Aktuelles

Borkener Zeitung vom 3. November 2021

Veröffentlicht am 07. November 2021 in der Kategorie Presse

Natur- und Vogelschutzverein öffnet Beobachtungshütte

Unbemerkt den Tieren zuschauen

Für Vogelbeobachtungen dürfte es in Borken kaum einen besseren Platz geben als die Hütte, die der Natur- und Vogelschutzverein gebaut hat. Hinter einer verspiegelten Scheibe sitzen Naturfreunde unbemerkt von der Tierwelt. Die handschriftlichen Eintragungen in einem ausliegenden Notizbuch belegen, dass es sich lohnt, eine Weile auf der Holzbank auszuharren. Mehrere Specht-Arten werden aufgeführt, der Eichelhäher wird genauso genannt wie der Kernbeißer. Und: „Eisvogel fischt erfolgreich.“

„38 Vogelarten wurden hier gesichtet“, erklärt Edmund Schroer, Kassierer des Natur- und Vogelschutzvereins. Seitdem der Verein die Vogelgehege im Stadtpark wegen Personal-Engpässen aufgegeben hat, widmen sich die Mitglieder verstärkt dem Biotop zwischen der Duesberg-Sporthalle und dem Schniggenteich. Die tägliche Versorgung von Tieren fällt hier weg. Die Aktiven sorgen dafür, dass sich die heimischen Vögel wohlfühlen und beobachtet werden können.

Bei dem etwa 50 mal 50 Meter großen Areal handelt es sich um den ehemaligen Schulgarten der Duesberg-Hauptschule. In den zurückliegenden Jahren blieb die Fläche ungenutzt und wurde von einigen Zeitgenossen als Müllkippe missbraucht. Kuriose Dinge mussten die Vereinsmitglieder entsorgen, wie Schroer aufzählt: „Teppichreste, Schaufensterpuppen, Schubkarren…“ In dem kleinen Teich mitten auf dem Gelände lagen tonnenweise Pflastersteine.

Nachdem der Müll beseitigt war, fingen die Vereinsmitglieder an, das Grundstück vogelgerecht herzurichten. Futterplätze gibt es nun, ebenso Brutröhren und einen Ansitz über dem Wasser für den Eisvogel. Kernstück des Biotops ist die zwei mal dreieinhalb Meter große Holzhütte. „Den Boden haben wir extra tiefer gelegt“, sagt Schroer. Wer sich auf eine der Holzbänke setzt, befindet sich fast auf einer Ebene mit der Wasseroberfläche. Die verspiegelte Scheibe bietet einen geschützten Blick in die Natur. Daneben lassen sich zwei Klappen von innen hochziehen, so dass Fotografen ihre Objektive durch Luken nach draußen halten können. Eine davon ist mit einem Tarnnetz versehen. Mit Spenden und eigenen Mitteln hat der Verein das Holzhäuschen finanziert.

Die Hütte steht schon seit eineinhalb Jahren. Bislang stand sie nur Mitgliedern des Natur- und Vogelschutzvereins zu Verfügung. Das soll sich nun ändern. Gegen eine Spende haben alle Naturfreunde die Möglichkeit, sich einen Schlüssel für die Hütte auszuleihen. Edmund Schroer empfiehlt die frühen Morgenstunden für eine Vogel-Erkundung. „Es ist aber kein Selbstläufer“, sagt er, „man muss schon Geduld haben.“ Mit ein wenig Glück kann man dann auch eine Begegnung mit einem Eisvogel oder einem anderen besonderen Gast notieren. Anfragen können unter der Nummer 02861/2859 gestellt werden.

Buchvorstellung: Quelle & Meyer Bestimmungskarten

Veröffentlicht am 07. November 2021 in der Kategorie Bücher

Die idealen Begleiter auf Spaziergängen, Wanderungen und Exkursionen. Der Vorteil dieser Bestimmungskarten liegt auf bzw. in der Hand! Sie sind kompakt, leicht, strapazierfähig, preiswert und vielfältig. Entscheiden Sie, was Sie auf Wanderungen und Spaziergängen neu entdecken und anhand von typischen und aussagekräftigen Fotos zuordnen möchten!

Marienkäfer, die Glücksbringer unter den Insekten, sind bekannt für ihre auffälligen Punkte auf den Deckflügeln. Ihre Farbe – rot, gelb oder schwarz – variiert von Art zu Art. Mit dieser neuen Bestimmungskarte lassen sich die häufigsten vorkommenden Arten zuordnen und bestimmen.

Mit ihren acht Beinen und acht Augen ist die Spinne ein faszinierendes Krabbeltier. Ob lange oder kurze Beine, pelziger oder glatter Körper – es gibt sie in vielen Formen und Farben. Diese neuartige Bestimmungskarte zeigt die häufigsten und verbreitetsten heimischen Arten.

Wanzen gibt es in allen Formen und Farben. Nicht immer sind sie auf den ersten Blick als solche erkennbar – manche ähneln Käfern, Mücken oder Ameisen. Diese neuartige Bestimmungskarte zeigt die häufigsten und verbreitetsten heimischen Arten.

Losungen sind Exkremente der Tiere. Je nach Tierart sind sie unterschiedlich geformt, gefärbt, mal geruchlos, mal stark riechend. Gewölle sind von Greif- und Raubvögeln herausgewürgte „Speiballen“, die unverdauliche Teile der Nahrung enthalten. Diese Bestimmungskarte hilft, anwesende Tiere anhand ihrer „Hinterlassenschaften“ zu identifizieren.

Von Insekten und Vögeln bis hin zu Nagetieren und Geweihträgern – den Wald nennen viele Tiere ihr Zuhause. Mit dieser neuen Bestimmungskarte lassen sich die am häufigsten vorkommenden Arten zuordnen und bestimmen.

Süßwasserfische besiedeln unsere Bäche, Tümpel, Flüsse und Seen. Sie in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, ist aufgrund der Vielfalt an Formen, Farben und Lebensweisen besonders spannend. Diese Bestimmungskarte hilft, unsere heimische Fischfauna kennen und bestimmen zu lernen.

Farne zählen zu den Gefäßsporenpflanzen. Sie kommen bis auf wenige lichtliebende Arten fast ausschließlich an schattigen und feuchten Plätzen im Wald, in Mauerritzen, Felsspalten oder an Bachufern vor. Mit dieser neuen Bestimmungskarte lassen sich die häufigsten vorkommenden Arten zuordnen und bestimmen.

Heimische Marienkäfer im Vergleich
ISBN 978-3-494-01913-0

Heimische Spinnen im Vergleich
ISBN 978-3-494-01908-6

Wanzen im Vergleich
ISBN 978-3-494-01865-2

Losungen und Gewölle im Vergleich
ISBN 978-3-494-01863-8

Tiere des Waldes im Vergleich
ISBN 978-3-494-01864-5

Süßwasserfische im Vergleich
ISBN 978-3-494-01889-8

Farnpflanzen im Vergleich
ISBN 978-3-494-01881-2

Buchvorstellung: Waldwissen kompakt

Veröffentlicht am 07. November 2021 in der Kategorie Bücher

Kein Lebensraum hat weltumspannend eine solche Wirkung auf den Menschen wie der Wald. Was für eine Bedeutung hat der Wald und welche Tiere kommen darin vor? Wie verhalte ich mich richtig, um Tiere und Pflanzen nicht zu stören? Was sind die „Big 4“ des Waldes? Welche Arbeiten fallen im Wald an und welche Berufe gab und gibt es? Was bedeuten die farbigen Markierungen an Baumstämmen? „Waldwissen kompakt“ gibt auf diese und zahlreiche weitere Fragen die richtigen Antworten. Einfach und für jeden verständlich erklärt Klaus Dominik die komplexen Zusammenhänge in diesem einmaligen Lebensraum und fördert das Interesse an unseren heimischen Wäldern. Ein Buch für Spaziergänger, Wanderer und Naturfreunde!

Klaus Dominik hat Chemie studiert und als Lektor für mehrere Verlage gearbeitet. Er ist Herausgeber vom „Lexikon für den Waldbau“ und war für verschiedene Waldbesitzerverbände sowie den PEFC in der Öffentlichkeitsarbeit tätig.

96 S., 96 farb. Abb., kart., 14,8 x 21 cm
ISBN 978-3-494-01886-7, Best.Nr.: 494-01886
9.95 €

Buchvorstellung: Heimische Schmetterlinge in ihren Lebensräumen

Veröffentlicht am 13. September 2021 in der Kategorie Bücher

entdecken und erkennen

Schmetterlinge sind faszinierende Insekten und zugleich Zeiger für intakte Ökosysteme. Ihre Formenvielfalt, Pracht und Artenfülle sind einzigartig. Sie zu beobachten und zu bestimmen ist eine reizvolle Beschäftigung für Jung und Alt – und lehrreich dazu! Mit Hilfe dieses neuen Bestimmungsbuches gelingt es, über 300 repräsentative Arten Deutschlands in ihren Lebensräumen zu entdecken und richtig zuzuordnen. Nach ausführlichen Informationen über den Körperbau, Ei-, Raupen- und Puppenstadium, Partnerfindung, Fressfeinde und Lebensräume der Schmetterlinge werden die einzelnen Arten ausführlich beschrieben. Alle Porträts – von brillanten Fotos begleitet – geben zusätzlich an, wann die Flugzeiten und Raupenstadien sind und ob die jeweilige Art als gefährdet gilt. Viele zusätzliche Informationen bringen diese schönen und beeindruckenden Lebewesen den Naturliebhabern näher und zeigen wie unsere heimischen Schmetterlinge besser geschützt werden können.

Wolfgang Willner ist Naturfotograf und -filmer und beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit der heimischen Flora und Fauna. Seine besondere Begeisterung gilt den Schmetterlingen. Er ist außerdem ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Bund Naturschutz in Bayern e.V.

432 S., ca. 292 farb. Abb., geb., 12 × 19 cm
ISBN 978-3-494-01659-7, Best.-Nr.: 494-01659
24.95 €

Buchvorstellung: Fledermäuse ganz nah

Veröffentlicht am 12. September 2021 in der Kategorie Bücher

51 europäische Arten schnell und sicher unterscheiden

Fledermäuse sind echte Sympathieträger. Ihre Fähigkeit, sich im Dunkeln mittels Echoortung fortbewegen zu können, macht sie zu Jägern der Nacht. Dieses kompakte Bestimmungsbuch des anerkannten Fledermausexperten Klaus Richarz ermöglicht eine sichere Bestimmung aller in Europa vorkommenden Fledermausarten. Diese werden ausführlich beschrieben und anhand von brillanten Fotos vorgestellt. Ein Kapitel setzt sich mit der Frage „Fledermäuse als Coronaviren-Träger?“ auseinander. Zahlreiche Praxistipps, Beobachtungsvorschläge und eine Einführung in die Bestimmungstechnik runden dieses Werk ab.

Dr. Klaus Richarz leitete 22 Jahre die Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist er bis heute in zahlreichen Naturschutzgremien und -organisationen tätig. Seit vielen Jahren schreibt er Sachbücher zu den Themen Fledermäuse, Vögel, Naturschutz und Naturerleben, die in mehr als zehn Sprachen übersetzt wurden.

143 S., 80 farb. Abb., 20 s/w Abb., 1 Tab., 38 Karten, kart., 14,8 x 21 cm
ISBN 978-3-494-01861-4, Best.-Nr.: 494-01861
€ 9,95

Buchvorstellung: Die Dosis macht das Gift

Veröffentlicht am 31. Juli 2021 in der Kategorie Bücher

Heilende Pflanzen im Spiegel der Geschichte

„Nur die Dosis macht das Gift!“
Diese Erkenntnis des Theophrastus Bombast von Hohenheim, besser bekannt unter dem Namen „Paracelsus“, führte im 16. Jahrhundert zu tiefgreifenden Veränderungen in der Medizin, da man seinerzeit auf den Einsatz von Naturstoffen – überwiegend auf pflanzlicher Basis – angewiesen war. Bis heute lässt sich die Frage: „Welche Pflanze ist eine Heilpflanze und welche ist giftig?“ nicht immer leicht und eindeutig beantworten.

Genau dort setzt Siegfried G. Schäfer, promovierter Pharmakologe und Toxikologe, mit diesem Buch an: Angereichert mit zahlreichen Anekdoten, nimmt er vom „Alpenveilchen“ bis zur „Zaunrübe“ 31 Pflanzen genau unter die Lupe, beschreibt sie mit allen Inhaltsstoffen und deren Wirkung und lässt die Leserschaft an vielfältigen historischen Beobachtungen teilhaben.

Ein wichtiges Buch also, welches die heutigen Perspektiven der Pflanzenmedizin auf der Grundlage ihrer jahrhundertealten Geschichte aufzeigt und lehrreiche Hintergrundinformationen für diejenigen bereithält, die sich aufgrund ihrer Ausbildung, der beruflichen Praxis oder aus persönlichem Interesse heraus intensiv mit Natur- und Pflanzenheilkunde beschäftigen.

Prof. Dr. Dr. Siegfried Schäfer hat viele Jahre als Professor für Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Hamburg gelehrt. Sein Engagement für die Toxikologie fand seinen Niederschlag auch in seiner mehr als zehnjährigen Mitgliedschaft im Vorstand der deutschen Gesellschaft für Toxikologie. Er ist u.a. Mitherausgeber des ersten Lehrbuchs „Toxikologie“ der BRD, welches seit mehr als 20 Jahren das bestimmende Standardwerk im deutschsprachigen Raum ist.

176 S., ca. 140 farb. Abb., geb., 14,8 x 21 cm
ISBN 978-3-494-01856-0, Best.-Nr.: 494-01856
19.95 €

Buchvorstellung: Die Vögel Mitteleuropas

Veröffentlicht am 31. Juli 2021 in der Kategorie Bücher

Das große Fotobestimmungsbuch

Dieses nach neuesten Erkenntnissen konzipierte Fotobestimmungsbuch stellt die 614 in Mitteleuropa vorkommenden Vogelarten in lebensraumorientierten Fototafeln detailliert vor. Hierbei werden nicht nur die unterschiedlichen Federkleider gezeigt, sondern der Blick sofort auf die durch Hinweispfeile in den Bildern kenntlich gemachten Unterscheidungsmerkmale gelenkt. Die Reihenfolge, in der die Arten abgehandelt werden, folgt der aktuellen Artenliste der Vögel Deutschlands.

Neben den notwendigen Informationen über Status, Lebensräume und Verwechslungsmöglichkeiten unterstützen Verbreitungskarten und Balkendiagramme, die u. a. die zeitliche Anwesenheit der Vögel aufzeigen, eine sichere Ansprache. Kleine blaue Hinweisnummern hinter den Vogelnamen verweisen auf die entsprechende Artnummer im Buch „Die Vögel Mitteleuropas im Porträt“ von Hans-Joachim Fünfstück und Ingo Weiß, welches weiterführende Informationen zur Ökologie und Lebensweise der Tiere bereithält.

Bestimmungsrelevante Vogelstimmen sind über QR-Codes aufrufbar und neben den deutschen und wissenschaftlichen Vogelnamen sind auch die englischen, französischen, spanischen und italienischen Bezeichnungen angegeben. Damit ist dieses Buch, dessen Informationsgehalt weit über den einfacher Bestimmungsbücher hinausgeht, ein nützlicher Begleiter für alle Vogel- und Naturfreunde.

Dr. Wolfgang Fiedler ist Biologe am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell. Er leitet dort die Zentrale für Tiermarkierungen. Sein wissenschaftliches Interesse liegt im Bereich der Tierwanderungen und hier insbesondere beim Vogelzug.

Hans-Joachim Fünfstück ist Mitarbeiter der Staatlichen Vogelschutzwarte Garmisch- Partenkirchen/ Landesamt für Umwelt. Seit 1999 ist er zudem im Redaktionsteam der Zeitschrift Der Falke – Journal für Vogelbeobachter.

672 S., 2.234 farb. Abb., 437 Karten, geb., 14,8 x 21 cm
ISBN 978-3-494-01764-8 Best.-Nr.: 494-01764
€ 39,95

Borkener Zeitung vom 26. Mai 2021

Veröffentlicht am 30. Mai 2021 in der Kategorie Presse

Auf Fotos von Vogelnestern und Brut besser verzichten

Vogelschützer warnen vor Gefährdung von Jungvögeln

BORKEN (pd/era). Überall brüten im Moment die Vögel. Die ersten Jungvögel haben auch bereits ihr Nest verlassen und wirken oft hilflos, wenn sie auf dem Rasen oder auf Ästen und Zweigen herumsitzen. Was soll man nun tun, um ihnen zu helfen? Für Vogelkundler Hans-Wilhelm Grömping und Jochen Teroerde vom Natur- und Vogelschutzverein ist die Antwort klar: „Viele von ihnen brauchen keine Hilfe und das Beste ist es, nichts zu tun. Denn die Jungen von zum Beispiel Amsel oder Rotkehlchen verlassen ihr Nest, wenn sie kaum noch Flaumfedern aufweisen, aber auch noch nicht voll flugfähig sind. In der Phase, in der sie im Nest laut betteln und mögliche Feinde wie Elstern, Krähen oder Katzen auf sich aufmerksam machen, ist es besser, sich in alle Richtungen zu verstreuen. So erbeutet die Krähe oder die Katze nicht gleich alle, sondern immer nur einen Jungvogel, und die Brut ist nicht gleich komplett vernichtet“, so Grömping. Was man tun könne, sei einen auf dem Rasen oder der Straße um Futter bettelnden Jungvogel in einen sichereren Grünbereich in der Nähe zu setzen. „Die Eltern werden ihn finden“, so Teroerde. Vögel störten sich nicht am menschlichen Geruch, deshalb brauche man keine Bedenken zu haben, den Jungvogel zu berühren, so der Vogelkenner.

Hat man im Garten ein besetztes Nest mit Eiern oder Jungvögeln entdeckt, „sollte man sich unbedingt schnell wieder entfernen, um jeden zusätzlichen Stress für die Vogelfamilie zu vermeiden. Abstand halten und so wenig wie möglich stören ist die Devise“, betont Grömping. Da es gemäß Bundesnaturschutzgesetz verboten ist, Nester und Gelege zu zerstören und die Eltern im Brutgeschäft zu belästigen, sollte man unbedingt auch Vogelfotografie am Nest unterlassen, rät er. „Heutzutage hat fast jeder immer eine Kamera dabei, die Fotos bester Qualität ermöglichen. Da sind viele bestrebt, besondere Fotos zu machen und in sozialen Netzwerken zu zeigen. Den Vogel auf der eigenen Terrasse mag das möglicherweise kaum beeinträchtigen, aber durch Nestfotografie werden viele Gelege aufgegeben und Junge gefährdet“, sagt Grömping. Teroerde: „Verzichten Sie also bitte unbedingt auf Nestfotos. Kein noch so schönes Foto rechtfertigt die Gefährdung unserer Vögel.“

Borkener Zeitung vom 20. April 2021

Veröffentlicht am 26. April 2021 in der Kategorie Presse

Brut- und Lebensräume sind tabu

Vogelschützer mahnt zu mehr Achtsamkeit in der Natur

Vor einigen Jahrzehnten war die heimische Landschaft noch wesentlich vielseitiger als heute. In den 1960ern und 1970ern gab es (nicht nur) im Münsterland zahlreiche feuchte Wiesen und Weiden, deren flache Blänken vor allem im Herbst und Frühjahr zeitweise unter Wasser standen, teilt Jochen Teroerde vom Natur- und Vogelschutzverein mit.

Diese Zeiten seien lange vorbei. Im Borkener Raum gebe es nur noch wenige solcher Gebiete – zum Beispiel den Becking, so Teroerde weiter. Stadt und Bürgerschaft sollten froh sein, dieses naturnahe Gebiet noch zu haben, meint der Vogelkundler, doch ergänzt er zugleich: „Der Natur wird immer weniger Raum gelassen. Deshalb ist es umso wichtiger, sie zu schützen. Auf der anderen Seite ist der Wunsch nach Erholung natürlich auch zu verstehen- gerade in der jetzigen Corona-Zeit. Aber: Jeder Erholungssuchende muss nach dem Landesnaturschutzgesetz auf die Belange der Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigten Rücksicht nehmen“, betont Teroerde. Dazu frage sich ein jeder selbst: „Wenn das mein Feld oder meine Wiese wäre, fände ich es dann toll, wenn Fremde sich auf meinem Grund so verhielten, wie ich das gerade vorhabe?“

Daher appelliert der Natur- und Vogelschutzverein an die Vernunft. Er bittet Fußgänger, auf den Wegen zu bleiben und bedauere es sehr, dass einige Menschen, ob jetzt mit oder ohne Hund, über Äcker und durch Wiesen, wie zum Beispiel in den Aa-Auen des Borkener Beckings, gehen. Im Becking sind neben den bekannten Graugänsen seltene Vogelarten wie die Bekassine und der Rotschenkel und die vom Aussterben bedrohten Kiebitze zu beobachten. Früher habe es im Becking zahllose Kiebitze gegeben, jetzt seien nur noch wenige Exemplare dort zu sehen. Weil Kiebitze alt werden, werde deren langsames Aussterben nur von Experten wahrgenommen. Deshalb appelliert Teroerde an alle Spaziergänger und Tierhalter: „Bleiben Sie bitte auf den Wegen, erfreuen Sie sich an der Landschaft und betreten Sie auf keinen Fall Äcker und Wiesen.“

Buchvorstellung: Die Süßwasserfische Mitteleuropas

Veröffentlicht am 08. April 2021 in der Kategorie Bücher

Merkmale, Verbreitung und Lebensweise der häufigsten Arten

Ob Aal, Bachforelle, Grundel, Hecht oder Wels – dieses Buch stellt 68 Süßwasserfische vor, die in Mitteleuropa zu finden sind.
Axel Gutjahr unterscheidet zwischen fließenden Gewässern, wie Bächen oder Flüssen, und stehenden, also Seen, Tümpeln oder Teichen. Neben wichtigen Bestimmungsmerkmalen, ihrem dem Lebensraum angepassten Körperbau und den Verbreitungsgebieten beschreibt der Autor die bevorzugten Biotope und informiert über Nahrung und Laichzeit, aber auch über die faszinierenden Jagd- und Vermehrungsstrategien der häufigsten, in mitteleuropäischen Süßgewässern vorkommenden Wirbeltiere.
Dieser höchst informative Naturführer macht neugierig und regt dazu an, unsere heimischen Fische besser kennenzulernen.

Axel Gutjahr hat zwei agrarwissenschaftliche Studien absolviert und arbeitete u.a. als Fachschullehrer für Tierzucht in Stadtroda sowie als Assistent an der Uni Jena (Arbeitsgebiete: Verhaltensforschung, Wildtierhaltung, Fischzucht). Er publizierte bisher rund 2.600 Fachbeiträge sowie mehr als 60 Sachbücher, u.a. zu den Themen Nutz- und Heimtierhaltung, Pilzkunde, Vogelkunde und Hausgarten.

200 S., 210 farb. Abb., geb., 16,5 x 23 cm
ISBN 978-3-494-01852-2, Best.-Nr.: 494-01852
19.95 €