Aktuelles

Vortrag „Heimische Reptilien“

Veröffentlicht am 08. November 2022 in der Kategorie Aktuelles

Der für Donnerstag, 10.11. im Hause der VHS Borken geplante Vortrag „Heimische Reptilien“ von Helmut Kreyerhoff wird aus organisatorischen Gründen verschoben.
Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben

Borkener Zeitung vom 8. Oktober 2022

Veröffentlicht am 12. Oktober 2022 in der Kategorie Presse

Reiseführer durch das Reich der Pilze

Porträt Helmut Adam, Sachverständiger

Für Helmut Adam beginnt in diesen Tagen wieder die schönste Zeit des Jahres: die Pilzsaison. Temperatur und Bodenfeuchte und überhaupt der goldene Oktober verlaufen vielversprechend. Adam holt seine Standardausrüstung aus dem Kofferraum (Holzkörbchen und Pilzmesser mit integrierter Bürste) – und los geht‘s.

Start der Pilz-Pirsch ist am Forsthaus im Sternbusch. Kaum ist Adam ein paar Meter in den Wald hineingegangen, wird er auch schon fündig. Zwischen gestapelten Baumstämmen erspäht er ein buschig wachsendes Etwas in samtigem Weiß: Austernseitlinge. Was im Supermarkt wohl ein paar Euro kosten würde, gibt’s in der Natur gratis. Doch Adam entdeckt noch mehr: „Ich könnte allein an diesem Fleckchen den ganzen Tag verbringen“, sagt er, lacht und holt eine Lupe aus der Tasche. Auf einem modrigen Stückchen Holz werden bei zehnfacher Vergrößerung winzige Becherlinge sichtbar. Nicht essbar, aber schön anzuschauen.

Adam vollendet in diesem Monat sein 80. Lebensjahr. Schon seit seiner Kindheit ist der Borkener in der wundersamen Welt der Pilze zu Hause, in der putzige Namen wie Nelken-Schwindling, Tränender Saumpilz und Marzipan-Fälbling kursieren. Als Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie ist er in der Lage, Arten zweifelsfrei zu bestimmen. Allein in Borken und Umgebung ist Adam bislang 600 bis 800 verschiedenen Spezies auf die Spur gekommen. Längst nicht alle sind zum Verzehr geeignet. Die wenigsten giftig, die aber richtig. „Wer sich nicht hundertprozentig sicher ist, welche Pilze er vor sich hat, sollte sie auf keinen Fall essen, sondern stehenlassen oder sie einem Fachmann zeigen“, sagt Adam und will das doppelt und dreifach unterstrichen wissen.

Seine Leidenschaft für Pilze hänge ganz entscheidend mit seinem Onkel Willi zusammen. Der habe nach dem Krieg den kargen Speiseplan mit Pilzen aufgefüllt, erinnert sich Adam. Bestandteil herbstlicher Mahlzeiten war dann unter anderem der Kahle Krempling. Bis in die 1970er Jahre hinein war das ein geschätzter Speisepilz, der auch auf Märkten gehandelt wurde. Adams Rat im Lichte der heutigen Wissenschaft: In keinem Fall essen! Der Pilz ist heute als tödlich giftig eingestuft. Der Kahle Krempling war schon immer roh oder nicht ausreichend gegart giftig und führte zu erheblichen Magen-Darm-Problemen. Sein Onkel habe das gewusst. „Sonst würde ich jetzt nicht hier stehen“, sagt Adam und lacht wieder. Todernst berichtet er dann aber: „Neben der Roh-Giftigkeit kann der Pilz jedoch nach wiederholtem Genuss eine allergische Reaktion auslösen, die zu einer Hämolyse, einer Auflösung der Roten Blutkörperchen, führen kann.“

Neben dem Aussehen ist der Geruch ein entscheidendes Kriterium für die Bestimmung eines Pilzes. Als Beispiel nennt Adam den Karbol-Egerling, der von der Optik leicht mit dem Wiesen-Champignon und dem Anis-Champignon verwechselt werden kann und unangenehm nach Phenol riecht, früher Karbol genannt. Adam kürzt den Stiel mit seinem Pilzmesser. „Die gelbe Färbung weist darauf hin, dass er giftig ist.“

Der 79-Jährige scheint ein fotografisches Gedächtnis für Pilzvorkommen in der Region zu haben. Unter mächtigen Buchen im Sternbusch sagt er plötzlich: „Vor etwa 40 Jahren habe ich in diesem Waldstück ein einziges Mal einen Marzipan-Fälbling gefunden.“ Dessen Duft: selbsterklärend. Warum es bei dieser einmaligen Entdeckung blieb, erklärt der Fachmann so: „Es schwirren unzählige Milliarden Pilzsporen durch die Luft, und irgendwann haben die mal genau hier das ideale Substrat gefunden.“

Kaum spricht‘s Adam aus, macht er am Rand des Waldwegs die nächste Entdeckung. Aus dem feuchten Boden recken sich längliche Hüte empor, und das zu Dutzenden. Es sind, da muss der Mykologe keine Sekunde überlegen, junge Schopf-Tintlinge. „Ein häufig vorkommender Speisepilz“, erklärt Adam. Er holt sich ein Exemplar auf die Hand und macht mit dem Messer einen Längsschnitt. Das stangenähnliche Innere ist strahlend weiß. „Genau deswegen und wegen seines zarten Geschmacks nennt man den Schopf-Tintling auch Spargelpilz“, erklärt Adam. Und noch etwas zum Namen: Tintling heißt er deshalb, weil die älteren Exemplare (die aber auch nur einige wenige Tage auf dem Buckel haben) am Rand ihrer Kappe eine tintenfarbige Flüssigkeit absondern.

Mit Blick auf sein Alter trete er als Sachverständiger inzwischen ein bisschen kürzer. Auf der Expertenliste des Dachverbandes im Internet habe er – A wie Adam – immer an erster Stelle gestanden – und deshalb Anrufe aus ganz Deutschland entgegennehmen dürfen. „Aber Leuten in Bayern zu raten, wie sie den Hallimasch aus dem Garten bekommen, war dann doch ein bisschen zu viel des Guten“, nennt er ein Beispiel. Wenn er aber zu den Pilzwanderungen, zu denen der Natur- und Vogelschutzverein Borken in diesem Oktober einlädt, hinzugebeten wird, ist Adam gern zur Stelle.

Pilzsammeln scheint ein Trend zu sein. Naturerlebnis plus Selbstversorgung, die Leute mögen das. Hier und da bemerkt er als regelmäßiger Waldbesucher die Auswüchse. „Ich sah mal welche, die suchten mit Harken nach Pfifferlingen. Das geht gar nicht: So macht man das Myzel kaputt, das symbiotische Geflecht der Pilze mit den Baumwurzeln“, tadelt Adam. Leider habe er in dieser Gegend schon seit Jahren keine Echten Pfifferlinge mehr gesehen.

Nach dem Sternbusch steuert Adam noch kurz ein Birkenwäldchen zwischen Gemen und Ramsdorf an. „Da gibt es Schopf-Tintlinge in rauen Mengen“, verspricht er. Das habe er gestern auf einer Radtour gesehen. Und tatsächlich: Schon von weitem leuchten die weißen Kappen im grünen Gras. Aber was muss Adam da mitansehen: Der Bestand ist zum Teil abgeerntet, der unbekannte Sammler hat die Stengel abgeschnitten und liegengelassen – und damit auf „Spargel“ im Herbst verzichtet. Adams kopfschüttelnder Kommentar: „Das kann nur ein Anfänger gewesen sein.“

Bericht auf schalke04.de vom 7. Oktober 2022

Veröffentlicht am 11. Oktober 2022 in der Kategorie Berichte

Bolzplatzprojekt: Kinder- und Jugendliche bauen Vogelhäuschen

In dieser Woche besuchten wieder einige Kinder und Jugendliche das Bolzplatzprojekt von Schalke hilft!, das in den Herbstferien für unterschiedliche Altersgruppen angeboten wird. Das Projekt bietet die Möglichkeit, Trainingseinheiten unter Anleitung zertifizierter Trainer auf den Bolzplätzen von Schalke hilft! – gefördert durch die RAG-Stiftung – zu absolvieren. Darüber hinaus wird das Programm regelmäßig durch kulturelle Angebote ergänzt.

Diesmal waren die Kinder und Jugendlichen nicht nur sportlich, sondern auch handwerklich aktiv: Auf dem Bolzplatz Hugo an der Rungenberghalde bauten sie im Anschluss an ihre Trainingseinheit gemeinsam kleine Vogelhäuser. In Kooperation mit dem Natur- und Vogelschutzverein Borken e.V. montierten die Nachwuchshandwerker die Vogelhäuser eigenständig aus einzelnen Bauteilen und brachten sie – mit freundlicher Unterstützung der Emscher-Genossenschaft – in unmittelbarer Umgebung des Bolzplatzes an geeigneten Bäumen an.

Jochen Teroerde, Vorsitzender des Natur- und Vogelschutzvereins Kreis Borken e.V., begleitete den Bau der Häuschen persönlich. Zudem tauschte er sich mit den Kindern über die vielfältige Vogelwelt aus und erläuterte den Zweck der selbstgebauten Schutzräume. Eine Werkgruppe des Vereins bietet den Bau der Vogelhäuschen bereits seit einiger Zeit regelmäßig an Schulen oder in Unternehmen an. So erfuhren nun auch die Teilnehmer des Bolzplatzprojekts, wie ein kleiner Beitrag zur Unterstützung des Natur- und Vogelschutzes mit den eigenen Händen geleistet werden kann.

Umweltschutz und Sport miteinander verbinden

Mit seiner neu gegründeten Abteilung Nachhaltigkeit hat der FC Schalke 04 bereits vor einiger Zeit seine Bemühungen um den Natur- und Umweltschutz ausgebaut. Ziel ist es, mit verschiedenen Angeboten die Sensibilität für die Thematik in Verbindung mit sportlichen Aktivitäten schon im jungen Alter zu fördern. Die Kinder und Jugendlichen zeigten sich begeistert von der Gelegenheit, einmal selbst zu Hammer und Nagel greifen zu können und stimmten passend zum Motto des Tages das Lied „Wer kreist so wie ein Falke? Der FC Schalke, der FC Schalke!“ an.

Bericht auf schalke04.de

Borkener Zeitung vom 18. Juli 2022

Veröffentlicht am 13. September 2022 in der Kategorie Presse

Satellitentechnik soll Ackergrenzen klären

Stadt kennzeichnet Feldgrenzen

Für den Natur- und Vogelschutzverein Kreis Borken ist es ein altes Thema. Schon seit 1990 weisen Vereinsmitglieder auf die Überackerung von Wegrändern hin, erklärt der Vorsitzende Jochen Teroerde. Gemeint sind die Ränder von Wirtschaftswegen, die zumeist in städtischem Besitz sind und die eigentlich als Blühstreifen der Natur dienen sollen. Teilweise werden die Streifen aber von Landwirten, die daneben ihre Felder haben, mitbewirtschaftet. Ein Ärgernis für die Naturschützer.

Auch die Stadtverwaltung drängt die Grundbesitzer immer mehr dazu, auf die Grenzen zu achten. „Im Rahmen von Luftbildauswertungen wird immer wieder festgestellt, dass Anliegerinnen und Anlieger sowie Landwirtinnen und Landwirte öffentliches Eigentum nutzen“, heißt es aus dem Rathaus auf Anfrage der BZ. Um dem entgegenzuwirken, sollen künftig immer dort, wo Ausbesserungsarbeiten an Wirtschaftswegen stattfinden, auch gleich die Grundstücksgrenzen genau bestimmt werden. Dafür setzt die Stadtverwaltung seit etwa einem Jahr ein satellitengestützes Gerät ein.

Ist die Grenze ermittelt, werde das Gespräch mit dem Eigentümer gesucht, erklärt Maria Mertens von der Stadt Borken. Sie geht davon aus, dass Landwirte nicht immer absichtlich über die Grenzen ihrer Äcker hinwegpflügen. Häufig seien die Grenzen nicht eindeutig festzustellen. Dennoch gelte der Grundsatz: Wegerandstreifen sind kein Raum für Pflug, Schlegel und Rasenmäher. Die ermittelten Grenzen werden daher mit kleinen Pfählen markiert. In der Vergangenheit sind einige dieser Markierungen aber unbemerkt wieder entfernt worden. Als nächster Schritt kommen größere Zaunpfähle zur Kennzeichnung der Grenzen infrage, erklärt Maria Mertens. Durch die Markierungen „können Feldraine und Wegränder ,wiederbelebt‘ werden und damit auf kommunaler Fläche die Artenvielfalt steigern, Rückzugsräume bieten und einen Beitrag zur Biodiversität leisten“, so die Stadtverwaltung.

Mit den Landwirten habe sie schon auf mehreren Winterversammlungen über das Problem gesprochen, berichtet Maria Mertens. Allerdings beschränke sich das Phänomen nicht nur auf die Landwirtschaft. Innerorts komme es vor, dass städtische Flächen zum Beispiel von Gartenbesitzern oder von Wohnmobilbesitzern als Stellplätze genutzt werden.

Jörg Sümpelmann, Geschäftsführer des landwirtschaftlichen Kreisverbandes, bestätigt, dass bei Versammlung der Landwirte über dieses Thema gesprochen wurde. Das Überschreiten von Grenzen passiere aber „in beide Richtungen“, sagt Sümpelmann. „Die Stadt ist auch auf Flächen von Bauern unterwegs.“ Das liege oft daran, dass Grenzen zwar im Kataster erkennbar seien, aber nicht draußen auf der Fläche.

Das „Überackern“ ist nicht nur in Borken ein Thema. 2016 prüfte der Kreis Coesfeld, wie viel an kommunaler Fläche von Landwirten in Anspruch genommen werden. Das Ergebnis: 212 Hektar.

Der Natur- und Vogelschutzverein beschäftigt sich nach wie vor mit Thema und lädt alle Interessierte zu einem Vortragsabend am 11. August (Donnerstag) ab 19.30 Uhr im Gasthaus Geers, Neustraße 2, in Gemen ein. Referentin ist Maria Mertens von der Stadt Borken.

E Die Stadt Borken weist darauf hin, dass der Geodatenatlas des Kreises Borken einen Überblick über Flächengrenzen gibt. Auf geodatenatlas.kreis-borken .de muss die Karte „Liegenschaftskataster“ ausgewählt werden. Dort muss unter „Karteninhalt“ als Grundkarte „Luftbilder“ ausgewählt werden.

Vortrag: Wildbienen kennen lernen und schützen

Veröffentlicht am 02. Mai 2022 in der Kategorie Aktuelles
Foto: Volker Fockenberg

Insektensterben: Abnahme der Fluginsekten seit 1990 um mehr als 75%!

Der Natur- und Vogelschutzverein Kreis Borken e.V. und die Montessori-Gesamtschule Borken möchten Wildbienen effektiv helfen und Lebensraum für Insekten schaffen und optimieren.

Mit einem kurzweiligen und informativen Programm begeistert Zoologe Volker Fockenberg für Wildbienen und deren Schutz.

Do, 12.5.2022, 19:30 Uhr
in der Aula der
Montessori-Gesamtschule Borken
Röwekamp 14

Eintritt frei!
-Spenden sind gern gesehen-

Borkener Zeitung vom 17. Dezember 2021

Veröffentlicht am 24. Dezember 2021 in der Kategorie Presse

Viele Arten für den Garten

Natur- und Vogelschutzverein präsentiert Saatgutmischung

Blühende Wiesen sind nicht nur eine Bereicherung des Landschaftsbildes, sondern liefern auch einen Beitrag zum Naturschutz – davon ist Jochen Teroerde überzeugt. Der Vorsitzende des Natur- und Vogelschutzvereins und seine Vereinskollegen kontaktierten einen Saatguthersteller, um eine spezielle „Borkenmischung“ für Wiesenkräuter zusammenzustellen. Den Mix aus 19 Arten will der Verein erstmals an diesem Samstag an seinem Quartier, dem Wedemhoveturm am Stadtpark, verkaufen.

Vorerst sollen 300 Portionen in Umlauf – und in die Erde – gebracht werden. Sie kosten jeweils 2,95 Euro und reichen für 20 Quadratmeter. Enthalten sind unter anderem die Gewöhnliche Schafgarbe, Kornblume, Klatschmohn, Spitzwegerich und Kuckucks-Lichtnelke. Die Arten seien auf die regionalen Böden und das hiesige Klima abgestimmt, so Teroerde. 100 Briefumschläge mit Samen will der Verein selbst verteilen, jeweils dieselbe Anzahl werden in den Borkener Gartencentern Haddick und Wansing angeboten. Unterstützt wird die Aktion von der Stadt Borken.

Zu den Portionen gibt es eine Anleitung für die Neuanlage von Blumenwiesen. Der nächste geeignete Zeitraum für die Aussaat liegt demnach zwischen Februar und Mai. Breitwürfig per Hand kann jeweils die Hälfte des Saatgutes einmal längs und einmal quer über die Fläche gesät werden. Für den nötigen Bodenkontakt ist ein Anwalzen erforderlich. Ebenfalls erforderlich ist Geduld: Die ersten Keimlinge erscheinen bei feuchter Witterung nach zwei bis drei Wochen. Die Entwicklung der Wildpflanzen erstreckt sich über eine ganze Vegetationsperiode. Einige Samen haben harte Schalen und keimen erst im folgenden Frühjahr.

Die Samentütchen werden am morgigen Samstag von 10 bis 13 Uhr im Wedemhoveturm und am Donnerstag, 23. Dezember, von 15 bis 16.30 Uhr auf dem Feierabendmarkt verkauft.

Borkener Zeitung vom 3. November 2021

Veröffentlicht am 07. November 2021 in der Kategorie Presse

Natur- und Vogelschutzverein öffnet Beobachtungshütte

Unbemerkt den Tieren zuschauen

Für Vogelbeobachtungen dürfte es in Borken kaum einen besseren Platz geben als die Hütte, die der Natur- und Vogelschutzverein gebaut hat. Hinter einer verspiegelten Scheibe sitzen Naturfreunde unbemerkt von der Tierwelt. Die handschriftlichen Eintragungen in einem ausliegenden Notizbuch belegen, dass es sich lohnt, eine Weile auf der Holzbank auszuharren. Mehrere Specht-Arten werden aufgeführt, der Eichelhäher wird genauso genannt wie der Kernbeißer. Und: „Eisvogel fischt erfolgreich.“

„38 Vogelarten wurden hier gesichtet“, erklärt Edmund Schroer, Kassierer des Natur- und Vogelschutzvereins. Seitdem der Verein die Vogelgehege im Stadtpark wegen Personal-Engpässen aufgegeben hat, widmen sich die Mitglieder verstärkt dem Biotop zwischen der Duesberg-Sporthalle und dem Schniggenteich. Die tägliche Versorgung von Tieren fällt hier weg. Die Aktiven sorgen dafür, dass sich die heimischen Vögel wohlfühlen und beobachtet werden können.

Bei dem etwa 50 mal 50 Meter großen Areal handelt es sich um den ehemaligen Schulgarten der Duesberg-Hauptschule. In den zurückliegenden Jahren blieb die Fläche ungenutzt und wurde von einigen Zeitgenossen als Müllkippe missbraucht. Kuriose Dinge mussten die Vereinsmitglieder entsorgen, wie Schroer aufzählt: „Teppichreste, Schaufensterpuppen, Schubkarren…“ In dem kleinen Teich mitten auf dem Gelände lagen tonnenweise Pflastersteine.

Nachdem der Müll beseitigt war, fingen die Vereinsmitglieder an, das Grundstück vogelgerecht herzurichten. Futterplätze gibt es nun, ebenso Brutröhren und einen Ansitz über dem Wasser für den Eisvogel. Kernstück des Biotops ist die zwei mal dreieinhalb Meter große Holzhütte. „Den Boden haben wir extra tiefer gelegt“, sagt Schroer. Wer sich auf eine der Holzbänke setzt, befindet sich fast auf einer Ebene mit der Wasseroberfläche. Die verspiegelte Scheibe bietet einen geschützten Blick in die Natur. Daneben lassen sich zwei Klappen von innen hochziehen, so dass Fotografen ihre Objektive durch Luken nach draußen halten können. Eine davon ist mit einem Tarnnetz versehen. Mit Spenden und eigenen Mitteln hat der Verein das Holzhäuschen finanziert.

Die Hütte steht schon seit eineinhalb Jahren. Bislang stand sie nur Mitgliedern des Natur- und Vogelschutzvereins zu Verfügung. Das soll sich nun ändern. Gegen eine Spende haben alle Naturfreunde die Möglichkeit, sich einen Schlüssel für die Hütte auszuleihen. Edmund Schroer empfiehlt die frühen Morgenstunden für eine Vogel-Erkundung. „Es ist aber kein Selbstläufer“, sagt er, „man muss schon Geduld haben.“ Mit ein wenig Glück kann man dann auch eine Begegnung mit einem Eisvogel oder einem anderen besonderen Gast notieren. Anfragen können unter der Nummer 02861/2859 gestellt werden.