… sind schützenswerte Rückzugsgebiete.

Straßen – und Wegränder in der freien Landschaft: Das sind Bankette, Böschungen und Feldraine, oft von Gräben begleitet. Diese schmalen Saumzonen überziehen das ganze Land und nehmen eine erstaunlich große Fläche ein. Sie durchschneiden zwischen Tiefland und Mittelgebirge verschiedenste Gesteine, Böden und Klimagebiete. Diese unterschiedlichen Standorte ermöglichen Vielfalt und Artenreichtum.

Noch vor 10 bis 20 Jahren gab es hier überall Wiesengesellschaften, Magerrasen und Hochstaudenfluren in buntem Wechsel. Ihre Farbenpracht und der Blütenreichtum verliehen jeder Landschaft einen eigenen Reiz. Inzwischen hat sich das auffallend geändert. Heute sind Straßen- und Wegränder vielerorts artenarm und eintönig.

Das hat mehrere Gründe:

  • Die Rasen der Bankette wurden bis vor kurzem vielfach mit Wuchshemmern und Herbiziden (Unkrautvernichter) behandelt; sie werden zum Teil durch frühe und mehrmals durchgeführte Mahd niedrig gehalten.
  • Stickstoffdünger aus Äckern und Wiesen sowie Abgase, Staub, Reifenabrieb und Streusalz von der Straße reichem die Böden mit Nährstoffen an. So werden Stand­ortunterschiede nivelliert.
  • Alte, gut eingewachsene Ränder fielen der Verbreiterung von Straßen und Wegen zum Opfer.

Hilfe tut Not, um wieder eine Vielzahl von Gräsern und Kräutern an unseren Straßen- und Wegrändern wachsen zu lassen, denn diese schmalen Säume:

  • sind kein Unland, sondern wichtige Lebensstätten für Pflanzen und Tiere (Saumbiotope)
  • sind für Tiere als Nahrungsquelle und Unterschlupf mehr denn je notwendig
  • dienen vielen Arten der intensiv genutzten Kulturflächen als Rückzugsgebiet
  • werden als Artenreservoir benötigt
  • sind Leitlinien für die Ausbreitung von Pflanzen- und Tierarten
  • bereichern die Landschaft und steigern das Naturerlebnis.

Diese Saumbiotope bieten zahlreichen Pflanzen – und Tierarten Lebensmöglichkeiten auf engem Raum. Eine Sonderrolle spielen die Bankette von Autobahnen und anderen stark befahrenen Straßen. Hier haben sich die Bedingungen durch Abgase, Reifenab­rieb, Staub und Streusalz oft so verschlechtert, dass die Straßenränder für den Biotop­ und Artenschutz wenig oder gar nicht geeignet sind.

Straßen- und Wegränder haben eine reiche Flora

Etwa 500 Pflanzenarten, das ist immerhin ein Drittel der Flora von Nordrhein-Westfalen, nehmen in diesen Saumbiotopen einen festen Platz ein. Am häufigsten ist auf den Banketten eine Wiese zu sehen, die der Glatthaferwiese ähnelt. Als Grundstock enthält sie hoch- bis mittelwüchsige Kräuter und Gräser, zu denen sich auf feuchten oder trockenen, tonigen, lehmigen oder sandigen, kalkreichen oder -armen Standorten immer wieder andere Arten gesellen. Typisch für alle ist, dass durch Befahren bisweilen die Grasnarbe verletzt wird und in diese Lücken Ackerwildkräuter aber auch Hochstauden wie Beifuss und Rainfarn eindringen können. In den vorderen Zentimetern wachsen häufig trittfeste Arten. Bei Düngereinfluss überwiegen breitblättrige Gräser und Kräuter (Stickstoffzeiger wie Knaulgras und Wiesenkerbel).

Typische Sand- und Kalkmagerrasen sind selten geworden und fast nur noch an Wegen und Böschungen zu finden. Frisch geschüttete Böschungen fallen durch das leuchtende Rot und Weiß von Klatschmohn, Kamille und anderen einjährigen Kräutern auf. Diese Fluren verschwinden nach einigen Jahren. Sie werden von nicht weniger farbenprächtigen Hochstaudenfluren verdrängt, die ebenfalls ganz verschieden zusammengesetzt sein können. Dieser Artenreichtum wird noch vermehrt, wenn man die Pflanzen im Halbschatten von Gebüschen und Waldrändern betrachtet.

Beispiele typischer Pflanzenarten der Straßen- und Wegränder
Glatthaferwiese:
  • Glatthafer
  • Knaulgras
  • Wiesenschwingel
  • Wiesenrispengras
  • Weiche Trespe
  • Rotschwingel,
  • Spitzwegerich
  • Scharfer Hahnenfuß
  • Wiesenlabkraut, Wiesensauerampfer
  • Löwenzahn
  • Wiesenpippau
  • Wiesenflockenblume
  • Schafgarbe
  • Margerite
  • Gänseblümchen
  • Rotklee
  • Wiesenplatterbse
  • Zaun- und Vogelwicke
  • Gewöhnlicher Hornklee
  • Günsel
  • Gamanderehrenpreis
  • Pastinak
  • Wiesenkerbel
  • Bärenklau.
Feuchte Ausbildung:
  • Wiesenfuchsschwanz
  • Wolliges Honiggras
  • Gewöhnliches Rispengras
  • Rote Lichtnelke
  • Kuckuckslichtnelke
  • Sumpfschotenklee
  • Wiesenschaumkraut
  • Blutweiderich
  • Gilbweiderich,
  • Beinwell
  • Mädesüß
  • Sumpfkratzdistel
  • Zottiges Weidenröschen
Trockene Ausbildung:
  • Wilde Möhre
  • Wiesenwitwenblume
  • Tüpfeljohanniskraut
  • Zypressenwolfsmilch
  • Frauenflachs
  • Wilde Malve
  • Weinbergslauch.
Trittfeste Arten:
  • Weidelgras
  • Einjähriges Rispengras
  • Kriechendes Fingerkraut
  • Breitwegerich
  • Weißklee
  • Vogelknöterich.
Verdichtungszeiger:
  • Rohrschwingel
  •  Ackerschachtelhalm
  • , Knickfuchsschwanz,
  • Weißes Straußgras.
Nährstoffzeiger (Stickstoff!):
  • Massenauftreten von Brennnessel
  • Knaulgras
  • Giersch
  • Wiesenkerbel
  • Bärenklau
  • Stumpfblättrigem und Krausem Ampfer
Sandmagerrasen:
  • Schafschwingel
  • Rotes Straußgras
  • Ruchgras
  • Kleiner Sauerampfer
  • Hasenklee
  • Gewöhnliches Ferkelkraut
  • Kleines Habichtskraut
  • Kleine Bibernelle
  • Scharfer Mauerpfeffer.
Halbtrockenrasen auf Kalk:
  • Aufrechte Trespe
  •  Fiederzwenke
  • , Zittergras
  • , Esparsette
  •  Wundklee,
  •  Skabiose
  • , Wiesenschlüsselblume
  •  Skabiosenflockenblume
  • , Echtes Labkraut
  • , Salbei
  • , Rapunzelglockenblume.
Höhere Lagen des Berglandes:
  • Goldhafer
  • Rotschwingel
  • Waldstorchschnabel
  • Frauenmantel
  • Wiesenknöterich
Fluren meist einjähriger Kräuter:
  • Klatschmohn
  • Echte Kamille
  • Echtes Barbarakraut, Hellerkraut
  • Hirtentäschel
  • Kornblume
  • Ackerwinde
  • Flohknöterich.
Hochstaudenfluren trockenwarmer Standorte:
  • Weißer und Gebräuchlicher Steinklee
  • Natterkopf
  • Nickende Distel
  • Färberresede
  • Wilde Resede
  • Gefleckter Schierling
  • Zackenschote#, Gewöhnliche Hundszunge#, Graukresse#, Weiße Lichtnelke
  • Königskerzen
  • Bitterkraut.
Wald- und Gebüschsäume frischer Standorte:
  • Heckenkälberkropf
  • , Knoblauchsrauke
  • , Wohlriechendes Veilchen
  • , Ruprechtskraut
  • , Schöllkraut
  • , Giersch
  • , Weiße und Gefleckte Taubnessel
  • , Echte Nelkwurz.
Wald- und Gebüschsäume trockenwarmer Standorte:
  • Odermennig, Mittelklee
  • Bärenschote
  • Wilder Majoran, Wirbeldost.
Straßen- und Wegränder sind wichtige Nahrungsquellen.

Blütenbesuchende Insekten brauchen ein auf das Jahr verteiltes Nahrungsangebot an blühenden Wildkräutern, weil Kulturpflanzen fast nur im Frühjahr und Frühsommer blühen. Diese Insekten sollen so vor der Vernichtung bewahrt werden und ihrerseits durch Bestäubung den Bestand der Wildpflanzen sichern. Auch zur Bestäubung von Kulturpflanzen können dann vor allem auch die Wildbienen, Hummeln und manche Schwebfliegen einen Beitrag leisten, der häufig unterschätzt wird.

Für zahlreiche insektenfressende Vögel sind wiederum diese Tiere eine wichtige Nahrungsquelle, die ihnen auf unkrautsfrei gehaltenen Kulturflächen zunehmend entzo­gen wird. Selbst typische Körnerfresser, wie das Rebhuhn oder die Finkenvögel, benötigen für ihre Jungen während der Brutzeit einen hohen Anteil an Insektennahrung, die sie besonders in den Randflächen finden.

An blühenden Rändern konzentrieren sich

  • auffällig viele Insekten, die hier Blütenstaub und Nektar suchen:
  • zahlreiche Wildbienen und Hummeln, die zum Teil bereits im Bestand gefährdet sind,
  • große und winzige Schlupfwespen, von denen die Männchen auf Blütenbesuch angewiesen sind,
  • ein Dutzend Arten schön gezeichneter Blütenböcke
  • pollenfressende Käfer, z. B. der exotisch wirkende Pinselkäfer,
  • eine Fülle verschiedener Fliegen
  • vor allem die wespen- und bienenähnlichen Schwebfliegen
  • die Gruppe der Tag – und Nachtfalter.

Für Falter und Raupen sind solche Säume heutzutage lebenswichtig. Nur wo noch Wilde Möhre, Bibernelle, Wiesenschaum­kraut und Kleearten als Raupennahrung wachsen, können sich Kleiner Feuerfalter, Aurorafalter, Bläulinge und andere auf Dauer einstellen.

Das Spektrum der Insekten auf den Blüten wird ergänzt durch räuberische Arten, von denen nur Tanzfliegen, Weichkäfer, Marienkäfer, Schwebfliegenlarven und von den Spinnentieren die still auf größere Beute lauernden Krabbenspinnen genannt seien.

Straßen- und Wegränder sind Brut- und Überwinterungsplätze für Tiere

Insekten, Vögel und kleine Säugetiere sind für ihre Entwicklung auf das Angebot einer vielseitig zusammengesetzten Vegetation von Gräsern und Kräutern angewiesen. Ein Ausweichen dieser Spezialisten auf Kulturpflanzen ist in der Regel weder möglich noch zu befürchten. Beispielsweise sind etwa 20 unserer Bockkäfer an Wildkräuter als Brutpflanzen gebunden. Ihre Larven können sich nur in Stängel und Wurzel von Schafgarbe, Wilder Möhre, Rainfarn oder Goldrute, in Beifuss oder Wiesenkerbel, Kälberkropf und Bärenklau entwickeln. Werden diese Wirtspflanzen aus dem Straßen ­und Wegrand verdrängt, so verschwinden auch die Käfer und mit ihnen eine Vielzahl ähnlich spezialisierter Insekten.

Auch als Brutgelegenheit für Vögel, z. 6. Rebhühner und Lerchen, und als Überwinte­rungsplätze zahlloser Gliedertiere, die sich in die Stängel der Hochstauden und in die Bodenstreu zurückziehen, sind Wegränder bedeutsam. Gerade im Winter sind sie als „Speisekammer“ für zahlreiche Vögel wichtig, die sich Kleintiere aus den Pflanzenstängeln herauspicken oder die Samen verzehren.

Straßen- und Wegränder sind Reservoire und Refugien für Pflanzen und Tiere

Durch intensive Bearbeitungsmethoden werden immer mehr Pflanzenarten von den Kulturflächen in die Saumbiotope abgedrängt. So können sich viele einjährige Kräuter, darunter einige vom Aussterben bedrohte Ackerwildkräuter, in dieser Saumzone halten. In reinen Agrargebieten, z. B. den Lössböden, sind bestimmte Wiesenpflanzen und Hochstauden heute allein auf die Böschungen, Feldraine, Straßen- und Wegränder beschränkt. Von hier aus wird auch der Nachschub an Samen gewährleistet.

Auch unter den Tieren ist auf den Kulturflächen eine auffällige Verarmung der ehemals reichhaltigen Fauna von „ Feldarten“ zu beobachten. Übrig bleiben einige wenige, widerstandsfähige Formen. Auf nicht bewirtschafteten Flächen, an Feldrainen sowie an gut ausgebildeten Straßen- und Wegrändern können sich dagegen viele Tiere der ursprünglichen Feldfauna halten. Das beginnt bereits unter der Erde: Regenwurmarten, die durch Tiefpflügen und Düngung gefährdet sind, haben hier ein Refugium. In den oberirdischen „Stockwerken“ der Saumzone setzt sich dies fort: viele Kleintiere der Bodenoberfläche, der Streuschicht und der krautigen Vegetation konzentrieren sich hier, weil im kultivierten Hinterland schützende Biotopstrukturen, Pflanzennahrung und Beuteangebot vom wirtschaffenden Menschen vermindert werden.

Dies gilt vor allem für die große Mehrheit der früher weitverbreiteten Kleinräuber, Pflanzenfresser, Streuzersetzer und Parasiten. Zahlreiche Kleintiere, die heute in straßen- und wegbegleitenden Säumen überleben, können benachbarte Flächen, aus denen sie ja stammen, wiederbesiedeln, wenn es durch Brachfallen, durch Änderung der Bewirtschaftungsintensität oder der Fruchtfolge möglich wird. Laufkäfer, Wolfsspinnen und Schlupfwespen etwa können dann von dem Saum aus eine wieder „wirtlich“ gewordene Fläche sehr schnell und in großer Artenzahl zurückerobern und dort Schädlinge vernichten. Bei normaler Bewirtschaftung können in unsere intensiv mit Pflanzenschutzmitteln behandelten Kulturflächen dagegen weder Unkräuter und Schädlinge noch ihre zahlrei­chen natürlichen Gegenspieler in größerer Zahl eindringen. Die Gefahr der Verunkrautung und des Schädlingsbefalls von den Rändern aus wird daher meist stark über­schätzt, der Vorteil des hier noch vorhandenen Reichtums an nützlichen Arten dagegen übersehen.

Noch ist das Artenreservoir vorhanden: zum Beispiel konzentrieren sich etwa 180 Arten der nützlichen Laufkäfer und Kurzflügelkäfer an gut ausgebildeten Straßenrändern des Münsterlandes. Diese biologische Reserve umfasst noch viele weitere Tiergruppen, sogar Kleinsäuger- und Vogelarten. Nur deshalb steht der Grundstock der immer mehr aus Kulturflächen verdrängten Tier- und Pflanzenarten noch auf keiner Roten Liste.

Die schleichende Verarmung der Feldflora und -fauna kann nur aufgehalten werden, wenn der netzförmige Verbund der Saumbiotope an Straßen- und Wegrändern als System miteinander verknüpfter Lebensstätten erhalten bleibt. Der Wert dieses Biotopverbundsystems liegt nicht zuletzt in der insgesamt großen Fläche. Abgesehen von den Rändern stark befahrener Straßen könnte ein Großteil dieser Fläche dem Biotop- und Artenschutz dienen, wenn die Pflege darauf abgestimmt wird.

Empfehlungen zur Pflege der Straßen- und Wegränder

Besonders wichtig ist: Straßen- und Wegränder, Feldraine, Böschungen und Grabenränder dürfen nicht mit Wuchshemmern und Herbiziden gespritzt werden. Der Einsatz chemischer Mittel ist die Hauptursache dafür, dass in den Säumen vielerorts nur noch wenige resistente Gras- und Kräuterarten übrig geblieben sind.
Folgerichtig führt das Landschaftsgesetz von Nordrhein-Westfalen in § 64 dazu aus:

„Es ist verboten, die Bodendecke auf Feldrainen, Böschungen, nicht bewirtschafteten Flächen und an Wegrändern abzubrennen oder mit chemischen Mitteln niedrig zu halten oder zu vernichten.

Einzelheiten der Anwendung dieser Vorschrift auf Landstraßen und Bundesfernstraßen haben der Minister für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr und der Minister für Ernäh­rung, Landwirtschaft und Forsten im Erlassweg geregelt. Auch beim Mähen ist aus der Sicht von Natur- und Landschaftsschutz Vorsicht geboten. Dabei ist dem Artenschutz ein um so größeres Gewicht beizumessen, je weniger die Saumbiotope durch Schadstoffe belastet sind und je weniger Belange der Verkehrssicherheit und damit Gefahren für Menschenleben entgegenstehen. Für den Artenschutz ist entscheidend, wann, wo und wie gemäht wird:

Wiesenpflanzen vertragen einen regelmäßigen Schnitt. Dennoch darf die erste Mahd der Wegrand-Glatthaferwiese auf den Banketten keinesfalls zu früh erfolgen. Man wartet den Abschluss der Grasblüte ab. Die Bankette sollten deshalb je nach Witterungsverlauf und Höhenlage frühestens zwischen Anfang und Ende Juli aber auch nicht viel später geschnitten werden. Wenn nämlich die im Hochsommer erscheinenden Wiesenkräuter schon zu hoch ausgetrieben haben, werden sie durch den Schnitt zu stark geschwächt. Ende September ist dann der richtige Zeitpunkt für die zweite Mahd. Im allgemeinen reichen zwei Schnitte pro Jahr.

Magerrasen liefern nur wenig Aufwuchs; eine einmalige Mahd frühestens Ende September genügt.

Waldsäume sollten in der Regel überhaupt nicht gemäht werden, außer, wenn z. B. die Gefahr der Verbuschung besteht.

Fluren niederwüchsiger, einjähriger Kräuter und Bestände ausdauernder Hochstauden können sich nur dann optimal entwickeln, wenn sie wenig gestört werden. Sie sollten erst ab Ende September und möglichst nicht jährlich, sondern im Abstand von zwei bis drei Jahren gemäht werden. Am besten schneidet man diese Flächen ein über das andere Jahr abschnittsweise. So reift wenigstens ein Teil der Samen aus, und den Tieren bleiben Nahrungsquellen und Rückzugsgebiete erhalten.

Im Gegensatz zu den Banketten sollten die rückwärtig anschließenden Flächen, wie Böschungen, Feldraine und Grabenränder, nur teilweise und möglichst nicht vor dem Herbst (ab Ende September) geschnitten werden. Das Ziel ist, ein möglichst vielseitiges Mosaik zu erhalten, das sowohl nach hinten als auch in Längsrichtung gestuft ist.

Wo aus Gründen der Verkehrssicherheit ein früher Schnitt, beispielsweise schon im Mai, und eine dementsprechend häufigere Mahd nicht zu vermeiden ist, sollte nur das Bankett gemäht werden.

Mähgut nicht mulchen, sondern abtransportieren! Im Mulchgut ersticken eine ganze Reihe Pflanzen; nur wenige Arten werden gefördert.

Schnitthöhe der Schlagmäher richtig einstellen! Die Grasnarbe darf nicht verletzt und die Blattrosetten der Kräuter sollten nicht geschädigt werden.

Saugmäher töten Tiere! Sie zerstören die Bodenfauna, die mit dem Mähgut samt Bodenstreu abgesaugt wird.

Wenn wir diese Pflegehinweise in die Tat umsetzen, dann helfen wir unserer heimischen Pflanzen- und Tierwelt. Straßen- und Wegränder sind für unsere Kulturlandschaft wichtiger denn je als Lebensstätten für Pflanzen und Tiere. Sie dürfen einer falsch verstandenen Ordnungsliebe nicht zum Opfer fallen. Helfen Sie mit, dass der Artenreich­tum erhalten bleibt.