Aktuelles

Borkener Zeitung vom 26. Mai 2021

Veröffentlicht am 30. Mai 2021 in der Kategorie Presse

Auf Fotos von Vogelnestern und Brut besser verzichten

Vogelschützer warnen vor Gefährdung von Jungvögeln

BORKEN (pd/era). Überall brüten im Moment die Vögel. Die ersten Jungvögel haben auch bereits ihr Nest verlassen und wirken oft hilflos, wenn sie auf dem Rasen oder auf Ästen und Zweigen herumsitzen. Was soll man nun tun, um ihnen zu helfen? Für Vogelkundler Hans-Wilhelm Grömping und Jochen Teroerde vom Natur- und Vogelschutzverein ist die Antwort klar: „Viele von ihnen brauchen keine Hilfe und das Beste ist es, nichts zu tun. Denn die Jungen von zum Beispiel Amsel oder Rotkehlchen verlassen ihr Nest, wenn sie kaum noch Flaumfedern aufweisen, aber auch noch nicht voll flugfähig sind. In der Phase, in der sie im Nest laut betteln und mögliche Feinde wie Elstern, Krähen oder Katzen auf sich aufmerksam machen, ist es besser, sich in alle Richtungen zu verstreuen. So erbeutet die Krähe oder die Katze nicht gleich alle, sondern immer nur einen Jungvogel, und die Brut ist nicht gleich komplett vernichtet“, so Grömping. Was man tun könne, sei einen auf dem Rasen oder der Straße um Futter bettelnden Jungvogel in einen sichereren Grünbereich in der Nähe zu setzen. „Die Eltern werden ihn finden“, so Teroerde. Vögel störten sich nicht am menschlichen Geruch, deshalb brauche man keine Bedenken zu haben, den Jungvogel zu berühren, so der Vogelkenner.

Hat man im Garten ein besetztes Nest mit Eiern oder Jungvögeln entdeckt, „sollte man sich unbedingt schnell wieder entfernen, um jeden zusätzlichen Stress für die Vogelfamilie zu vermeiden. Abstand halten und so wenig wie möglich stören ist die Devise“, betont Grömping. Da es gemäß Bundesnaturschutzgesetz verboten ist, Nester und Gelege zu zerstören und die Eltern im Brutgeschäft zu belästigen, sollte man unbedingt auch Vogelfotografie am Nest unterlassen, rät er. „Heutzutage hat fast jeder immer eine Kamera dabei, die Fotos bester Qualität ermöglichen. Da sind viele bestrebt, besondere Fotos zu machen und in sozialen Netzwerken zu zeigen. Den Vogel auf der eigenen Terrasse mag das möglicherweise kaum beeinträchtigen, aber durch Nestfotografie werden viele Gelege aufgegeben und Junge gefährdet“, sagt Grömping. Teroerde: „Verzichten Sie also bitte unbedingt auf Nestfotos. Kein noch so schönes Foto rechtfertigt die Gefährdung unserer Vögel.“

Borkener Zeitung vom 20. April 2021

Veröffentlicht am 26. April 2021 in der Kategorie Presse

Brut- und Lebensräume sind tabu

Vogelschützer mahnt zu mehr Achtsamkeit in der Natur

Vor einigen Jahrzehnten war die heimische Landschaft noch wesentlich vielseitiger als heute. In den 1960ern und 1970ern gab es (nicht nur) im Münsterland zahlreiche feuchte Wiesen und Weiden, deren flache Blänken vor allem im Herbst und Frühjahr zeitweise unter Wasser standen, teilt Jochen Teroerde vom Natur- und Vogelschutzverein mit.

Diese Zeiten seien lange vorbei. Im Borkener Raum gebe es nur noch wenige solcher Gebiete – zum Beispiel den Becking, so Teroerde weiter. Stadt und Bürgerschaft sollten froh sein, dieses naturnahe Gebiet noch zu haben, meint der Vogelkundler, doch ergänzt er zugleich: „Der Natur wird immer weniger Raum gelassen. Deshalb ist es umso wichtiger, sie zu schützen. Auf der anderen Seite ist der Wunsch nach Erholung natürlich auch zu verstehen- gerade in der jetzigen Corona-Zeit. Aber: Jeder Erholungssuchende muss nach dem Landesnaturschutzgesetz auf die Belange der Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigten Rücksicht nehmen“, betont Teroerde. Dazu frage sich ein jeder selbst: „Wenn das mein Feld oder meine Wiese wäre, fände ich es dann toll, wenn Fremde sich auf meinem Grund so verhielten, wie ich das gerade vorhabe?“

Daher appelliert der Natur- und Vogelschutzverein an die Vernunft. Er bittet Fußgänger, auf den Wegen zu bleiben und bedauere es sehr, dass einige Menschen, ob jetzt mit oder ohne Hund, über Äcker und durch Wiesen, wie zum Beispiel in den Aa-Auen des Borkener Beckings, gehen. Im Becking sind neben den bekannten Graugänsen seltene Vogelarten wie die Bekassine und der Rotschenkel und die vom Aussterben bedrohten Kiebitze zu beobachten. Früher habe es im Becking zahllose Kiebitze gegeben, jetzt seien nur noch wenige Exemplare dort zu sehen. Weil Kiebitze alt werden, werde deren langsames Aussterben nur von Experten wahrgenommen. Deshalb appelliert Teroerde an alle Spaziergänger und Tierhalter: „Bleiben Sie bitte auf den Wegen, erfreuen Sie sich an der Landschaft und betreten Sie auf keinen Fall Äcker und Wiesen.“

Buchvorstellung: Die Süßwasserfische Mitteleuropas

Veröffentlicht am 08. April 2021 in der Kategorie Bücher

Merkmale, Verbreitung und Lebensweise der häufigsten Arten

Ob Aal, Bachforelle, Grundel, Hecht oder Wels – dieses Buch stellt 68 Süßwasserfische vor, die in Mitteleuropa zu finden sind.
Axel Gutjahr unterscheidet zwischen fließenden Gewässern, wie Bächen oder Flüssen, und stehenden, also Seen, Tümpeln oder Teichen. Neben wichtigen Bestimmungsmerkmalen, ihrem dem Lebensraum angepassten Körperbau und den Verbreitungsgebieten beschreibt der Autor die bevorzugten Biotope und informiert über Nahrung und Laichzeit, aber auch über die faszinierenden Jagd- und Vermehrungsstrategien der häufigsten, in mitteleuropäischen Süßgewässern vorkommenden Wirbeltiere.
Dieser höchst informative Naturführer macht neugierig und regt dazu an, unsere heimischen Fische besser kennenzulernen.

Axel Gutjahr hat zwei agrarwissenschaftliche Studien absolviert und arbeitete u.a. als Fachschullehrer für Tierzucht in Stadtroda sowie als Assistent an der Uni Jena (Arbeitsgebiete: Verhaltensforschung, Wildtierhaltung, Fischzucht). Er publizierte bisher rund 2.600 Fachbeiträge sowie mehr als 60 Sachbücher, u.a. zu den Themen Nutz- und Heimtierhaltung, Pilzkunde, Vogelkunde und Hausgarten.

200 S., 210 farb. Abb., geb., 16,5 x 23 cm
ISBN 978-3-494-01852-2, Best.-Nr.: 494-01852
19.95 €

Buchvorstellung: Trockenstress bei Bäumen

Veröffentlicht am 07. April 2021 in der Kategorie Bücher

Ursachen • Strategien • Praxis

Seit den aktuellen Klima-Diskussionen und den Trockensommern 2018 bis 2020 ist ‚Trockenstress‘ DAS Thema. Viele Gemeinden und Städte sowie Wald- und Parkplaner sehen sich vor die Aufgabe gestellt, geeignete Bäume zu finden, die den erwarteten Klimaveränderungen trotzen und auch in 50 – 100 Jahren noch ihre Funktionen erfüllen können. Genau an diesem Punkt setzt dieses neuartige Buch an.
Nach einer genauen Definition von Trockenstress und Trockenstress-Anpassung und ausführlichen Beschreibungen von Anpassungsprozessen werden Handlungsempfehlungen geliefert, wie diesem Problem begegnet werden kann.

Abschließend erfolgt eine Bewertung von 250 Baumarten und 33 angepasste Favoriten werden vorgestellt. Dieser praktische Leitfaden möchte dazu beitragen, fundierte Entscheidungen zu treffen, wenn es um die Baumarten der Zukunft geht, und eine Hilfestellung geben, bei den vielen aktuellen Fragen zum Klimawandel und seinen Auswirkungen. Zielgruppe dieses Handbuches sind vor allem Dendrologen, Grünplaner, Landschaftsarchitekten, Park-, Wald- und Baumverantwortliche, Gartenbau- und Baumschulpraktiker, Studierende dieser Fachgebiete, ebenso aber auch interessierte Laien, Gartenbesitzer und Baumliebhaber.

Prof. Dr. Andreas Roloff ist ein international bekannter und anerkannter Baumexperte. Seit 1994 arbeitet er am Lehrstuhl für Forstbotanik an der TU Dresden. Er ist Direktor des Forstbotanischen und Forstzoologischen Instituts sowie des Forstbotanischen Gartens Tharandt. Andreas Roloff ist Autor zahlreicher dendrologischer Bücher.

288 S., 190 farb. Abb., 22 Tab., geb., 16,5 x 23 cm
ISBN 978-3-494-01858-4, Best.-Nr.: 494-01858
€ 29,95

Buchvorstellung: Spiele im Wald

Veröffentlicht am 06. April 2021 in der Kategorie Bücher

Über 100 abwechslungsreiche Erlebnis- und Bewegungsideen für Grund und Vorschulkinder

Unsere heimischen Wälder sind ideale Lern- und Erlebnisorte für Kinder, denn Kinder sind die geborenen Entdecker. Sie sind wissbegierig, spielen und bewegen sich gerne. Die in diesem Praxisbuch vorgestellten 108 Spiele sind so konzipiert, dass Lehrkräfte und Gruppenbetreuer ohne großen Aufwand – je nach Zielsetzung – stets ein geeignetes, an die Jahreszeiten angepasstes Spiel zur Hand haben.
Die Spiele vermitteln ökologische Zusammenhänge wie auch biologische Kenntnisse zu den heimischen Pflanzen und Tieren und sind meistens mit Bewegungsaufgaben verbunden, sodass auch die sportliche Betätigung nicht zu kurz kommt.
Die 3. Auflage wurde sorgfältig überarbeitet.

Gisela Tubes hat an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster Diplom-Landschaftsökologie studiert und lebt seit 1989 in Detmold. Sie ist als Autorin für Zeitungen, Zeitschriften und öffentliche Institutionen tätig. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf ökologischen Themen, vor allem der Wildpflanzenkunde.

136 S., 320 farb. Abb., 7 Tab., kart., 21 x 29,7 cm
ISBN 978-3-494-01871-3, Best.-Nr.: 494-01871
19.95 €

Borkener Zeitung vom 6. März 2021

Veröffentlicht am 10. März 2021 in der Kategorie Presse

So viel mehr als ein Star-Fotograf

Porträt Vogelkundler Hans-Wilhelm Grömping

Im Gras liegen. Oder im Auto sitzen. Oder am Fenster. Kamera und Teleobjektiv ausrichten. Den Finger am Auslöser halten. Warten. Hoffen, dass sie sich zeigen. Eisvogel, Buntspecht oder Grauschnäpper. Birkenzeisig, Ohrenlerche oder Gelbspötter. Amsel, Drossel, Fink und Star. Und überhaupt: die ganze Vogelschar. Bei Hans-Wilhelm Grömping (66) lässt sich dieser Reim wörtlich nehmen. Wenn jemand Geduld beweist, Vögel zu beobachten und zu fotografieren, dann ist es Grömping. Er könne da schon mal die Zeit vergessen, sagt er. Manchmal auch das Essen und Trinken.

Der pensionierte Pädagoge ist seit Jahrzehnten passionierter Vogelkundler und Naturfotograf. „Allein von Rotkehlchen habe ich wohl 5000 Bilder gemacht“, sagt Grömping, und es klingt ein bisschen so, als wundere er sich über sich selbst. Die Leidenschaft für die Natur habe er von Kindheit an. Vielleicht habe das an seinem Lehrer gelegen. „Als ich als Junge ein Fernglas geschenkt bekam, ging es richtig los“, erinnert er sich. In seinem Interesse für die Natur sei er aber nicht „gnadenlos einseitig“. Auch „Pflanzen, Käfer, Schmetterlinge“ würde er in den Fokus nehmen. Wobei er Pflanzen als Fotomotiv auf Dauer nicht mehr so spannend fand: „Die bleiben bedauerlicherweise stehen“, sagt Grömping und lächelt leise.

Mit seiner Fotosammlung, die sich inzwischen in Terabytes bemisst, will Grömping einen Beitrag zur Dokumentation der Artenvielfalt leisten – und damit zugleich zeigen, dass sie bedroht ist. „Mehr als 500 Vogelarten gibt es in Europa. Zu den artenreichsten Ländern Mitteleuropas gehört Deutschland mit mehr als 300 nachgewiesenen Brutvogelarten: 243 Arten brüten regelmäßig, 25 unregelmäßig“, rechnet Grömping vor. Auf seiner Homepage naturschule.com hat Grömping inzwischen 378 selbst fotografierte Arten auf seiner „Haben-Seite“. Hinzu kommen viele weitere Spezies von seinen Reisen inner- und außerhalb Europas. Es sei „pures Glück“, wenn es ihm gelinge, eine für ihn neue Vogelart zu fotografieren. Manche fehlt noch, wie der Feldschwirl. Den bräunlichen, etwa spatzengroßen Vogel, der ein heuschreckenartiges „Sirrrr“ vernehmen lässt, habe er bedauerlicherweise noch nie vor die Linse bekommen.

Grömpings Haus am Sonnenbrink wirkt mitsamt dem großen naturbelassenen Grundstück wie eine Oase inmitten einer ausgeräumten Landschaft. Hecken, Sträucher, knorrige Baumstämme bieten Vögeln Nahrung und Unterschlupf. Grömping kommt auf 35 bis 40 Arten, die er praktisch vor seiner Nase schon hat beobachten können. Inklusive der Schleiereule auf dem Dachboden und einem Kauz, der in einem uralten Birnbaum auf der Weide nebenan eine Niströhre in Beschlag nimmt. Im Winter legt Grömping gern Futter aus – in erster Linie den Vögeln zuliebe, aber auch wegen der dann besseren Beobachtungsmöglichkeiten.

Was macht nun ein gutes Vogelfoto aus? „Das liegt vor allem im Auge des Betrachters“, antwortet Grömping diplomatisch. Besonders im Sommer sei der frühe Morgen die beste Zeit zum Fotografieren, „nicht nur, weil Vögel dann am aktivsten sind, sondern weil dann das Licht weich ist und man harmonische Farben erhält“, erklärt der Fachmann. Der Fokus der Kamera sollte immer auf dem Auge des Vogels liegen. Das Auge sollte „blinken“. Heißt: Statt eines schwarzen Kreises wirkt ein kleiner weißer Reflektionspunkt lebendig. Wichtig ist auch die Perspektive. Der Vogel sollte auf gleicher Höhe und nicht von oben oder unten fotografiert werden. „Tolle Fotos entstehen vor allem dann, wenn man eine interessante, spannende Szene einfangen kann wie zum Beispiel einen Rivalenkampf von Rebhuhn-Hähnen, die Balz von Kranichen, eine Verfolgungsjagd oder die Ergreifung der Beute durch einen Falken“, nennt Grömping Beispiele aus seinem Erfahrungsschatz. „Auch wenn Altvögel flügge Jungvögel füttern, wird’s immer spannend.“

Ganz wichtig für Grömping: Ein Foto muss unter natürlichen Bedingungen zustandekommen. Sitze ein Rotkehlchen in einer Menge von Sonnenblumenkernen, mit denen es gefüttert wird, spreche ihn dieses Foto nicht an. Ein Tabu ist es für Grömping zudem, an Nestern oder deren Umgebung zu fotografieren. Das könne dazu führen, dass die Eltern die Brut aufgeben beziehungsweise tierische Räuber die Eier entdeckten. „Kein Foto rechtfertigt eine solche Störung“, mahnt Grömping.

Um die Vögel vor die Kamera zu bekommen, sollte sich der Fotograf, wenn er sich schon nicht unsichtbar machen kann, möglichst unauffällig verhalten. „Gute Fotos kann man auch aus dem Auto heraus machen“, weiß Grömping aus Erfahrung. Sich nähernde Autos führten bei Vögeln nicht generell zu Fluchtreaktionen, man könne sich vorsichtig annähern, bevor man anhält. Auf stark befahrenen Straßen und im dichten Verkehr verbiete sich eine solche Methode natürlich. „Aber den ein oder anderen Mäusebussard oder Silberreiher kann man so schon vom Feldweg aus erwischen“, sagt Grömping. Eine andere Methode: Tarnung. Zum Beispiel mittels eines Tarnzeltes. Das könne aber den unerwünschten Effekt haben, dass der Fotograf den Vogel seiner Begierde gar nicht vor die Kameralinse bekomme, weil dieser ausgerechnet das Tarnzelt zu seiner Sitzwarte erkoren habe. „Manche Fotografen tarnen sich auch selbst mit Tarnanzügen und schwärzen ihr Gesicht, müssen dann aber mit SEK-Einsätzen oder zumindest verschreckten Passanten rechnen, wenn die Tarnung nicht perfekt war“, berichtet Grömping von den Kuriositäten seiner Zunft.

Ein Riesenvorteil seien natürlich Kenntnisse über das Verhalten der Arten. Grömping macht das an einem Beispiel fest: „Ich muss erstens wissen, wann Blaukehlchen aus ihrem Winterquartier zurückkehren, zweitens, welcher Lebensraum für das Blaukehlchen geeignet ist, denn nur dort finde ich Blaukehlchen, drittens den Gesang des Blaukehlchens kennen, um es in seinem Lebensraum zu finden und viertens in dem knappen Zeitfenster vor Ort sein, in dem Blaukehlchen singen.“

Neben vielen großformatigen Vogelfotos an den Wänden seines Beobachtungspostens fallen dort auch Aufnahmen einer Spezies in königsblauem Farbenkleid auf: Fußballspieler des einst glorreichen FC Schalke 04. Bordon, Rafinha und viele mehr – als „Kiebitz“ auf dem Trainingsgelände hat Grömping die Stars vor Jahren schon vor die Linse bekommen. „Hast du die Fotos dabei?“ habe ihm Rafinha bei einem erneuten Besuch zugerufen.

Auf beziehungsweise über Schalke könne man durchaus interessante Vögel beobachten, das habe ihm ein anderer Ornithologe mal erzählt. Bei einem offenbar (flügel-)lahmen Spiel schweifte der Blick in den Himmel über der Arena. Dort habe der Mann interessante „Überflieger“ entdeckt: Odinshühnchen – arktische Schnepfenvögel. So schnell, wie sie beim S04 auftauchten, waren sie schon wieder weg.

Borkener Zeitung vom 3. März 2021

Veröffentlicht am 06. März 2021 in der Kategorie Presse

Kröten und Molche wandern

Mit dem beginnenden Frühling startet auch die jährliche Wanderung von Kröten, Fröschen und Molchen. Naturschützer mahnen aktuell deshalb in Bereichen, wo sich Teiche in der Nähe befinden, zu besonderer Vorsicht. Der Natur- und Vogelschutzverein hat erneut einen Krötenschutzzaun an der Straße am Galgenberg aufgebaut. Dort sammeln freiwillige Helfer die Kröten und Molche ein, die zu ihrem Laichgewässer in der Nähe wandern, und bringen sie sicher ans Ziel. „Am besten wäre es im Moment eigentlich, wenn die Straße gesperrt würde“, sagt der Vereinsvorsitzende Jochen Teroerde. Das Bild zeigt einen kleinen Teichmolch, der in einem der am Zaun vergrabenen Eimer aufgelesen wurde.

Borkener Zeitung vom 9. Februar 2021

Veröffentlicht am 22. Februar 2021 in der Kategorie Presse

Erste Hilfe für Gartenvögel

Experte rät zu ausgiebiger Fütterung

„Die Vögel leiden große Not.“ Hans-Wilhelm Grömping (66) kann die aktuelle Situation aus jahrzehntelanger Erfahrung einschätzen. Die Schneedecke ist zwar gerade mal zwei Tage alt, doch für Amseln, Drosseln, Finken und viele andere Arten ist die Grasnarbe zur Nahrungssuche bis auf weiteres unerreichbar. Je kleiner der Vogel, desto geringer die Reserven: „Deshalb sollte man besser jetzt als gleich mit dem Füttern beginnen“, rät der Vogelkundler.

Mehrmals täglich bestückt Grömping in seinem eingeschneiten Domizil am Sonnenbrink die verschiedenen Futterstellen. Auch aus Eigeninteresse, lockt er so doch zahlreiche Arten vor seine Kameralinse. Neben den Stammgästen kann er auch eher seltenen Besuch beobachten, so zum Beispiel den Kernbeißer.

Gutes Futter für Singvögel sind, so Grömping, Erdnusskerne, Walnüsse, Sonnenblumenkerne (man kann auch welche ohne Schalen bekommen, die den Vorteil haben, dass auf der Terrasse kein Dreck anfällt), verschiedene Saaten und Fertigmischungen, Hafer, Getreidekörner, Haferflocken und Fett. Nüsse fressen fast alle Vögel sehr gern, da sie fett- und nährstoffreich sind. Saaten und Getreidekörner mögen Finken, Sperlinge, Tauben, Fasane, Meisen und weitere Arten.

Exzellentes Vogelfutter sind auch Vogel- und Holunderbeeren. Diese ließen sich im Herbst sammeln und einfrieren, falls Platz in der Gefriertruhe ist. Empfehlenswert sind außerdem Äpfel, ungespritzte Weintrauben und andere Sorten. Auch wenn die Obststückchen in der Luft gefrieren, kämen die Tiere gut damit klar.

Um „Fettfutter“ zuzubereiten, holt sich Grömping für wenig Geld ungesalzenen Rindertalg vom Metzger. Daheim schmilzt er ihn und gießt ihn in Kokosnusshälften. Darin vermischt er Walnüsse – „die habe ich immer reichlich, weil wir einen gut tragenden Baum im Garten haben“, so Grömping. Geeignet sind zudem Erdnüsse und Sonnenblumenkerne ohne Schalen, teils auch getrocknete Mehlwürmer und Rosinen. An das Fettfutter, das man auch einfach unter Rinde und Borke drücken kann, gehen sämtliche Meisen, Spechte, Baumläufer, Rotkehlchen und auch Heckenbraunellen. Bei fertigem Fettfutter wie Meisenknödeln sei es wichtig, Netze zu vermeiden, da sich Vögel darin verheddern können und Müll anfällt. Das Körnerfutter sollte man den Vögeln geschützt anbieten – zum Beispiel in Futtersilos. Zur Not auch in Futterhäusern, die man dann von Zeit zu Zeit reinigen sollte. Man kann auch einen einfachen Unterstand anbieten, unter den man das Futter auslegt. Der Vorteil sei dann, dass in der Nacht Mäuse an die Saaten gehen und sich somit Eulen Beutemöglichkeiten bieten.

Ein absoluter, wenngleich nicht ganz billiger Leckerbissen für seine Gartenvögel seien Mehlwürmer, die man im Zoohandel oder Internet kaufen kann. Rotkehlchen, Amseln, Heckenbraunellen, aber auch Feld- und Hausperlinge und selbst Buchfinken würden sie sehr gern fressen. „Die Rotkehlchen kommen sogar in mein Zimmer, wenn ich die Fenster öffne und sie die Mehlwürmer sehen können, oder fressen diese sogar aus der Hand“, so Grömping.

Link zum Artikel auf www.borkenerzeitung.de

HelferInnen im Amphibienschutz gesucht

Veröffentlicht am 03. Januar 2021 in der Kategorie Aktuelles

Auch in Corona Zeiten muss so manches geplant werden. So plant der Natur- und Vogelschutzverein bereits jetzt für den Amphibienschutz im Februar:

Zäune müssen aufgebaut und anschließend über einen gewissen Zeitraum kontrolliert werden, um das Überleben von Erdkröte und Co zu sichern. Das ist aber keine Daueraufgabe, sondern wird gemeinsam organisiert. Wer sich bei dieser interessanten, wie auch notwendigen Aktion beteiligen möchte, melde sich bitte nach den Feiertagen unter 02861/2859 oder über unser Kontaktformular.

Buchvorstellung: Vogelbestimmung für Einsteiger

Veröffentlicht am 18. Dezember 2020 in der Kategorie Bücher

30 Arten einfach erkennen

Vögel sind fast immer und überall zu sehen. Gerade diese Vielfalt macht es Anfängern schwer, die Arten rasch und treffsicher voneinander zu unterscheiden. Anita Schäffer stellt in diesem Buch vollständig neue Wege vor, um sich 30 häufige Vogelarten, von denen viele täglich anzutreffen sind, anhand ihrer auffälligsten Merkmale einzuprägen. Hierbei geht die Autorin äußerst methodisch vor und beschreibt typisches Verhalten, auffälliges Aussehen, markante Stimmen oder eindeutige Lebensräume. Mit diesen Erkennungshilfen ausgestattet können sich alle an unserer Vogelwelt Interessierten, insbesondere Einsteiger, bald in unserer faszinierenden Vogelwelt zurechtfinden und darüber freuen, dass die eigene Artenliste immer länger wird.

Anita Schäffer ist Diplom-Ingenieurin für Forstwirtschaft und arbeitet im Bereich Printmedien und Entwicklung von Umweltbildungsmaterialien für Kinder und Erwachsene. Schwerpunkte liegen dabei auf Vogelkunde und der Naturbeobachtung vor der Haustür.

104 S., 334 farb. Abb., kart., 12 x 19 cm
ISBN 978-3-494-01813-3, Best.-Nr.: 494-01813
9.95 €