, Schafgarbe, Löwenzahn, Kamille oder Baldrian getränkt werden. Überschüssige Nässe sollte abfließen können.

Zusätzlich kann der Kompost noch mit

  • Kalium
  • Magnesium (Kalimagnesia)
  • Phosphat (Thomasmehl, Hyperphose, Knochenmehl)
  • Spurenelementen (z. B. Basaltmehl)

angereichert werden.

Der Stickstoffbedarf eines Kompoststapels richtet sich nach dem C/ N Verhältnis des Ausgangsmaterials. Ist das C:N – Verhältnis weiter als 25:1, müssen stickstoffreiche Materialien bzw. Düngemittel zugeführt werden (s. Tabelle)

Das Kohlenstoff (C) / Stickstoffverhältnis (N) einiger organischer Stoffe
Material Stickstoff / Kohlenstoff Kohlenstoff / Stickstoff
Gartenabfälle 14 / 100 7 / 1
Rasenschnitt 8,8 / 100 12 / 1
Mist, drei Monate alt 6,6 / 100 15 / 1
Küchenabfälle 4,3 / 100 23 / 1
Laub 2,0 / 100 50 / 1
Weizenstroh 0,8 / 100 125 / 1
Sägemehl 0,2 / 100 500 / 1

Die Kompostzuschläge werden entsprechend dem jeweiligen Inhalt der einzelnen Abfallschichten abgewandelt. Besteht beispielsweise eine Schicht aus Unkraut mit Wurzeln, denen reichlich Erde anhaftet, so kann auf die Zugabe von Gartenerde oder Tonmehl verzichtet werden.

Umsetzen der Miete

Ein Umsetzen der Kompostmiete ist erforderlich, wenn die Rotte nur langsam vor sich geht und das Material evtl. wegen mangelnder Durchlüftung zu faulen beginnt. Beim Umsetzen werden alle unterschiedlichen Schichten gut vermischt, d. h. die Miete wird homogenisiert.

Zur Erzeugung von Reifkompost lässt sich das Umsetzen meistens nicht umgehen. Im allgemeinen genügt ein einmaliges jährliches Umsetzen nach der Erhitzungsphase. Lediglich bei Ausgangsmaterialien, die sich schwer zersetzen, muss unter Umständen häufiger umgestochen werden. Soll nur halbreifer Kompost hergestellt werden, kann das Umsetzen wegfallen.

Kompostbehälter

Die Verwendung von Behältern bei der Kompostbereitung erleichtert das Ordnung halten und wirkt sich zudem raumsparend aus. Bei sachgemäßem Vorgehen läuft in manchen Modellen die Verrottung der Abfälle schneller ab als im freiliegenden Kompoststapel. Kompostbehälter werden vom Handel in verschiedenen Formen und Ausführungen angeboten. Sie sind aus Holz, Beton, Eternit, verzinktem Blech, Drahtgeflecht oder Kunststoff gefertigt.

Vier Typen sind zu unterscheiden:

  1. Der fast geschlossene Behälter: Er besteht aus Bodenrost, gelochten Seitenwänden und Deckel
  2. Der unten offene Behälter: Er besteht aus gelochten oder mit Lüftungsschlitzen versehenen Seitenwänden und Deckel
  3. Der oben und unten offene Behälter: Er besteht aus luftdurchlässigen Seitenwänden.
  4. der freiliegende Kompoststapel

Eigenschaften der einzelnen Behältertypen:

  • Kompostbehälter mit Deckel haben den Vorteil, dass sie die Austrocknung des organischen Materials auch an sonnigen Stellen weitgehend verhindern. Die zusätzliche Wärme kann in kälteren Monaten zu einer schnelleren Verrottung beitragen.
  • Der fast geschlossene Behälter sorgt für eine gute Belüftung von unten. Da kein Kontakt mit dem Unterboden besteht, müssen nach der Erhitzungsphase Regenwürmer zugesetzt werden
  • Der unten offene Behälter wird oft mit zusätzlichen Belüftungsrohren versehen. Ratten und Mäuse werden durch ein engmaschiges Drahtgeflecht abgehalten•
  • Der oben und unten offene Behälter besitzt ähnliche Eigenschaften wie der freiliegende Kompoststapel. Der Behälter hilft lediglich beim Ordnung halten.

Für das Beschicken der Kompostbehältergelten dieselben Regeln wie für das Aufsetzen freiliegender Kompoststapel. Zweckmäßigerweise werden immer zwei Behälter aufgestellt, in dem einen wird das anfallende Material gesammelt und indem anderen vollzieht sich die Reife. Zwei Behälterverschiedener Typen ergänzen sich dabei in ihren Eigenschaften.

Spezialkomposte

Spezialkompostierungen werden dann vorgenommen, wenn viele Abfälle ein­seitiger Art vorhanden sind. Derartige Abfälle werden mit bestimmten Zusät­zen zu einem gesonderten Kompoststapel aufgesetzt. Die Regeln, die für den gemischten Kompoststapel zutreffen, gelten hier ebenfalls.

  • Laubkompost: Wenn möglich, werden verschiedene Laubarten miteinan­der gemischt. Als Zwischen- schichten eignen sich Kalkstickstoff mit Gartonerde oder evtl. Mist mit Gartenerde (evtl. Tonmehl). Unter Umständen lässt sich Laubkompost bereits nach sechs Monaten Rottedauer zur Boden­bedeckung verwenden
  • Kompost aus Grasschnitt: Das Gras wird nur in dünnen Schichten (10-15cm) aufgesetzt, dazwischen kommt Kalk mit Gartenerde. Zur Belüf­tung können als Zwischenschichten zerkleinerte Zweige oder Torf einge­bracht werden. Der Stapel muss umgesetzt werden, wenn im Inneren Sauer­stoffmangel auftritt
  • Unkrautkompost: Die Unkrautschichten (ohne Wurzelunkräuter) werden mit Kalkstickstoff (4 Handvoll/m2 Schichtfläche) oder Branntkalk bestreut. Die Zugabe von Gartenerde richtet sich nach der Menge an Erde, die den Unkrautwurzeln anhaftet. Der Unkrautkompost bleibt mindestens ein Jahr lang liegen, bevor er umgestochen wird. Evtl. ist eine Bepflanzung mit un­krautunterdrückenden Pflanzen (Kürbis) notwendig
  • Mistkompost: Der Mist wird abwechselnd mit Schichten aus Gartenerde aufgesetzt. Der Stapel wird einmal umgestochen und kann dann schon nach 3 – 4 Monaten Rotte im Garten ausgebracht werden.
Kompostverwendung

Kompost kann in verschiedenen Rottestadien im Garten verwendet werden. Früher war man bestrebt, dem Gartenboden nur völlig verrottetenfeinkrümeligen Kompost zu zuführen. Dieser Reifkompost bedingte eine lange Rottedauer von 1 – 3 Jahren. Heute wird in der Mehrzahl der Fälle so genannter Frischkompost mit einer Rottedauer von nur wenigen Wochen oder Monaten im Garten verwendet. Unverrottete Bestandteile dieses Materials werden im Gartenboden weiter ab oder umgebaut.

Frischkompost

Er besteht zu einem großen Teil aus Nährhumus, der die Tätigkeit der Bodenlebewesen anregt und sich dadurch auf das Pflanzenwachstum und die Bodengare positiv auswirkt. Frischkornpost wird lediglich mit der gelockerten oberen Bodenschicht vermischt. Er kann je nach Verrottungsgeschwindigkeit bereits nach 6 – 8 Wochen als Mulchschicht auf Baumscheiben oder unter Sträuchern ausgebreitet werden. Mit einer dünnen Lage Gras, Laub oder Erde abgedeckt, wird eine Austrocknung verhindert. Nach vier Monaten Rottedauer kann schon ein Ausstreuen auf Gemüsebeete und Rabatten erfolgen. Frischkompost ist besonders für gut durchlüftete Böden geeignet, während auf schweren verdichteten Böden besser der Reifkompostverwendet wird.

Reifkompost

Er besteht aus Dauerhumus, der sich günstig auf die physikalischen Bodeneigenschaften auswirkt, dagegen den Bodenlebewesen wenig Nahrung liefert. Reifkompost wird zum Einfüllen in Pflanzlöcher und für die Vorbereitung von Saatbeeten verwendet. Außerdem eignet er sich mit Torf vermischt als Substrat für Topfpflanzen. Auf Rasen sollte er nur in geringen Mengen ausgebracht werden, sofern er nicht bereits vor der Raseneinsaat in den Boden eingearbeitet werden konnte.

Kompostgaben

Die Höhe der Kompostgaben im Garten richtet sich nach der Menge des im Jahr anfallenden Kompostes. Grundsätzlich sind die Anwendungsmengen nach oben unbegrenzt. Es wird im Jahr eine mindestens 1 cm dicke Kompostschicht aufgebracht.
Steht mehr Kompost zur Verfügung, so sollten hauptsächlich Gemüsearten wie Gurken, Kürbis und Kohlgewächse sowie Tomaten reichlich damit  versorgt werden, da diese Arten eine Kompostdüngung am besten lohnen.

In den wenigsten Fällen wird aber die Menge des Komposts ausreichen, um den Nährstoffbedarf der Gartenpflanzen vollständig zu decken, denn die Nährstoffgehalte von Kompost, verglichen mit anderen Düngemitteln, sind verhältnismäßig gering. Der eigentliche Wert des Kompostes liegt in der Verbesserung der Bodenstruktur. Als grober Anhaltspunkt können folgende Werte angegeben werden:

Stickstoff:
0,3 %
Phosphor:
0,1 %
Kalium:
0,3 %

Eine ausreichende Versorgung der Kulturpflanzen mit den Hauptnährstoffen sollte auf Untersuchungen des Bodens aufbauen.