Aktuelles: Presse

Borkener Zeitung vom 9. September 2019

Veröffentlicht am 13. September 2019 in der Kategorie Presse

Auf den Spuren der Fledermäuse

Natur- und Vogelschutzverein lud zur Beobachtung ein

Passend zur einsetzenden Dämmerung lud der Natur- und Vogelschutzverein Kreis Borken am Freitagabend zur Fledermausnacht an der Burg Gemen ein. „Besonders Kinder finden es spannend, mit der Taschenlampe spazieren zu gehen, wenn es langsam dunkel wird“, freute sich Hans-Günter Böing, Leiter der Werkgruppe, auch über die jungen Teilnehmer.

Als Fledermausexperte war Dr. Carsten Trappmann aus Münster eingeladen worden. Zur Veranschaulichung seines Vortrages brachte er drei verschieden große Fledermausmodelle mit. „Fledermäuse sind heimlich lebende Säugetiere, die sich in der Dämmerung auf die Suche nach Nahrung begeben. Sie sind die einzigen Tiere, die nachts Insekten fangen. Sie fressen ungefähr drei Gramm. Ihre angefressenen Reserven aus den Sommermonaten reichen für den ganzen Winter, da dann ihre Körperfunktionen sehr zurückgefahren werden. In den Wintermonaten wie auch tagsüber halten sie sich gerne in Kellergewölben auf“, erklärte er.

Dank des Ultraschallecholotes mit Hilfe ihrer Schreie können die Tiere ihren Weg mit den Ohren finden. Diese Schreie hören wir Menschen kaum. Daher benutzte Trappmann einen Fledermausdetektor, der mit einem Lautsprecher, verbunden war, um diese Schreie hörbar zu machen.

An der Gräfte der Burg entdeckte die Gruppe die Zwergfledermaus und die Rauhautfledermaus. Einige Kinder versuchten mit ihren Taschenlampen die fliegenden Tiere zu sehen. Je weiter sich die Gruppe von der Burg entfernte, umso dunkler wurde es. So konnte auch die Wasserfledermaus entdeckt werden. Sie hält sich überwiegend dicht an der Wasseroberfläche auf.

Zwischen den Stationen vermittelte Trappmann weitere wissenswerte Einzelheiten über die nachtaktiven Tiere.

Zudem beantwortete der Experte gerne Fragen wie: „Wissen die Fledermäuse noch, wo sie den letzten Winter verbracht haben?“ „Ja, das merken sie sich“, antwortete Trappmann.

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Borkener Zeitung vom 5. September 2019

Veröffentlicht am 12. September 2019 in der Kategorie Presse

Neuer Kalender wirbt für Artenschutz

Politik und Natur- und Vogelschutzverein loben Blühstreifen

Früher sei die Goldammer noch ein im Alltag häufig zu sehender Vogel gewesen, berichtet Hans Wilhelm Grömping vom Natur- und Vogelschutzverein Kreis Borken. Heute würden viele junge Menschen diesen Vogel gar nicht mehr erkennen, so selten sei die Art geworden. Auf solche gefährdeten heimischen Tierarten will der Verein mit einem Kalender aufmerksam machen, der am Mittwoch im Beisein der Borkener Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing und von Landrat Dr. Kai Zwicker vorgestellt wurde. Der Verein verweist in dem Kalender auf die Notwendigkeit des Erhalts von Naturräumen. Als positives Beispiel nennt Vorsitzender Jochen Teroerde Blühstreifen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Kreislandwirt Heinrich Emming betonte: „Wir Landwirte sind in der Pflicht beim Artenschutz.“ Deshalb setzte man sich etwa für Blühschneisen ein. Das lobte Bürgermeisterin Schulze Hessing. „Nachhaltige Flächenentwicklung ist zum Nutzen aller.“

Der Kalender ist für acht Euro unter anderem im Ticketcenter der Borkener Zeitung, Bahnhofsstraße 6 in Borken, erhältlich. Der Erlös kommt der Arbeit des Natur- und Vogelschutzvereins zugute.

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Borkener Zeitung vom 8. Mai 2019

Veröffentlicht am 21. Mai 2019 in der Kategorie Presse

Zukunft des Vogelgeheges: „Ergebnis offen“

Rückzug des Vogeschutzvereins

Die rettende Lösung hat sich noch nicht abgezeichnet fürs Vogelgehege im Stadtpark. „Es haben sich zwar einige Leute bei mir gemeldet, nützliche Hilfsangebote waren aber nicht dabei“, sagt Jochen Teroerde, Vorsitzender des Natur- und Vogelschutzvereins. Der Verein hatte angekündigt, den Betrieb der Anlage nach über 50 Jahren abgeben zu wollen (die BZ berichtete).

Nach der Ankündigung war die Aufregung groß – vor allem in den sozialen Netzwerken. Aufrufe zu Spendenaktionen und andere Ideen nach dem Motto „man müsste mal“ wurden auf Facebook diskutiert. Passiert ist allerdings nichts. „Wir sammeln ja kein Geld, sondern wir brauchen Leute, die ihre Freizeit investieren“, stellt Teroerde klar. Ein paar Anrufe gab es wohl, „aber sobald klar ist, wie viel zeitlicher Aufwand dahintersteckt, fällt die Klappe ganz schnell“. Denn mit ein bisschen Futter verteilen ist es nicht getan. Drei bis vier Stunden pro Einsatz kommen schnell zusammen, da auch die Gehege gereinigt und andere Aufgabe erledigt werden müssen.

Mit zwei Vereinen hat Teroerde gesprochen, ob sie die Anlage übernehmen wollen. „Da haben wir aber bisher nichts mehr gehört“, so Teroerde. Die Hoffnung will er aber noch nicht aufgeben.

Die Stadt ist zwar Eigentümerin des Geländes, wird den Betrieb aber nicht übernehmen. Sie hat den Natur- und Vogelschutzverein in all den Jahren finanziell und personell unterstützt. Laut Teroerde wurden drei Viertel der Futter- und die kompletten Energiekosten aus der Stadtkasse bestritten. Hinzu kommen häufige Einsätze durch den Bauhof bei Umbau- und Reparaturarbeiten. Darüber hinaus wird es aber keine Unterstützung personeller oder finanzieller Natur geben.

„Wir sind dem Natur- und Vogelschutzverein für sein jahrzehntelanges Engagement dankbar“, sagt Jürgen Kuhlmann, Technischer Beigeordneter der Stadt Borken. „Wir müssen aber auch auf eine Vergleichbarkeit mit anderen Vereinen bei der Frage der Unterstützung achten.“

Laut Kuhlmann steht die Stadtverwaltung noch in Kontakt mit möglichen Interessenten für eine Weiterführung. „Ergebnis offen“, sagt er zum Stand der Dinge.

Klar sei: „Wenn jemand die Nachfolge des Natur- und Vogelschutzvereins antritt, dann muss das genauso gut und artgerecht erfolgen.“

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Borkener Zeitung vom 26. April 2019

Veröffentlicht am 21. Mai 2019 in der Kategorie Presse

Vogelgehege vor dem Aus

Betreiberverein will Anlage abgeben

Der Natur- und Vogelschutzverein will den Betrieb des Vogelgeheges im Stadtpark abgeben. Das bestätigte der Vorsitzende Jochen Teroerde gegenüber der Borkener Zeitung. „Wir sind zu wenige, um den Betrieb aufrechterhalten zu können“, fasst Teroerde die Lage zusammen. Man könne die Fütterung der Tiere nicht mehr gewährleisten. In den äußeren Volieren befinden sich noch einige Vögel, die größeren Gehege im hinteren Teil der Anlage sind aber leer. „Wir haben die Tiere schweren Herzens nach und nach abgegeben“, sagt Teroerde. An andere Vereine und an Händler von Zuchtvögeln.

In den vergangenen Jahren hat der Verein immer wieder versucht, neue Helfer zu finden (die BZ berichtete) – in der Summe waren die Bemühungen aber vergebens. Im Sommer 2018 hatte der Vorstand bei der Stadt eine 450-Euro-Kraft zur Unterstützung beantragt. Aus dem Rathaus gab es aber eine Absage, wohl aus Sorge, auch andere Vereine könnten dann Ansprüche stellen. In der vergangenen Woche hat es laut Teroerde ein Gespräch mit dem Technischen Beigeordneten Jürgen Kuhlmann gegeben. Der war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Hoffnung des Vorstandes liegt auf zwei anderen Vereinen, mit denen Gespräche geführt wurden. Das erklärte Ziel: Ein anderer Verein betreibt das Vogelgehege weiter. Eine Entscheidung darüber steht jedoch noch aus. „Wir hoffen natürlich, dass sich jemand findet, der das hier weitermacht“, sagt Jochen Teroerde. Denn in den vergangenen 50 Jahren hätten Mitglieder des Natur- und Vogeschutzvereins viel Herzblut und Zeit in die Anlage gesteckt.

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Borkener Zeitung vom 22. August 2018

Veröffentlicht am 07. September 2018 in der Kategorie Presse

Dem Vogelgehege täte menschliche Hilfe gut

Von Sven Kauffelt

Vor Karl muss man sich ein bisschen in acht nehmen. Er hat nicht nur ein großes Ego, sondern auch einen spitzen Schnabel und wenig Hemmungen, ihn einzusetzen. Jochen Teroerde nimmt lieber mal einen Bambusstock mit ins Gehege des Puters. Man weiß ja nie. Karl ist eindeutig der Boss im Vogelgehege.

Seit genau 50 Jahren unterhält der Natur- und Vogelschutzverein das Gehege im Stadtpark. „Wir haben hier richtig viele Besucher“, sagt der Vereinsvorsitzende Teroerde stolz. Vor allem der Umbau eines Teils der Anlage in Eigenregie hat den Vogelpark aufgewertet. Gerade sind zwei Erzieherinnen der Kindertagespflege Hula Dues mit vier Kindern da. Jochen Teroerde schenkt jedem der kleinen Besucher eine Pfauenfeder. „Wenn das Wetter es zulässt, sind wir immer hier“, sagt eine Erzieherin.

400 Tiere leben derzeit im Vogelgehege – von Karl, dem Boss, bis zu Taubenküken, die unter einer Wärmelampe aufgezogen werden. Das Futter kauft der Verein selbst. 3000 Euro seien das im Jahr, sagt Edmund Schroer, der Kassierer. Auch die Pflege der Anlage übernehmen die Mitglieder selbst. „Eine Heidenarbeit“, erzählt Schriftführer Ulrich Fischer. Und da hat der Verein ein Problem. „Dauerhaft wird das nicht funktionieren“, sagt Jochen Teroerde.

Die viele Arbeit lastet auf zu wenigen Schultern. Keine Handvoll der Mitglieder füttert die Tiere, säubert einmal wöchentlich die Gehege. Ohne den fleißigen Alfons Benning, sagt Edmund Schroer, wären sie aufgeschmissen. „Wir brauchen Hilfe“, sagt der Kassierer unmissverständlich. Allein könnten die Ehrenamtlichen das nicht leisten. Die Hoffnung des Vereins ist das Rathaus. Die Stadt Borken unterstütze den Verein schon sehr, berichten die drei Vorstände: Den Sand für die Gehege bekommen sie umsonst, auch der Müll wird abgeholt. „Was wir bräuchten, wäre eine 450-Euro-Kraft, die hier mit anpackt“, sagt Teroerde. Sie seien dazu in Gesprächen mit der Stadt – Ende offen.

Der viele Nachwuchs hat dafür gesorgt, dass das Gehege derzeit ganz schön voll ist. Einige Jungtiere der selteneren Arten verkauft der Verein auch an Züchter. Die Kombination aus dem Erhalten der Arten und dem Angebot für Besucher ist ein wichtiges Element.

Während der Führung an Tauben, Hühnern und Fasanen vorbei kommen immer wieder Besucher. Eine Mutter mit Kind, ein Pärchen, das einen alten Herrn im Rollstuhl spazieren fährt. „Das Schöne hier ist“, sagt Edmund Schroer, „dass Menschen aller Generationen gerne herkommen.“ Er selbst ist häufiger mit seinem Enkel hier, „und bei ihm sieht man schon, wie sehr sich Kinder vor allem für die jungen Tiere begeistern“. Die Ausnahme ist Karl. Der ist nicht mehr jung, fasziniert aber sehr. Solange man nicht in sein Gehege geht.

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Borkener Zeitung vom 6. Juli 2018

Veröffentlicht am 14. Juli 2018 in der Kategorie Presse

Grenzverläufe einhalten

Appell an Landwirte

(pd). Wirtschaftswege sind nicht nur Verkehrsadern im Außenbereich, sondern auch wichtige Netzstrukturen im Naturhaushalt. Blühende Wegeränder und Wallhecken seien eine Augenweide für Radfahrer, aber vor allem Nahrungsquelle, Rückzugsort und Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten und Kleinstlebewesen, ohne die unsere Umwelt deutlich ärmer wäre, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Borken. Bereits seit einigen Jahren hätten diese Saumstrukturen für den Naturhaushalt an Bedeutung gewonnen.

In vielen Gesprächen mit den politischen Gremien und Vertretern der Landwirtschaft habe die Stadt deutlich gemacht, dass die Einhaltung der Grundstücksgrenzen unerlässlich für die Entwicklung und das Funktionieren dieser Saumstrukturen ist. Der respektvolle Umgang mit Eigentumsgrenzen zum Wohle der Natur sei hierbei immer eine Selbstverständlichkeit gewesen, heißt es weiter.

Vielfach seien bereits Erfolge sichtbar. Es ist allerdings auch festzustellen, dass es Bereiche gibt, in denen Bewirtschaftungsgrenze und Weggrenze noch nicht identisch sind. Überackern finde immer noch statt.

Zurzeit ist die Getreideernte in vollem Gange, viele Felder sind bereits abgeerntet und warten neben Regen auf die nächste Einsaat. Die weiteren Kulturen werden folgen. Die Stadt Borken appelliert daher eindringlich an alle Bewirtschafter, Pächter und Eigentümer, vor Neueinsaat die tatsächlichen Weggrenzen einzuhalten und das Eigentum der Stadt Borken nicht zu bewirtschaften. Nur so können Artenvielfalt und Attraktivität unserer Landschaft erhalten und entwickelt werden.

Einen schnellen Überblick über den tatsächlichen Grenzverlauf bietet der Geodatenatlas des Kreises Borken (https://kreis-borken.de/de/kreisregion/geodatenatlas/). Für Fragen und Anregungen steht Maria Mertens bei der Stadt Borken, Tel. 02861/939-185, zur Verfügung.

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Borkener Zeitung vom 31. Mai 2018 (Zurückgeblättert zum Juni 1968)

Veröffentlicht am 03. Juni 2018 in der Kategorie Presse

(Artikel von 1968)
Mit Herz und Verstand geplant

Übernahme des Vogelgeheges

In die Annalen des Natur- und Vogelschutzvereins Borken dürfte der vergangene Samstag besondere Nennung finden. Deshalb, weil an diesem Tag mit der Übernahme des neuen Vogelgeheges im Stadtpark langjähriges Wunschdenken der Mitglieder seinen Abschluß fand. Die Borkener Vogelfreunde, Meister des Improvisierens, wussten diesen Tag mit einem buntgemixten Programm das Gepräge zu geben.

Der Stadtpark dürfte durch das neue Gehege sein ohnehin attraktives Aussehen verbessert haben. Zumal das städtische Bauamt mit Baurat Hohn an der Spitze die planerische Gesamtgestaltung den gegebenen Verhältnissen anzupassen wusste. Heinrich Renners als Vorsitzender des Natur- und Vogelschutzvereins und Bürgermeister Hellmann fanden hierfür Worte des Dankes und der Anerkennung.

Bürgermeister Hellmann, der nicht zuletzt durch seine manuelle Tätigkeit an der Fertigstellung des Geheges wesentlichen Anteil hatte, wies in seiner Ansprache darauf hin, dass sich bereits im Jahre 1961 die Pläne zum Bau sich konkretisiert hätten. Wenn mit der Realisierung erst später begonnen worden sei, so deshalb, weil die Finanzfrage einige Schwierigkeiten bereitete. In einer groß angelegten Spendenaktion hätten die Bürger dieser Frage einiges von ihrer Bedeutung genommen. „An nahezu allen Türen wurden die Sammler des Vogelschutzvereins nicht nur mit Freundlichkeit empfangen, sondern mit teilweise sehr großzügigen Spenden auch wieder verabschiedet“, so Hellmann.

Die Spendenaktion habe das erfreuliche Ergebnis von 17.000 DM erbracht, 30.000 DM habe die Stadt beigesteuert, 4 000 Arbeitsstunden die Mitglieder

Vorsitzender Renners ging in seiner Ansprache auch auf die technischen Einrichtungen des Geheges ein. Das städtische Bauamt habe auch hier mit Herz und Verstand geplant, Die sechs Winterquartiere der gefiederten Gäste seien mit Futterautomaten, fließendem Wasser und Heizstrahlern ausgestattet. Das Haus werde von einem Nachtspeicherofen beheizt, der über ein Thermostat geregelt werde.

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Borkener Zeitung vom 5. Mai 2018

Veröffentlicht am 11. Mai 2018 in der Kategorie Presse

Von Hülskrabben und Pfaffenhütchen

Naturlehrpfad am Ostring

Von Marita Rinke

Hülskrabbe, Feldulme, Birke, Haselnuss…: Bekannte und weniger bekannte Gehölze kann entdecken, wer über den Naturlehrpfad entlang des Ostrings bummelt. Kürzlich hatte der Bauhof hier im Zuge von Pflegemaßnahmen mehrere Bäume gefällt und Sträucher auf den Stock gesetzt (die BZ berichtete). Daraufhin hagelte es in Leserbriefen zum Teil harsche Kritik. Unter anderem hieß es, der Naturlehrpfad müsse mit doppel „e“ statt mit „eh“ geschrieben werden. Ist dem so? Begleitet von Martin Hillenbrand, Mitglied des Natur- und Vogelschutzvereins Borken, ging die BZ der Frage vor Ort nach.

Fazit: Der etwa ein Kilometer lange Lehrpfad zwischen Velener und Rekener Straße verdient seinen Namen nach wie vor. Zwar sieht er aktuell etwas licht aus, doch bis auf wenige Ausnahmen treiben Schneeball, Traubenkirsche und Co. inzwischen wieder aus. „Viele der Pflanzen sind stockausschlagfähig“, erklärt Hillenbrand. Sie müssten sogar regelmäßig zurückgeschnitten werden, wenn sie im unteren Bereich dichter werden sollen. Außerdem bekämen damit benachbarte Pflanzen Licht und Raum, sich zu entwickeln.

Alle zehn Jahre greife die Gemeinde abschnittsweise zu dieser Maßnahme, erklärt Ulrich Lohaus auf BZ-Nachfrage. Er ist in der Verwaltung unter anderem für die Pflege und Unterhaltung der öffentlichen Grünflächen und Grünanlagen verantwortlich. Dazu gehört der Naturlehrpfad, der Anfang der 1980er Jahre in Folge der Flurbereinigung angelegt wurde.

35 unterschiedliche Bäume und Sträucher stehen laut Statistik von Lohaus entlang des Pfades. Überwiegend sind es heimische Gehölze wie die Vogelkirsche, die zum Beispiel in Astquirlen Vögeln Nistmöglichkeiten bietet, oder die klassische Stieleiche. 74 kleine Hinweisschilder – auch sie sollen erneuert werden – informieren über die diversen Pflanzen. Sie geben Auskunft über deutsche und lateinische Namen, Herkunft, Höhe, Blüte und Früchte sowie Eigenschaften und Anforderungen. Wer neugierig ist, erfährt hier einiges. Wer Anregungen für den heimischen Garten sucht, findet sie. Und wer sich ab und an bückt, erkennt, dass sogar die Stümpfe der gefällten Bäume keine nutzlos zurückgelassenen Überbleibsel sind. Kleinstlebewesen wie Ameisen und Insekten haben sich die Plätze erobert.

Lohaus weiß, dass der Verlust mancher Bäume einige der Spaziergänger schmerzt. Fäulnis, Pilze, Stammschäden, die oftmals nicht auf den ersten Blick zu erkennen gewesen seien, hätten die Fällungen erforderlich gemacht. „Ein zertifizierter Gutachter kontrolliert die Bäume regelmäßig“, sagt Lohaus. Jeder Schaden sei dokumentiert worden.

„Im Wald hätte mancher Baum vermutlich auch noch stehen bleiben können“, fügt er hinzu. Doch auf einem ausgewiesenen Rundwanderweg sei die Gemeinde in der Verkehrssicherungspflicht. „Da gelten strengere Auflagen.“

Hinzu kommt ein natürlicher Lebenslauf. „Manche Pflanzen werden nicht ganz so alt“, erinnert Hillenbrand. Doch in der Natur sei es auch so, dass dort, wo etwas Platz mache, sich etwas Neues entwickle. Die Vielfalt bleibe erhalten. Außerdem kündigt Ulrich Lohaus an, dass Ersatzpflanzungen geplant seien und der Weg erneuert werden soll. „Pfaffenhütchen, Hartriegel und Schlehen würden hier an einigen Stellen noch gut hinpassen“, regt Hillenbrand während des Spaziergangs an, der trotz der auf dem Ring vorbeirauschenden Autos von einem munteren Gezwitscher begleitet wird.

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Borkener Zeitung vom 19. April 2018

Veröffentlicht am 29. April 2018 in der Kategorie Presse

Jugendliche stehlen Küken

Zeugen geusucht

(wic). Aus dem Nistgebäude des Auengeheges des Natur- und Vogelschutzvereins sind am Montagabend gegen 22 Uhr vier Hühnerküken und Futter gestohlen worden. Die Täter, zwei noch unbekannte Jugendliche, waren im Borkener Stadtpark über einen Zaun geklettert, um in das Gehege zu gelangen.

Was die Täter jedoch nicht wussten: In dem Gehege ist eine Videokamera angebracht. Auf den Videoaufnahmen ist daher zu sehen, dass einer der beiden Jugendlichen ein Küken in der Hand hält und später das Gehege mit einem Karton unter dem Arm wieder verlässt. Zudem hatten die Täter Kleidungsstücke der Mitarbeiter durchsucht. Ob dabei auch Gegenstände gestohlen wurden, stehe noch nicht fest, heißt es im Polizeibericht.

Ebenso ist noch nicht bekannt, ob ein Zusammenhang mit dem Diebstahl von sechs usbekischen Tauben besteht, die vor etwa einem Monat aus demselben Gehege gestohlen worden waren. Die Kripo sucht Zeugen, die Hinweise zu dem oder den Diebstählen geben können.: Tel. 02861/9000.

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Borkener Zeitung vom 9. April 2018

Veröffentlicht am 28. April 2018 in der Kategorie Presse

Kleines Abenteuer im Sternbusch

Förster führt Naturfreunde durch den Wald

Von Christa Niermann

Revierförster Holger Eggert vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW führte am Samstagnachmittag mehr als 45 Naturliebhaber durch den Sternbusch in Gemen. Organisiert hat die Exkursion der Natur- und Vogelschutzverein. Dessen Schatzmeister Edmund Schroer freute sich sehr über die mehr als 15 Jungen und Mädchen, die viel über den Wald und dessen Bewohner erfahren möchten.

Schon nach kurzer Zeit verlässt die Gruppe den Weg und wandert in den Wald hinein. An einer Stiel-Eiche oder auch „Deutschen Eiche“ genannt, macht Eggert halt. Er lässt die Kinder raten, wie alt dieser Baum wohl ist. Nicht nur die Kinder staunen, als sie hören, dass dieser Baum seit gut 200 Jahren hier wächst. Die älteste deutsche Eiche ist etwa 1000 bis 1400 Jahre alt und steht in Erle, beschreibt Eggert die Baumart, die wertvolles Holz liefert. Der Förster informiert, dass im Sternbusch alle heimischen Bäume wachsen. „Junge und alte, dicke und dünne Bäume stehen hier nebeneinander.“ Es gebe keinen Kahlschlag mehr, bei dem alle Bäume eines Waldstücks gleichzeitig gefällt würden. Die Durchforstung eines Waldes finde alle acht bis zehn Jahre statt, informiert er. Als Förster muss er auf das Gleichgewicht als Mischwald achten. Wenn unterschiedliche Baumarten nebeneinander wachsen und unterschiedlich alte Bäume zusammenstehen, kann ein Sturm weniger Schaden anrichten.

Ein gemischter Wald ist „naturnah“. Und das ist auch gut für die Tiere des Waldes. So fänden sich in einem naturnahen Wald immer auch alte und tote Bäume. „Vor allem Insekten, Pilze und Tiere brauchen diese zum Überleben“, führt Eggert aus. Rotbuche, Erle, Lärche, deren hartes Holz durch den hohen Harzgehalt sehr witterungsbeständig ist und überwiegend für Fenster und Türen genutzt wird, wachsen hier dicht beieinander.

Die Kiefer werde kaum noch angepflanzt, erklärt er weiter. „Das Holz ist einfach zu krumm gewachsen.“ In früheren Zeiten wurde diese Holzart gerne als Grubenholz und für den Schiffsbau verwandt. Faszinierend finden es nicht nur die Kinder zu hören, dass Kiefernholz, wenn es größeren Belastungen ausgesetzt wird, laute Knackgeräusche abgibt. So seien erfahrene Bergleute durch dieses Knacken vor Gefahren gewarnt worden.

Natürlich gibt es auch jede Menge Tiere im Sternbusch. „Eigentlich alle einheimischen Tiere sind hier zu Hause.“ Die Kinder zählen dann viele Tiere auf, die sie kennen: Fuchs, Dachs, Marder, Iltis, Wiesel, Hasen, Kaninchen, Rehe und noch viele andere Tiere mehr. „Hier gibt es mehr Rehe als die meisten glauben“, erklärt Förster Eggert.

Am späten Nachmittag endet der Ausflug in den Sternbusch. Da geht es durch tiefes Laub und Gehölz. Auch Wassergräben gilt es zu überwinden. Bemerkenswert ist zu beobachten, wie selbstverständlich die jüngeren Teilnehmern den älteren helfen, diese Hürden zu meistern.

„Das ist schon richtig klasse“, sagt einer der Teilnehmer. So endet eine richtig schöne und informative Naturerkundung, die sich für den einen oder anderen wie ein kleines Abenteuer anfühlt.

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