Aktuelles

Borkener Zeitung vom 12. Dezember 2022

Veröffentlicht am 23. Dezember 2022 in der Kategorie Presse

Wieder Kunst im Wedemhoveturm

Ausstellungsreihe startet mit Künstlerin Edlira Harapi

„Ich bin hier an diesem Turm schon so oft vorbeigelaufen, aber glauben Sie mir: Das ist heute das erste Mal, dass ich hier in den Wedemhoveturm gehe“, sagte Borkens stellvertretender Bürgermeister, Jürgen Fellerhoff am Samstagmorgen bei der Ausstellungseröffnung „Learn to fly“ der albanischen Künstlerin Edlira Harapi.

Edlira Harapi erzählte bei der Begrüßung von ihrer Zeit in Albanien. Dann von ihrer Ankunft in Deutschland, die zunächst etwas Angst mit sich gebracht, sich dann aber in Hoffnung gewandelt habe. Sie habe schnell Zuversicht gefasst, hier in Deutschland anzukommen und dem Wunsch nach Frieden und Glück für ihre Familie. Diese Thematik findet sich in ihren Werken.

Edmund Schroer und Jochen Teroerde vom Natur- und Vogelschutzverein als Veranstalter freuten sich über die Wiederbelebung der Reihe „Kunst im Turm“.

Vortrag „Heimische Reptilien“

Veröffentlicht am 08. November 2022 in der Kategorie Aktuelles

Der für Donnerstag, 10.11. im Hause der VHS Borken geplante Vortrag „Heimische Reptilien“ von Helmut Kreyerhoff wird aus organisatorischen Gründen verschoben.
Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben

Borkener Zeitung vom 8. Oktober 2022

Veröffentlicht am 12. Oktober 2022 in der Kategorie Presse

Reiseführer durch das Reich der Pilze

Porträt Helmut Adam, Sachverständiger

Für Helmut Adam beginnt in diesen Tagen wieder die schönste Zeit des Jahres: die Pilzsaison. Temperatur und Bodenfeuchte und überhaupt der goldene Oktober verlaufen vielversprechend. Adam holt seine Standardausrüstung aus dem Kofferraum (Holzkörbchen und Pilzmesser mit integrierter Bürste) – und los geht‘s.

Start der Pilz-Pirsch ist am Forsthaus im Sternbusch. Kaum ist Adam ein paar Meter in den Wald hineingegangen, wird er auch schon fündig. Zwischen gestapelten Baumstämmen erspäht er ein buschig wachsendes Etwas in samtigem Weiß: Austernseitlinge. Was im Supermarkt wohl ein paar Euro kosten würde, gibt’s in der Natur gratis. Doch Adam entdeckt noch mehr: „Ich könnte allein an diesem Fleckchen den ganzen Tag verbringen“, sagt er, lacht und holt eine Lupe aus der Tasche. Auf einem modrigen Stückchen Holz werden bei zehnfacher Vergrößerung winzige Becherlinge sichtbar. Nicht essbar, aber schön anzuschauen.

Adam vollendet in diesem Monat sein 80. Lebensjahr. Schon seit seiner Kindheit ist der Borkener in der wundersamen Welt der Pilze zu Hause, in der putzige Namen wie Nelken-Schwindling, Tränender Saumpilz und Marzipan-Fälbling kursieren. Als Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie ist er in der Lage, Arten zweifelsfrei zu bestimmen. Allein in Borken und Umgebung ist Adam bislang 600 bis 800 verschiedenen Spezies auf die Spur gekommen. Längst nicht alle sind zum Verzehr geeignet. Die wenigsten giftig, die aber richtig. „Wer sich nicht hundertprozentig sicher ist, welche Pilze er vor sich hat, sollte sie auf keinen Fall essen, sondern stehenlassen oder sie einem Fachmann zeigen“, sagt Adam und will das doppelt und dreifach unterstrichen wissen.

Seine Leidenschaft für Pilze hänge ganz entscheidend mit seinem Onkel Willi zusammen. Der habe nach dem Krieg den kargen Speiseplan mit Pilzen aufgefüllt, erinnert sich Adam. Bestandteil herbstlicher Mahlzeiten war dann unter anderem der Kahle Krempling. Bis in die 1970er Jahre hinein war das ein geschätzter Speisepilz, der auch auf Märkten gehandelt wurde. Adams Rat im Lichte der heutigen Wissenschaft: In keinem Fall essen! Der Pilz ist heute als tödlich giftig eingestuft. Der Kahle Krempling war schon immer roh oder nicht ausreichend gegart giftig und führte zu erheblichen Magen-Darm-Problemen. Sein Onkel habe das gewusst. „Sonst würde ich jetzt nicht hier stehen“, sagt Adam und lacht wieder. Todernst berichtet er dann aber: „Neben der Roh-Giftigkeit kann der Pilz jedoch nach wiederholtem Genuss eine allergische Reaktion auslösen, die zu einer Hämolyse, einer Auflösung der Roten Blutkörperchen, führen kann.“

Neben dem Aussehen ist der Geruch ein entscheidendes Kriterium für die Bestimmung eines Pilzes. Als Beispiel nennt Adam den Karbol-Egerling, der von der Optik leicht mit dem Wiesen-Champignon und dem Anis-Champignon verwechselt werden kann und unangenehm nach Phenol riecht, früher Karbol genannt. Adam kürzt den Stiel mit seinem Pilzmesser. „Die gelbe Färbung weist darauf hin, dass er giftig ist.“

Der 79-Jährige scheint ein fotografisches Gedächtnis für Pilzvorkommen in der Region zu haben. Unter mächtigen Buchen im Sternbusch sagt er plötzlich: „Vor etwa 40 Jahren habe ich in diesem Waldstück ein einziges Mal einen Marzipan-Fälbling gefunden.“ Dessen Duft: selbsterklärend. Warum es bei dieser einmaligen Entdeckung blieb, erklärt der Fachmann so: „Es schwirren unzählige Milliarden Pilzsporen durch die Luft, und irgendwann haben die mal genau hier das ideale Substrat gefunden.“

Kaum spricht‘s Adam aus, macht er am Rand des Waldwegs die nächste Entdeckung. Aus dem feuchten Boden recken sich längliche Hüte empor, und das zu Dutzenden. Es sind, da muss der Mykologe keine Sekunde überlegen, junge Schopf-Tintlinge. „Ein häufig vorkommender Speisepilz“, erklärt Adam. Er holt sich ein Exemplar auf die Hand und macht mit dem Messer einen Längsschnitt. Das stangenähnliche Innere ist strahlend weiß. „Genau deswegen und wegen seines zarten Geschmacks nennt man den Schopf-Tintling auch Spargelpilz“, erklärt Adam. Und noch etwas zum Namen: Tintling heißt er deshalb, weil die älteren Exemplare (die aber auch nur einige wenige Tage auf dem Buckel haben) am Rand ihrer Kappe eine tintenfarbige Flüssigkeit absondern.

Mit Blick auf sein Alter trete er als Sachverständiger inzwischen ein bisschen kürzer. Auf der Expertenliste des Dachverbandes im Internet habe er – A wie Adam – immer an erster Stelle gestanden – und deshalb Anrufe aus ganz Deutschland entgegennehmen dürfen. „Aber Leuten in Bayern zu raten, wie sie den Hallimasch aus dem Garten bekommen, war dann doch ein bisschen zu viel des Guten“, nennt er ein Beispiel. Wenn er aber zu den Pilzwanderungen, zu denen der Natur- und Vogelschutzverein Borken in diesem Oktober einlädt, hinzugebeten wird, ist Adam gern zur Stelle.

Pilzsammeln scheint ein Trend zu sein. Naturerlebnis plus Selbstversorgung, die Leute mögen das. Hier und da bemerkt er als regelmäßiger Waldbesucher die Auswüchse. „Ich sah mal welche, die suchten mit Harken nach Pfifferlingen. Das geht gar nicht: So macht man das Myzel kaputt, das symbiotische Geflecht der Pilze mit den Baumwurzeln“, tadelt Adam. Leider habe er in dieser Gegend schon seit Jahren keine Echten Pfifferlinge mehr gesehen.

Nach dem Sternbusch steuert Adam noch kurz ein Birkenwäldchen zwischen Gemen und Ramsdorf an. „Da gibt es Schopf-Tintlinge in rauen Mengen“, verspricht er. Das habe er gestern auf einer Radtour gesehen. Und tatsächlich: Schon von weitem leuchten die weißen Kappen im grünen Gras. Aber was muss Adam da mitansehen: Der Bestand ist zum Teil abgeerntet, der unbekannte Sammler hat die Stengel abgeschnitten und liegengelassen – und damit auf „Spargel“ im Herbst verzichtet. Adams kopfschüttelnder Kommentar: „Das kann nur ein Anfänger gewesen sein.“

Bericht auf schalke04.de vom 7. Oktober 2022

Veröffentlicht am 11. Oktober 2022 in der Kategorie Berichte

Bolzplatzprojekt: Kinder- und Jugendliche bauen Vogelhäuschen

In dieser Woche besuchten wieder einige Kinder und Jugendliche das Bolzplatzprojekt von Schalke hilft!, das in den Herbstferien für unterschiedliche Altersgruppen angeboten wird. Das Projekt bietet die Möglichkeit, Trainingseinheiten unter Anleitung zertifizierter Trainer auf den Bolzplätzen von Schalke hilft! – gefördert durch die RAG-Stiftung – zu absolvieren. Darüber hinaus wird das Programm regelmäßig durch kulturelle Angebote ergänzt.

Diesmal waren die Kinder und Jugendlichen nicht nur sportlich, sondern auch handwerklich aktiv: Auf dem Bolzplatz Hugo an der Rungenberghalde bauten sie im Anschluss an ihre Trainingseinheit gemeinsam kleine Vogelhäuser. In Kooperation mit dem Natur- und Vogelschutzverein Borken e.V. montierten die Nachwuchshandwerker die Vogelhäuser eigenständig aus einzelnen Bauteilen und brachten sie – mit freundlicher Unterstützung der Emscher-Genossenschaft – in unmittelbarer Umgebung des Bolzplatzes an geeigneten Bäumen an.

Jochen Teroerde, Vorsitzender des Natur- und Vogelschutzvereins Kreis Borken e.V., begleitete den Bau der Häuschen persönlich. Zudem tauschte er sich mit den Kindern über die vielfältige Vogelwelt aus und erläuterte den Zweck der selbstgebauten Schutzräume. Eine Werkgruppe des Vereins bietet den Bau der Vogelhäuschen bereits seit einiger Zeit regelmäßig an Schulen oder in Unternehmen an. So erfuhren nun auch die Teilnehmer des Bolzplatzprojekts, wie ein kleiner Beitrag zur Unterstützung des Natur- und Vogelschutzes mit den eigenen Händen geleistet werden kann.

Umweltschutz und Sport miteinander verbinden

Mit seiner neu gegründeten Abteilung Nachhaltigkeit hat der FC Schalke 04 bereits vor einiger Zeit seine Bemühungen um den Natur- und Umweltschutz ausgebaut. Ziel ist es, mit verschiedenen Angeboten die Sensibilität für die Thematik in Verbindung mit sportlichen Aktivitäten schon im jungen Alter zu fördern. Die Kinder und Jugendlichen zeigten sich begeistert von der Gelegenheit, einmal selbst zu Hammer und Nagel greifen zu können und stimmten passend zum Motto des Tages das Lied „Wer kreist so wie ein Falke? Der FC Schalke, der FC Schalke!“ an.

Bericht auf schalke04.de