Aktuelles

Buchvorstellung: Heimische Schmetterlinge in ihren Lebensräumen

Veröffentlicht am 13. September 2021 in der Kategorie Bücher

entdecken und erkennen

Schmetterlinge sind faszinierende Insekten und zugleich Zeiger für intakte Ökosysteme. Ihre Formenvielfalt, Pracht und Artenfülle sind einzigartig. Sie zu beobachten und zu bestimmen ist eine reizvolle Beschäftigung für Jung und Alt – und lehrreich dazu! Mit Hilfe dieses neuen Bestimmungsbuches gelingt es, über 300 repräsentative Arten Deutschlands in ihren Lebensräumen zu entdecken und richtig zuzuordnen. Nach ausführlichen Informationen über den Körperbau, Ei-, Raupen- und Puppenstadium, Partnerfindung, Fressfeinde und Lebensräume der Schmetterlinge werden die einzelnen Arten ausführlich beschrieben. Alle Porträts – von brillanten Fotos begleitet – geben zusätzlich an, wann die Flugzeiten und Raupenstadien sind und ob die jeweilige Art als gefährdet gilt. Viele zusätzliche Informationen bringen diese schönen und beeindruckenden Lebewesen den Naturliebhabern näher und zeigen wie unsere heimischen Schmetterlinge besser geschützt werden können.

Wolfgang Willner ist Naturfotograf und -filmer und beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit der heimischen Flora und Fauna. Seine besondere Begeisterung gilt den Schmetterlingen. Er ist außerdem ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Bund Naturschutz in Bayern e.V.

432 S., ca. 292 farb. Abb., geb., 12 × 19 cm
ISBN 978-3-494-01659-7, Best.-Nr.: 494-01659
24.95 €

Buchvorstellung: Fledermäuse ganz nah

Veröffentlicht am 12. September 2021 in der Kategorie Bücher

51 europäische Arten schnell und sicher unterscheiden

Fledermäuse sind echte Sympathieträger. Ihre Fähigkeit, sich im Dunkeln mittels Echoortung fortbewegen zu können, macht sie zu Jägern der Nacht. Dieses kompakte Bestimmungsbuch des anerkannten Fledermausexperten Klaus Richarz ermöglicht eine sichere Bestimmung aller in Europa vorkommenden Fledermausarten. Diese werden ausführlich beschrieben und anhand von brillanten Fotos vorgestellt. Ein Kapitel setzt sich mit der Frage „Fledermäuse als Coronaviren-Träger?“ auseinander. Zahlreiche Praxistipps, Beobachtungsvorschläge und eine Einführung in die Bestimmungstechnik runden dieses Werk ab.

Dr. Klaus Richarz leitete 22 Jahre die Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist er bis heute in zahlreichen Naturschutzgremien und -organisationen tätig. Seit vielen Jahren schreibt er Sachbücher zu den Themen Fledermäuse, Vögel, Naturschutz und Naturerleben, die in mehr als zehn Sprachen übersetzt wurden.

143 S., 80 farb. Abb., 20 s/w Abb., 1 Tab., 38 Karten, kart., 14,8 x 21 cm
ISBN 978-3-494-01861-4, Best.-Nr.: 494-01861
€ 9,95

Buchvorstellung: Die Dosis macht das Gift

Veröffentlicht am 31. Juli 2021 in der Kategorie Bücher

Heilende Pflanzen im Spiegel der Geschichte

„Nur die Dosis macht das Gift!“
Diese Erkenntnis des Theophrastus Bombast von Hohenheim, besser bekannt unter dem Namen „Paracelsus“, führte im 16. Jahrhundert zu tiefgreifenden Veränderungen in der Medizin, da man seinerzeit auf den Einsatz von Naturstoffen – überwiegend auf pflanzlicher Basis – angewiesen war. Bis heute lässt sich die Frage: „Welche Pflanze ist eine Heilpflanze und welche ist giftig?“ nicht immer leicht und eindeutig beantworten.

Genau dort setzt Siegfried G. Schäfer, promovierter Pharmakologe und Toxikologe, mit diesem Buch an: Angereichert mit zahlreichen Anekdoten, nimmt er vom „Alpenveilchen“ bis zur „Zaunrübe“ 31 Pflanzen genau unter die Lupe, beschreibt sie mit allen Inhaltsstoffen und deren Wirkung und lässt die Leserschaft an vielfältigen historischen Beobachtungen teilhaben.

Ein wichtiges Buch also, welches die heutigen Perspektiven der Pflanzenmedizin auf der Grundlage ihrer jahrhundertealten Geschichte aufzeigt und lehrreiche Hintergrundinformationen für diejenigen bereithält, die sich aufgrund ihrer Ausbildung, der beruflichen Praxis oder aus persönlichem Interesse heraus intensiv mit Natur- und Pflanzenheilkunde beschäftigen.

Prof. Dr. Dr. Siegfried Schäfer hat viele Jahre als Professor für Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Hamburg gelehrt. Sein Engagement für die Toxikologie fand seinen Niederschlag auch in seiner mehr als zehnjährigen Mitgliedschaft im Vorstand der deutschen Gesellschaft für Toxikologie. Er ist u.a. Mitherausgeber des ersten Lehrbuchs „Toxikologie“ der BRD, welches seit mehr als 20 Jahren das bestimmende Standardwerk im deutschsprachigen Raum ist.

176 S., ca. 140 farb. Abb., geb., 14,8 x 21 cm
ISBN 978-3-494-01856-0, Best.-Nr.: 494-01856
19.95 €

Buchvorstellung: Die Vögel Mitteleuropas

Veröffentlicht am 31. Juli 2021 in der Kategorie Bücher

Das große Fotobestimmungsbuch

Dieses nach neuesten Erkenntnissen konzipierte Fotobestimmungsbuch stellt die 614 in Mitteleuropa vorkommenden Vogelarten in lebensraumorientierten Fototafeln detailliert vor. Hierbei werden nicht nur die unterschiedlichen Federkleider gezeigt, sondern der Blick sofort auf die durch Hinweispfeile in den Bildern kenntlich gemachten Unterscheidungsmerkmale gelenkt. Die Reihenfolge, in der die Arten abgehandelt werden, folgt der aktuellen Artenliste der Vögel Deutschlands.

Neben den notwendigen Informationen über Status, Lebensräume und Verwechslungsmöglichkeiten unterstützen Verbreitungskarten und Balkendiagramme, die u. a. die zeitliche Anwesenheit der Vögel aufzeigen, eine sichere Ansprache. Kleine blaue Hinweisnummern hinter den Vogelnamen verweisen auf die entsprechende Artnummer im Buch „Die Vögel Mitteleuropas im Porträt“ von Hans-Joachim Fünfstück und Ingo Weiß, welches weiterführende Informationen zur Ökologie und Lebensweise der Tiere bereithält.

Bestimmungsrelevante Vogelstimmen sind über QR-Codes aufrufbar und neben den deutschen und wissenschaftlichen Vogelnamen sind auch die englischen, französischen, spanischen und italienischen Bezeichnungen angegeben. Damit ist dieses Buch, dessen Informationsgehalt weit über den einfacher Bestimmungsbücher hinausgeht, ein nützlicher Begleiter für alle Vogel- und Naturfreunde.

Dr. Wolfgang Fiedler ist Biologe am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell. Er leitet dort die Zentrale für Tiermarkierungen. Sein wissenschaftliches Interesse liegt im Bereich der Tierwanderungen und hier insbesondere beim Vogelzug.

Hans-Joachim Fünfstück ist Mitarbeiter der Staatlichen Vogelschutzwarte Garmisch- Partenkirchen/ Landesamt für Umwelt. Seit 1999 ist er zudem im Redaktionsteam der Zeitschrift Der Falke – Journal für Vogelbeobachter.

672 S., 2.234 farb. Abb., 437 Karten, geb., 14,8 x 21 cm
ISBN 978-3-494-01764-8 Best.-Nr.: 494-01764
€ 39,95

Borkener Zeitung vom 26. Mai 2021

Veröffentlicht am 30. Mai 2021 in der Kategorie Presse

Auf Fotos von Vogelnestern und Brut besser verzichten

Vogelschützer warnen vor Gefährdung von Jungvögeln

BORKEN (pd/era). Überall brüten im Moment die Vögel. Die ersten Jungvögel haben auch bereits ihr Nest verlassen und wirken oft hilflos, wenn sie auf dem Rasen oder auf Ästen und Zweigen herumsitzen. Was soll man nun tun, um ihnen zu helfen? Für Vogelkundler Hans-Wilhelm Grömping und Jochen Teroerde vom Natur- und Vogelschutzverein ist die Antwort klar: „Viele von ihnen brauchen keine Hilfe und das Beste ist es, nichts zu tun. Denn die Jungen von zum Beispiel Amsel oder Rotkehlchen verlassen ihr Nest, wenn sie kaum noch Flaumfedern aufweisen, aber auch noch nicht voll flugfähig sind. In der Phase, in der sie im Nest laut betteln und mögliche Feinde wie Elstern, Krähen oder Katzen auf sich aufmerksam machen, ist es besser, sich in alle Richtungen zu verstreuen. So erbeutet die Krähe oder die Katze nicht gleich alle, sondern immer nur einen Jungvogel, und die Brut ist nicht gleich komplett vernichtet“, so Grömping. Was man tun könne, sei einen auf dem Rasen oder der Straße um Futter bettelnden Jungvogel in einen sichereren Grünbereich in der Nähe zu setzen. „Die Eltern werden ihn finden“, so Teroerde. Vögel störten sich nicht am menschlichen Geruch, deshalb brauche man keine Bedenken zu haben, den Jungvogel zu berühren, so der Vogelkenner.

Hat man im Garten ein besetztes Nest mit Eiern oder Jungvögeln entdeckt, „sollte man sich unbedingt schnell wieder entfernen, um jeden zusätzlichen Stress für die Vogelfamilie zu vermeiden. Abstand halten und so wenig wie möglich stören ist die Devise“, betont Grömping. Da es gemäß Bundesnaturschutzgesetz verboten ist, Nester und Gelege zu zerstören und die Eltern im Brutgeschäft zu belästigen, sollte man unbedingt auch Vogelfotografie am Nest unterlassen, rät er. „Heutzutage hat fast jeder immer eine Kamera dabei, die Fotos bester Qualität ermöglichen. Da sind viele bestrebt, besondere Fotos zu machen und in sozialen Netzwerken zu zeigen. Den Vogel auf der eigenen Terrasse mag das möglicherweise kaum beeinträchtigen, aber durch Nestfotografie werden viele Gelege aufgegeben und Junge gefährdet“, sagt Grömping. Teroerde: „Verzichten Sie also bitte unbedingt auf Nestfotos. Kein noch so schönes Foto rechtfertigt die Gefährdung unserer Vögel.“

Borkener Zeitung vom 20. April 2021

Veröffentlicht am 26. April 2021 in der Kategorie Presse

Brut- und Lebensräume sind tabu

Vogelschützer mahnt zu mehr Achtsamkeit in der Natur

Vor einigen Jahrzehnten war die heimische Landschaft noch wesentlich vielseitiger als heute. In den 1960ern und 1970ern gab es (nicht nur) im Münsterland zahlreiche feuchte Wiesen und Weiden, deren flache Blänken vor allem im Herbst und Frühjahr zeitweise unter Wasser standen, teilt Jochen Teroerde vom Natur- und Vogelschutzverein mit.

Diese Zeiten seien lange vorbei. Im Borkener Raum gebe es nur noch wenige solcher Gebiete – zum Beispiel den Becking, so Teroerde weiter. Stadt und Bürgerschaft sollten froh sein, dieses naturnahe Gebiet noch zu haben, meint der Vogelkundler, doch ergänzt er zugleich: „Der Natur wird immer weniger Raum gelassen. Deshalb ist es umso wichtiger, sie zu schützen. Auf der anderen Seite ist der Wunsch nach Erholung natürlich auch zu verstehen- gerade in der jetzigen Corona-Zeit. Aber: Jeder Erholungssuchende muss nach dem Landesnaturschutzgesetz auf die Belange der Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigten Rücksicht nehmen“, betont Teroerde. Dazu frage sich ein jeder selbst: „Wenn das mein Feld oder meine Wiese wäre, fände ich es dann toll, wenn Fremde sich auf meinem Grund so verhielten, wie ich das gerade vorhabe?“

Daher appelliert der Natur- und Vogelschutzverein an die Vernunft. Er bittet Fußgänger, auf den Wegen zu bleiben und bedauere es sehr, dass einige Menschen, ob jetzt mit oder ohne Hund, über Äcker und durch Wiesen, wie zum Beispiel in den Aa-Auen des Borkener Beckings, gehen. Im Becking sind neben den bekannten Graugänsen seltene Vogelarten wie die Bekassine und der Rotschenkel und die vom Aussterben bedrohten Kiebitze zu beobachten. Früher habe es im Becking zahllose Kiebitze gegeben, jetzt seien nur noch wenige Exemplare dort zu sehen. Weil Kiebitze alt werden, werde deren langsames Aussterben nur von Experten wahrgenommen. Deshalb appelliert Teroerde an alle Spaziergänger und Tierhalter: „Bleiben Sie bitte auf den Wegen, erfreuen Sie sich an der Landschaft und betreten Sie auf keinen Fall Äcker und Wiesen.“

Buchvorstellung: Die Süßwasserfische Mitteleuropas

Veröffentlicht am 08. April 2021 in der Kategorie Bücher

Merkmale, Verbreitung und Lebensweise der häufigsten Arten

Ob Aal, Bachforelle, Grundel, Hecht oder Wels – dieses Buch stellt 68 Süßwasserfische vor, die in Mitteleuropa zu finden sind.
Axel Gutjahr unterscheidet zwischen fließenden Gewässern, wie Bächen oder Flüssen, und stehenden, also Seen, Tümpeln oder Teichen. Neben wichtigen Bestimmungsmerkmalen, ihrem dem Lebensraum angepassten Körperbau und den Verbreitungsgebieten beschreibt der Autor die bevorzugten Biotope und informiert über Nahrung und Laichzeit, aber auch über die faszinierenden Jagd- und Vermehrungsstrategien der häufigsten, in mitteleuropäischen Süßgewässern vorkommenden Wirbeltiere.
Dieser höchst informative Naturführer macht neugierig und regt dazu an, unsere heimischen Fische besser kennenzulernen.

Axel Gutjahr hat zwei agrarwissenschaftliche Studien absolviert und arbeitete u.a. als Fachschullehrer für Tierzucht in Stadtroda sowie als Assistent an der Uni Jena (Arbeitsgebiete: Verhaltensforschung, Wildtierhaltung, Fischzucht). Er publizierte bisher rund 2.600 Fachbeiträge sowie mehr als 60 Sachbücher, u.a. zu den Themen Nutz- und Heimtierhaltung, Pilzkunde, Vogelkunde und Hausgarten.

200 S., 210 farb. Abb., geb., 16,5 x 23 cm
ISBN 978-3-494-01852-2, Best.-Nr.: 494-01852
19.95 €

Buchvorstellung: Trockenstress bei Bäumen

Veröffentlicht am 07. April 2021 in der Kategorie Bücher

Ursachen • Strategien • Praxis

Seit den aktuellen Klima-Diskussionen und den Trockensommern 2018 bis 2020 ist ‚Trockenstress‘ DAS Thema. Viele Gemeinden und Städte sowie Wald- und Parkplaner sehen sich vor die Aufgabe gestellt, geeignete Bäume zu finden, die den erwarteten Klimaveränderungen trotzen und auch in 50 – 100 Jahren noch ihre Funktionen erfüllen können. Genau an diesem Punkt setzt dieses neuartige Buch an.
Nach einer genauen Definition von Trockenstress und Trockenstress-Anpassung und ausführlichen Beschreibungen von Anpassungsprozessen werden Handlungsempfehlungen geliefert, wie diesem Problem begegnet werden kann.

Abschließend erfolgt eine Bewertung von 250 Baumarten und 33 angepasste Favoriten werden vorgestellt. Dieser praktische Leitfaden möchte dazu beitragen, fundierte Entscheidungen zu treffen, wenn es um die Baumarten der Zukunft geht, und eine Hilfestellung geben, bei den vielen aktuellen Fragen zum Klimawandel und seinen Auswirkungen. Zielgruppe dieses Handbuches sind vor allem Dendrologen, Grünplaner, Landschaftsarchitekten, Park-, Wald- und Baumverantwortliche, Gartenbau- und Baumschulpraktiker, Studierende dieser Fachgebiete, ebenso aber auch interessierte Laien, Gartenbesitzer und Baumliebhaber.

Prof. Dr. Andreas Roloff ist ein international bekannter und anerkannter Baumexperte. Seit 1994 arbeitet er am Lehrstuhl für Forstbotanik an der TU Dresden. Er ist Direktor des Forstbotanischen und Forstzoologischen Instituts sowie des Forstbotanischen Gartens Tharandt. Andreas Roloff ist Autor zahlreicher dendrologischer Bücher.

288 S., 190 farb. Abb., 22 Tab., geb., 16,5 x 23 cm
ISBN 978-3-494-01858-4, Best.-Nr.: 494-01858
€ 29,95

Buchvorstellung: Spiele im Wald

Veröffentlicht am 06. April 2021 in der Kategorie Bücher

Über 100 abwechslungsreiche Erlebnis- und Bewegungsideen für Grund und Vorschulkinder

Unsere heimischen Wälder sind ideale Lern- und Erlebnisorte für Kinder, denn Kinder sind die geborenen Entdecker. Sie sind wissbegierig, spielen und bewegen sich gerne. Die in diesem Praxisbuch vorgestellten 108 Spiele sind so konzipiert, dass Lehrkräfte und Gruppenbetreuer ohne großen Aufwand – je nach Zielsetzung – stets ein geeignetes, an die Jahreszeiten angepasstes Spiel zur Hand haben.
Die Spiele vermitteln ökologische Zusammenhänge wie auch biologische Kenntnisse zu den heimischen Pflanzen und Tieren und sind meistens mit Bewegungsaufgaben verbunden, sodass auch die sportliche Betätigung nicht zu kurz kommt.
Die 3. Auflage wurde sorgfältig überarbeitet.

Gisela Tubes hat an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster Diplom-Landschaftsökologie studiert und lebt seit 1989 in Detmold. Sie ist als Autorin für Zeitungen, Zeitschriften und öffentliche Institutionen tätig. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf ökologischen Themen, vor allem der Wildpflanzenkunde.

136 S., 320 farb. Abb., 7 Tab., kart., 21 x 29,7 cm
ISBN 978-3-494-01871-3, Best.-Nr.: 494-01871
19.95 €

Borkener Zeitung vom 6. März 2021

Veröffentlicht am 10. März 2021 in der Kategorie Presse

So viel mehr als ein Star-Fotograf

Porträt Vogelkundler Hans-Wilhelm Grömping

Im Gras liegen. Oder im Auto sitzen. Oder am Fenster. Kamera und Teleobjektiv ausrichten. Den Finger am Auslöser halten. Warten. Hoffen, dass sie sich zeigen. Eisvogel, Buntspecht oder Grauschnäpper. Birkenzeisig, Ohrenlerche oder Gelbspötter. Amsel, Drossel, Fink und Star. Und überhaupt: die ganze Vogelschar. Bei Hans-Wilhelm Grömping (66) lässt sich dieser Reim wörtlich nehmen. Wenn jemand Geduld beweist, Vögel zu beobachten und zu fotografieren, dann ist es Grömping. Er könne da schon mal die Zeit vergessen, sagt er. Manchmal auch das Essen und Trinken.

Der pensionierte Pädagoge ist seit Jahrzehnten passionierter Vogelkundler und Naturfotograf. „Allein von Rotkehlchen habe ich wohl 5000 Bilder gemacht“, sagt Grömping, und es klingt ein bisschen so, als wundere er sich über sich selbst. Die Leidenschaft für die Natur habe er von Kindheit an. Vielleicht habe das an seinem Lehrer gelegen. „Als ich als Junge ein Fernglas geschenkt bekam, ging es richtig los“, erinnert er sich. In seinem Interesse für die Natur sei er aber nicht „gnadenlos einseitig“. Auch „Pflanzen, Käfer, Schmetterlinge“ würde er in den Fokus nehmen. Wobei er Pflanzen als Fotomotiv auf Dauer nicht mehr so spannend fand: „Die bleiben bedauerlicherweise stehen“, sagt Grömping und lächelt leise.

Mit seiner Fotosammlung, die sich inzwischen in Terabytes bemisst, will Grömping einen Beitrag zur Dokumentation der Artenvielfalt leisten – und damit zugleich zeigen, dass sie bedroht ist. „Mehr als 500 Vogelarten gibt es in Europa. Zu den artenreichsten Ländern Mitteleuropas gehört Deutschland mit mehr als 300 nachgewiesenen Brutvogelarten: 243 Arten brüten regelmäßig, 25 unregelmäßig“, rechnet Grömping vor. Auf seiner Homepage naturschule.com hat Grömping inzwischen 378 selbst fotografierte Arten auf seiner „Haben-Seite“. Hinzu kommen viele weitere Spezies von seinen Reisen inner- und außerhalb Europas. Es sei „pures Glück“, wenn es ihm gelinge, eine für ihn neue Vogelart zu fotografieren. Manche fehlt noch, wie der Feldschwirl. Den bräunlichen, etwa spatzengroßen Vogel, der ein heuschreckenartiges „Sirrrr“ vernehmen lässt, habe er bedauerlicherweise noch nie vor die Linse bekommen.

Grömpings Haus am Sonnenbrink wirkt mitsamt dem großen naturbelassenen Grundstück wie eine Oase inmitten einer ausgeräumten Landschaft. Hecken, Sträucher, knorrige Baumstämme bieten Vögeln Nahrung und Unterschlupf. Grömping kommt auf 35 bis 40 Arten, die er praktisch vor seiner Nase schon hat beobachten können. Inklusive der Schleiereule auf dem Dachboden und einem Kauz, der in einem uralten Birnbaum auf der Weide nebenan eine Niströhre in Beschlag nimmt. Im Winter legt Grömping gern Futter aus – in erster Linie den Vögeln zuliebe, aber auch wegen der dann besseren Beobachtungsmöglichkeiten.

Was macht nun ein gutes Vogelfoto aus? „Das liegt vor allem im Auge des Betrachters“, antwortet Grömping diplomatisch. Besonders im Sommer sei der frühe Morgen die beste Zeit zum Fotografieren, „nicht nur, weil Vögel dann am aktivsten sind, sondern weil dann das Licht weich ist und man harmonische Farben erhält“, erklärt der Fachmann. Der Fokus der Kamera sollte immer auf dem Auge des Vogels liegen. Das Auge sollte „blinken“. Heißt: Statt eines schwarzen Kreises wirkt ein kleiner weißer Reflektionspunkt lebendig. Wichtig ist auch die Perspektive. Der Vogel sollte auf gleicher Höhe und nicht von oben oder unten fotografiert werden. „Tolle Fotos entstehen vor allem dann, wenn man eine interessante, spannende Szene einfangen kann wie zum Beispiel einen Rivalenkampf von Rebhuhn-Hähnen, die Balz von Kranichen, eine Verfolgungsjagd oder die Ergreifung der Beute durch einen Falken“, nennt Grömping Beispiele aus seinem Erfahrungsschatz. „Auch wenn Altvögel flügge Jungvögel füttern, wird’s immer spannend.“

Ganz wichtig für Grömping: Ein Foto muss unter natürlichen Bedingungen zustandekommen. Sitze ein Rotkehlchen in einer Menge von Sonnenblumenkernen, mit denen es gefüttert wird, spreche ihn dieses Foto nicht an. Ein Tabu ist es für Grömping zudem, an Nestern oder deren Umgebung zu fotografieren. Das könne dazu führen, dass die Eltern die Brut aufgeben beziehungsweise tierische Räuber die Eier entdeckten. „Kein Foto rechtfertigt eine solche Störung“, mahnt Grömping.

Um die Vögel vor die Kamera zu bekommen, sollte sich der Fotograf, wenn er sich schon nicht unsichtbar machen kann, möglichst unauffällig verhalten. „Gute Fotos kann man auch aus dem Auto heraus machen“, weiß Grömping aus Erfahrung. Sich nähernde Autos führten bei Vögeln nicht generell zu Fluchtreaktionen, man könne sich vorsichtig annähern, bevor man anhält. Auf stark befahrenen Straßen und im dichten Verkehr verbiete sich eine solche Methode natürlich. „Aber den ein oder anderen Mäusebussard oder Silberreiher kann man so schon vom Feldweg aus erwischen“, sagt Grömping. Eine andere Methode: Tarnung. Zum Beispiel mittels eines Tarnzeltes. Das könne aber den unerwünschten Effekt haben, dass der Fotograf den Vogel seiner Begierde gar nicht vor die Kameralinse bekomme, weil dieser ausgerechnet das Tarnzelt zu seiner Sitzwarte erkoren habe. „Manche Fotografen tarnen sich auch selbst mit Tarnanzügen und schwärzen ihr Gesicht, müssen dann aber mit SEK-Einsätzen oder zumindest verschreckten Passanten rechnen, wenn die Tarnung nicht perfekt war“, berichtet Grömping von den Kuriositäten seiner Zunft.

Ein Riesenvorteil seien natürlich Kenntnisse über das Verhalten der Arten. Grömping macht das an einem Beispiel fest: „Ich muss erstens wissen, wann Blaukehlchen aus ihrem Winterquartier zurückkehren, zweitens, welcher Lebensraum für das Blaukehlchen geeignet ist, denn nur dort finde ich Blaukehlchen, drittens den Gesang des Blaukehlchens kennen, um es in seinem Lebensraum zu finden und viertens in dem knappen Zeitfenster vor Ort sein, in dem Blaukehlchen singen.“

Neben vielen großformatigen Vogelfotos an den Wänden seines Beobachtungspostens fallen dort auch Aufnahmen einer Spezies in königsblauem Farbenkleid auf: Fußballspieler des einst glorreichen FC Schalke 04. Bordon, Rafinha und viele mehr – als „Kiebitz“ auf dem Trainingsgelände hat Grömping die Stars vor Jahren schon vor die Linse bekommen. „Hast du die Fotos dabei?“ habe ihm Rafinha bei einem erneuten Besuch zugerufen.

Auf beziehungsweise über Schalke könne man durchaus interessante Vögel beobachten, das habe ihm ein anderer Ornithologe mal erzählt. Bei einem offenbar (flügel-)lahmen Spiel schweifte der Blick in den Himmel über der Arena. Dort habe der Mann interessante „Überflieger“ entdeckt: Odinshühnchen – arktische Schnepfenvögel. So schnell, wie sie beim S04 auftauchten, waren sie schon wieder weg.