Lurche

Wasserfrosch beim Konzert

Lurche sind alle im Wasser und auf dem Land lebende wechselwarmen Wirbeltiere. Sie sind heute insgesamt als Tiergruppe gefährdet. In Nordrhein-Westfalen sind von 18 Arten allein 4 vom Aussterben bedroht.

Besonders gef√§hrdet sind die Erdkr√∂ten. Diese sind Landbewohner und ern√§hren sich von W√ľrmern, Schnecken, Insekten und vertilgen davon erhebliche Mengen.

Wurden sie fr√ľher wegen ihres braunen, warzigen Aussehens als ‚Äěh√§ssliche“ Kr√∂te abgewertet, so erkennt man sie heute als kostenlose und ungiftige N√ľtzlinge zu Sch√§dlingsbek√§mpfung an. Die vorwiegend n√§chtlich aktive Erdkr√∂te verl√§sst in den ersten feuchtwarmen Fr√ľhlingsn√§chten ihr Winterquartier, um sich in dem nahen Gew√§sser zu paaren und Laich abzulegen.

Die Tiere finden stets zu jenem Gew√§sser zur√ľck, aus dem sie sich vom Ei bis zur kleinen Kr√∂te umgewandelt haben. Auf diesem Weg werden die langsam wandernden Kr√∂ten beim √úberqueren von Stra√üen zum gro√üen Teil get√∂tet.

Der Stra√üentod ist dabei nur einer von vielen Gr√ľnden daf√ľr, dass die Amphibienbest√§nde immer mehr abnehmen. Weitere Gr√ľnde hierf√ľr sind der Verlust der Lebensr√§ume (Kleingew√§sser. Hecken, breite Feldraine) sowie Flurbereinigung und Pestizideinsatz. Das hat alles dazu gef√ľhrt, dass im hiesigen Raum Arten wie z.B. die Knoblauchkr√∂te und Kreuzkr√∂te vom Aussterben bedroht sind.

Maßnahmen zur Sicherung und Erhaltung der Lebensräume der Lurche

Hilfsmaßnahme: Neuanlage von Kleingewässern

Erdkr√∂ten, die in Eimern gefangen wurden und mit Handschuhen √ľber die Stra√üe getragen werden.

Lurche benutzen bestimmte Wanderstraßen. Das Überqueren von  Straßen mit Autoverkehr kann daher gezielt durch Schutzzäune verhindert werden. Sie setzt man als Sofortmaßnahme ein.

Als Baumaterial verwendet man Plastikfolien oder Maschengewebe (St√§rke √ľber 0,15 mm), und gr√§bt diesen ca. 5 cm tief in den Bodenein und befestigt ihn an kurzen eingeschlagenen Pf√§hlchen.

Der Zaun muss eine H√∂he von 40‚ÄĒ50 cm haben. Zus√§tzlich m√ľssen von der Stra√üe abgewandt Fanggef√§√üe mit Bodenl√∂chern alle 30‚ÄĒ50 m eingegraben werden. In diese Gef√§√üe fallen die Kr√∂ten bei ihrer Wanderung entlang des Zaunes und k√∂nnen so nicht auf die Stra√üe gelangen.

Sp√§ter m√ľssen die Fanggef√§√üe 1√ó t√§glich am Morgen kontrolliert und √ľber die Stra√üe getragen werden.

Letztlich k√∂nnen auch Kr√∂tentunnel unter der Stra√üe verlegt werden. Diese R√∂hren mit einem Durchmesser von 40‚ÄĒ50 cm k√∂nnen bei √∂ffentlichen Stra√üen und Wegen aber nur von den zust√§ndigen Beh√∂rden oder in deren Auftrag verlegt werden und sind sehr kostenintensiv. Damit er√ľbrigen sich dann t√§gliche Transporte. Zus√§tzlich erleichtern Leitgr√§ben den Lurchen die Passage. Sie weisen ihnen den Weg zur R√∂hre. Ungef√§hrdet k√∂nnen die Tiere dann zu ihren Laichgew√§sser wandern und sich fortpflanzen.

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