Aktuelles: Presse

Borkener Zeitung vom 26. Mai 2021

Veröffentlicht am 30. Mai 2021 in der Kategorie Presse

Auf Fotos von Vogelnestern und Brut besser verzichten

Vogelschützer warnen vor Gefährdung von Jungvögeln

BORKEN (pd/era). Überall brüten im Moment die Vögel. Die ersten Jungvögel haben auch bereits ihr Nest verlassen und wirken oft hilflos, wenn sie auf dem Rasen oder auf Ästen und Zweigen herumsitzen. Was soll man nun tun, um ihnen zu helfen? Für Vogelkundler Hans-Wilhelm Grömping und Jochen Teroerde vom Natur- und Vogelschutzverein ist die Antwort klar: „Viele von ihnen brauchen keine Hilfe und das Beste ist es, nichts zu tun. Denn die Jungen von zum Beispiel Amsel oder Rotkehlchen verlassen ihr Nest, wenn sie kaum noch Flaumfedern aufweisen, aber auch noch nicht voll flugfähig sind. In der Phase, in der sie im Nest laut betteln und mögliche Feinde wie Elstern, Krähen oder Katzen auf sich aufmerksam machen, ist es besser, sich in alle Richtungen zu verstreuen. So erbeutet die Krähe oder die Katze nicht gleich alle, sondern immer nur einen Jungvogel, und die Brut ist nicht gleich komplett vernichtet“, so Grömping. Was man tun könne, sei einen auf dem Rasen oder der Straße um Futter bettelnden Jungvogel in einen sichereren Grünbereich in der Nähe zu setzen. „Die Eltern werden ihn finden“, so Teroerde. Vögel störten sich nicht am menschlichen Geruch, deshalb brauche man keine Bedenken zu haben, den Jungvogel zu berühren, so der Vogelkenner.

Hat man im Garten ein besetztes Nest mit Eiern oder Jungvögeln entdeckt, „sollte man sich unbedingt schnell wieder entfernen, um jeden zusätzlichen Stress für die Vogelfamilie zu vermeiden. Abstand halten und so wenig wie möglich stören ist die Devise“, betont Grömping. Da es gemäß Bundesnaturschutzgesetz verboten ist, Nester und Gelege zu zerstören und die Eltern im Brutgeschäft zu belästigen, sollte man unbedingt auch Vogelfotografie am Nest unterlassen, rät er. „Heutzutage hat fast jeder immer eine Kamera dabei, die Fotos bester Qualität ermöglichen. Da sind viele bestrebt, besondere Fotos zu machen und in sozialen Netzwerken zu zeigen. Den Vogel auf der eigenen Terrasse mag das möglicherweise kaum beeinträchtigen, aber durch Nestfotografie werden viele Gelege aufgegeben und Junge gefährdet“, sagt Grömping. Teroerde: „Verzichten Sie also bitte unbedingt auf Nestfotos. Kein noch so schönes Foto rechtfertigt die Gefährdung unserer Vögel.“

Borkener Zeitung vom 20. April 2021

Veröffentlicht am 26. April 2021 in der Kategorie Presse

Brut- und Lebensräume sind tabu

Vogelschützer mahnt zu mehr Achtsamkeit in der Natur

Vor einigen Jahrzehnten war die heimische Landschaft noch wesentlich vielseitiger als heute. In den 1960ern und 1970ern gab es (nicht nur) im Münsterland zahlreiche feuchte Wiesen und Weiden, deren flache Blänken vor allem im Herbst und Frühjahr zeitweise unter Wasser standen, teilt Jochen Teroerde vom Natur- und Vogelschutzverein mit.

Diese Zeiten seien lange vorbei. Im Borkener Raum gebe es nur noch wenige solcher Gebiete – zum Beispiel den Becking, so Teroerde weiter. Stadt und Bürgerschaft sollten froh sein, dieses naturnahe Gebiet noch zu haben, meint der Vogelkundler, doch ergänzt er zugleich: „Der Natur wird immer weniger Raum gelassen. Deshalb ist es umso wichtiger, sie zu schützen. Auf der anderen Seite ist der Wunsch nach Erholung natürlich auch zu verstehen- gerade in der jetzigen Corona-Zeit. Aber: Jeder Erholungssuchende muss nach dem Landesnaturschutzgesetz auf die Belange der Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigten Rücksicht nehmen“, betont Teroerde. Dazu frage sich ein jeder selbst: „Wenn das mein Feld oder meine Wiese wäre, fände ich es dann toll, wenn Fremde sich auf meinem Grund so verhielten, wie ich das gerade vorhabe?“

Daher appelliert der Natur- und Vogelschutzverein an die Vernunft. Er bittet Fußgänger, auf den Wegen zu bleiben und bedauere es sehr, dass einige Menschen, ob jetzt mit oder ohne Hund, über Äcker und durch Wiesen, wie zum Beispiel in den Aa-Auen des Borkener Beckings, gehen. Im Becking sind neben den bekannten Graugänsen seltene Vogelarten wie die Bekassine und der Rotschenkel und die vom Aussterben bedrohten Kiebitze zu beobachten. Früher habe es im Becking zahllose Kiebitze gegeben, jetzt seien nur noch wenige Exemplare dort zu sehen. Weil Kiebitze alt werden, werde deren langsames Aussterben nur von Experten wahrgenommen. Deshalb appelliert Teroerde an alle Spaziergänger und Tierhalter: „Bleiben Sie bitte auf den Wegen, erfreuen Sie sich an der Landschaft und betreten Sie auf keinen Fall Äcker und Wiesen.“

Borkener Zeitung vom 6. März 2021

Veröffentlicht am 10. März 2021 in der Kategorie Presse

So viel mehr als ein Star-Fotograf

Porträt Vogelkundler Hans-Wilhelm Grömping

Im Gras liegen. Oder im Auto sitzen. Oder am Fenster. Kamera und Teleobjektiv ausrichten. Den Finger am Auslöser halten. Warten. Hoffen, dass sie sich zeigen. Eisvogel, Buntspecht oder Grauschnäpper. Birkenzeisig, Ohrenlerche oder Gelbspötter. Amsel, Drossel, Fink und Star. Und überhaupt: die ganze Vogelschar. Bei Hans-Wilhelm Grömping (66) lässt sich dieser Reim wörtlich nehmen. Wenn jemand Geduld beweist, Vögel zu beobachten und zu fotografieren, dann ist es Grömping. Er könne da schon mal die Zeit vergessen, sagt er. Manchmal auch das Essen und Trinken.

Der pensionierte Pädagoge ist seit Jahrzehnten passionierter Vogelkundler und Naturfotograf. „Allein von Rotkehlchen habe ich wohl 5000 Bilder gemacht“, sagt Grömping, und es klingt ein bisschen so, als wundere er sich über sich selbst. Die Leidenschaft für die Natur habe er von Kindheit an. Vielleicht habe das an seinem Lehrer gelegen. „Als ich als Junge ein Fernglas geschenkt bekam, ging es richtig los“, erinnert er sich. In seinem Interesse für die Natur sei er aber nicht „gnadenlos einseitig“. Auch „Pflanzen, Käfer, Schmetterlinge“ würde er in den Fokus nehmen. Wobei er Pflanzen als Fotomotiv auf Dauer nicht mehr so spannend fand: „Die bleiben bedauerlicherweise stehen“, sagt Grömping und lächelt leise.

Mit seiner Fotosammlung, die sich inzwischen in Terabytes bemisst, will Grömping einen Beitrag zur Dokumentation der Artenvielfalt leisten – und damit zugleich zeigen, dass sie bedroht ist. „Mehr als 500 Vogelarten gibt es in Europa. Zu den artenreichsten Ländern Mitteleuropas gehört Deutschland mit mehr als 300 nachgewiesenen Brutvogelarten: 243 Arten brüten regelmäßig, 25 unregelmäßig“, rechnet Grömping vor. Auf seiner Homepage naturschule.com hat Grömping inzwischen 378 selbst fotografierte Arten auf seiner „Haben-Seite“. Hinzu kommen viele weitere Spezies von seinen Reisen inner- und außerhalb Europas. Es sei „pures Glück“, wenn es ihm gelinge, eine für ihn neue Vogelart zu fotografieren. Manche fehlt noch, wie der Feldschwirl. Den bräunlichen, etwa spatzengroßen Vogel, der ein heuschreckenartiges „Sirrrr“ vernehmen lässt, habe er bedauerlicherweise noch nie vor die Linse bekommen.

Grömpings Haus am Sonnenbrink wirkt mitsamt dem großen naturbelassenen Grundstück wie eine Oase inmitten einer ausgeräumten Landschaft. Hecken, Sträucher, knorrige Baumstämme bieten Vögeln Nahrung und Unterschlupf. Grömping kommt auf 35 bis 40 Arten, die er praktisch vor seiner Nase schon hat beobachten können. Inklusive der Schleiereule auf dem Dachboden und einem Kauz, der in einem uralten Birnbaum auf der Weide nebenan eine Niströhre in Beschlag nimmt. Im Winter legt Grömping gern Futter aus – in erster Linie den Vögeln zuliebe, aber auch wegen der dann besseren Beobachtungsmöglichkeiten.

Was macht nun ein gutes Vogelfoto aus? „Das liegt vor allem im Auge des Betrachters“, antwortet Grömping diplomatisch. Besonders im Sommer sei der frühe Morgen die beste Zeit zum Fotografieren, „nicht nur, weil Vögel dann am aktivsten sind, sondern weil dann das Licht weich ist und man harmonische Farben erhält“, erklärt der Fachmann. Der Fokus der Kamera sollte immer auf dem Auge des Vogels liegen. Das Auge sollte „blinken“. Heißt: Statt eines schwarzen Kreises wirkt ein kleiner weißer Reflektionspunkt lebendig. Wichtig ist auch die Perspektive. Der Vogel sollte auf gleicher Höhe und nicht von oben oder unten fotografiert werden. „Tolle Fotos entstehen vor allem dann, wenn man eine interessante, spannende Szene einfangen kann wie zum Beispiel einen Rivalenkampf von Rebhuhn-Hähnen, die Balz von Kranichen, eine Verfolgungsjagd oder die Ergreifung der Beute durch einen Falken“, nennt Grömping Beispiele aus seinem Erfahrungsschatz. „Auch wenn Altvögel flügge Jungvögel füttern, wird’s immer spannend.“

Ganz wichtig für Grömping: Ein Foto muss unter natürlichen Bedingungen zustandekommen. Sitze ein Rotkehlchen in einer Menge von Sonnenblumenkernen, mit denen es gefüttert wird, spreche ihn dieses Foto nicht an. Ein Tabu ist es für Grömping zudem, an Nestern oder deren Umgebung zu fotografieren. Das könne dazu führen, dass die Eltern die Brut aufgeben beziehungsweise tierische Räuber die Eier entdeckten. „Kein Foto rechtfertigt eine solche Störung“, mahnt Grömping.

Um die Vögel vor die Kamera zu bekommen, sollte sich der Fotograf, wenn er sich schon nicht unsichtbar machen kann, möglichst unauffällig verhalten. „Gute Fotos kann man auch aus dem Auto heraus machen“, weiß Grömping aus Erfahrung. Sich nähernde Autos führten bei Vögeln nicht generell zu Fluchtreaktionen, man könne sich vorsichtig annähern, bevor man anhält. Auf stark befahrenen Straßen und im dichten Verkehr verbiete sich eine solche Methode natürlich. „Aber den ein oder anderen Mäusebussard oder Silberreiher kann man so schon vom Feldweg aus erwischen“, sagt Grömping. Eine andere Methode: Tarnung. Zum Beispiel mittels eines Tarnzeltes. Das könne aber den unerwünschten Effekt haben, dass der Fotograf den Vogel seiner Begierde gar nicht vor die Kameralinse bekomme, weil dieser ausgerechnet das Tarnzelt zu seiner Sitzwarte erkoren habe. „Manche Fotografen tarnen sich auch selbst mit Tarnanzügen und schwärzen ihr Gesicht, müssen dann aber mit SEK-Einsätzen oder zumindest verschreckten Passanten rechnen, wenn die Tarnung nicht perfekt war“, berichtet Grömping von den Kuriositäten seiner Zunft.

Ein Riesenvorteil seien natürlich Kenntnisse über das Verhalten der Arten. Grömping macht das an einem Beispiel fest: „Ich muss erstens wissen, wann Blaukehlchen aus ihrem Winterquartier zurückkehren, zweitens, welcher Lebensraum für das Blaukehlchen geeignet ist, denn nur dort finde ich Blaukehlchen, drittens den Gesang des Blaukehlchens kennen, um es in seinem Lebensraum zu finden und viertens in dem knappen Zeitfenster vor Ort sein, in dem Blaukehlchen singen.“

Neben vielen großformatigen Vogelfotos an den Wänden seines Beobachtungspostens fallen dort auch Aufnahmen einer Spezies in königsblauem Farbenkleid auf: Fußballspieler des einst glorreichen FC Schalke 04. Bordon, Rafinha und viele mehr – als „Kiebitz“ auf dem Trainingsgelände hat Grömping die Stars vor Jahren schon vor die Linse bekommen. „Hast du die Fotos dabei?“ habe ihm Rafinha bei einem erneuten Besuch zugerufen.

Auf beziehungsweise über Schalke könne man durchaus interessante Vögel beobachten, das habe ihm ein anderer Ornithologe mal erzählt. Bei einem offenbar (flügel-)lahmen Spiel schweifte der Blick in den Himmel über der Arena. Dort habe der Mann interessante „Überflieger“ entdeckt: Odinshühnchen – arktische Schnepfenvögel. So schnell, wie sie beim S04 auftauchten, waren sie schon wieder weg.

Borkener Zeitung vom 3. März 2021

Veröffentlicht am 06. März 2021 in der Kategorie Presse

Kröten und Molche wandern

Mit dem beginnenden Frühling startet auch die jährliche Wanderung von Kröten, Fröschen und Molchen. Naturschützer mahnen aktuell deshalb in Bereichen, wo sich Teiche in der Nähe befinden, zu besonderer Vorsicht. Der Natur- und Vogelschutzverein hat erneut einen Krötenschutzzaun an der Straße am Galgenberg aufgebaut. Dort sammeln freiwillige Helfer die Kröten und Molche ein, die zu ihrem Laichgewässer in der Nähe wandern, und bringen sie sicher ans Ziel. „Am besten wäre es im Moment eigentlich, wenn die Straße gesperrt würde“, sagt der Vereinsvorsitzende Jochen Teroerde. Das Bild zeigt einen kleinen Teichmolch, der in einem der am Zaun vergrabenen Eimer aufgelesen wurde.

Borkener Zeitung vom 9. Februar 2021

Veröffentlicht am 22. Februar 2021 in der Kategorie Presse

Erste Hilfe für Gartenvögel

Experte rät zu ausgiebiger Fütterung

„Die Vögel leiden große Not.“ Hans-Wilhelm Grömping (66) kann die aktuelle Situation aus jahrzehntelanger Erfahrung einschätzen. Die Schneedecke ist zwar gerade mal zwei Tage alt, doch für Amseln, Drosseln, Finken und viele andere Arten ist die Grasnarbe zur Nahrungssuche bis auf weiteres unerreichbar. Je kleiner der Vogel, desto geringer die Reserven: „Deshalb sollte man besser jetzt als gleich mit dem Füttern beginnen“, rät der Vogelkundler.

Mehrmals täglich bestückt Grömping in seinem eingeschneiten Domizil am Sonnenbrink die verschiedenen Futterstellen. Auch aus Eigeninteresse, lockt er so doch zahlreiche Arten vor seine Kameralinse. Neben den Stammgästen kann er auch eher seltenen Besuch beobachten, so zum Beispiel den Kernbeißer.

Gutes Futter für Singvögel sind, so Grömping, Erdnusskerne, Walnüsse, Sonnenblumenkerne (man kann auch welche ohne Schalen bekommen, die den Vorteil haben, dass auf der Terrasse kein Dreck anfällt), verschiedene Saaten und Fertigmischungen, Hafer, Getreidekörner, Haferflocken und Fett. Nüsse fressen fast alle Vögel sehr gern, da sie fett- und nährstoffreich sind. Saaten und Getreidekörner mögen Finken, Sperlinge, Tauben, Fasane, Meisen und weitere Arten.

Exzellentes Vogelfutter sind auch Vogel- und Holunderbeeren. Diese ließen sich im Herbst sammeln und einfrieren, falls Platz in der Gefriertruhe ist. Empfehlenswert sind außerdem Äpfel, ungespritzte Weintrauben und andere Sorten. Auch wenn die Obststückchen in der Luft gefrieren, kämen die Tiere gut damit klar.

Um „Fettfutter“ zuzubereiten, holt sich Grömping für wenig Geld ungesalzenen Rindertalg vom Metzger. Daheim schmilzt er ihn und gießt ihn in Kokosnusshälften. Darin vermischt er Walnüsse – „die habe ich immer reichlich, weil wir einen gut tragenden Baum im Garten haben“, so Grömping. Geeignet sind zudem Erdnüsse und Sonnenblumenkerne ohne Schalen, teils auch getrocknete Mehlwürmer und Rosinen. An das Fettfutter, das man auch einfach unter Rinde und Borke drücken kann, gehen sämtliche Meisen, Spechte, Baumläufer, Rotkehlchen und auch Heckenbraunellen. Bei fertigem Fettfutter wie Meisenknödeln sei es wichtig, Netze zu vermeiden, da sich Vögel darin verheddern können und Müll anfällt. Das Körnerfutter sollte man den Vögeln geschützt anbieten – zum Beispiel in Futtersilos. Zur Not auch in Futterhäusern, die man dann von Zeit zu Zeit reinigen sollte. Man kann auch einen einfachen Unterstand anbieten, unter den man das Futter auslegt. Der Vorteil sei dann, dass in der Nacht Mäuse an die Saaten gehen und sich somit Eulen Beutemöglichkeiten bieten.

Ein absoluter, wenngleich nicht ganz billiger Leckerbissen für seine Gartenvögel seien Mehlwürmer, die man im Zoohandel oder Internet kaufen kann. Rotkehlchen, Amseln, Heckenbraunellen, aber auch Feld- und Hausperlinge und selbst Buchfinken würden sie sehr gern fressen. „Die Rotkehlchen kommen sogar in mein Zimmer, wenn ich die Fenster öffne und sie die Mehlwürmer sehen können, oder fressen diese sogar aus der Hand“, so Grömping.

Link zum Artikel auf www.borkenerzeitung.de

Borkener Zeitung vom 20. August 2020

Veröffentlicht am 23. August 2020 in der Kategorie Presse

Exkursion und Vortrag fallen aus

Der Natur- und Vogelschutzverein teilt mit, dass die Fledermausexkursion am 11. September wegen der Corona-Pandemie ebenso ausfällt wie der Vortrag des Technischen Beigeordneten der Stadt Borken, Jürgen Kuhlmann am 23. Oktober über die Bocholter Aa.

Stattfinden soll die Veranstaltung „Achtsamkeit und Wahrnehmung in der Natur“ mit Jens Natschka am 10. Oktober von 9 bis 12 Uhr im Sternbusch in Gemen. Dazu sind noch Plätze frei (Kosten zehn Euro). Anmeldungen unter Tel. 02861/2859. Zudem plant der Verein einen Stand auf dem Feierabendmarkt in Borken am 22. Oktober. Wegen Corona ist die Abgabe von Nistkästen und Futterhäusern nur nach vorheriger Anmeldung bei Günter Böing (Tel. 02872/3695) möglich.

Borkener Zeitung vom 19. Februar 2020

Veröffentlicht am 25. Februar 2020 in der Kategorie Presse

Aus 360 Quadratmetern Holz Nistkästen gebaut

Tagung der Natur- und Vogelschützer

Der Natur- und Vogelschutzverein im Kreis Borken hat seine Jahreshauptversammlung im Hotel Demming abgehalten.

Günter Böing als Leiter der Werkgruppe gab in seinem Bericht imponierende Zahlen bekannt: In 55 Einsätzen (davon 14 Sondereinsätze) wurden 360 Quadratmeter Spezialholzplatten in Nistkästen verwandelt.

Die Versammlung und besonders der Vorstand des Natur- und Vogelschutzvereins bedankte sich hier bei Eberhard Rekers, Josef Borchers, Johannes Gröbel, Ludger Klein Ridder, Norbert Rolfes, Thomas Redemann, Friedhelm Triphaus, Markus Wedding und weiteren Helfern. Der Natur- und Vogelschutzverein bedanke sich außerdem bei den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs und der Stadt Borken für die offene, gut kommunizierende Zusammenarbeit, heißt es.

Verständnis für die Sorgen der Landwirtschaft – miteinander statt übereinander zu reden – und gute Beratung in einer immer geringer werdenden Fläche, das ist letztendlich das, worum es im Vortrag von Klaus Weddeling ging. Der ehemalige Leiter der Jugendgruppe des Natur- und Vogelschutzvereins Kreis Borken berichtete in seinem Vortrag „Alles im grünen Bereich-Fördermöglichkeiten für Artenvielfalt in der Landwirtschaft“ im regen Austausch mit seinen Zuhörern über seine Tätigkeit für die Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis.

Borkener Zeitung vom 21. Oktober 2019

Veröffentlicht am 24. Oktober 2019 in der Kategorie Presse

Grenzen einhalten – Naturräume erhalten

Infoabend zum Thema „Biodiversität und Artenvielfalt“

Bestandsaufnahme, Ideensammlungen, konkrete Maßnahmen sowie zwei zukunftsweisende Projekte zum Thema „Biodiversität und Artenvielfalt“. Damit befasste sich der Technische Beigeordnete der Stadt Borken, Jürgen Kuhlmann, auf Einladung des Natur- und Vogelschutzvereins Kreis Borken am Freitagabend in kleiner Runde.

Der massive Rückgang der Artenvielfalt und Vielfalt der Lebensräume in den vergangenen Jahren habe zu diesem gemeinschaftlichen Vorgehen geführt, erläuterte Jochen Teroerde, der Vorsitzende des Naturschutzvereins, bei seiner Begrüßung im Hotel Demming. „Der Erhalt von Naturräumen ist zwingend notwendig“, unterstrich auch Martin Hillenbrand als Vorsitzender der Naturfördergesellschaft für den Kreis Borken. Hier greift beispielsweise das Konzept, das Schüler der Borkener Fachschule für Agrarwirtschaft entwickelt haben. Es sollen „überackerte“ Feldränder wieder in artenreiche Wiesen verwandelt werden. Mit „überackert“ sind Randbereiche von Feldern gemeint, die öffentlicher Grund und Boden sind, doch in einer Art Gewohnheitsrecht vom jeweiligen Landwirt mitbenutzt werden. Fachleute der Stadt Borken haben in sorgfältiger Arbeit diese Grundstücksgrenzen erarbeitet. In einem Geodatenatlas für den Kreis Borken sind diese anschaulich dargestellt.

„Mit einem Appell an die Landwirte, Grenzverläufe einzuhalten“, ergänzte Kuhlmann: „Wenn wir alle Flächen zusammen nähmen, könnten wir einen großen Bauernhof bewirtschaften“, umriss er die Dimension. „Blühende Wegeränder und Wallhecken sind nicht nur eine Augenweide, sie sind vor allem Nahrungsquelle, Rückzugsort und Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten und Kleinstlebewesen“, beschrieb Jochen Teroerde die Maßnahme und die große Bedeutung der ehrgeizigen Projekte zur Renaturierung. Er freute sich, dass auch der Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer, Heinrich-Ludger Rövekamp, an der Infoveranstaltung teilnahm. Dieser betonte für die Landwirtschaft: „Wir müssen nach vorne gucken. Landschaft ist durch Nutzung entstanden. Mit den Grundstückseigentümern müssen vernünftige Lösungen gefunden werden.“

Jürgen Kuhlmann informierte über ein ähnlich gelagertes Leader-Projekt, das quasi einen „grünen Faden“ durch die Region legen soll. „Mit Zuschüssen der EU“, ergänzte er. So könnten pro Jahr durchschnittlich 3000 bis 5000 überwiegend einheimische Gehölze angepflanzt werden. Knapp 385.000 Euro seien für das auf zwei Jahre ausgelegte Projekt kalkuliert. Borken müsste 27.000 Euro übernehmen, informierte er die Teilnehmer.

Im Anschluss gab es eine rege Diskussion über das Thema des Abends. Ein Heidener Landwirt fragte den Technischen Beigeordneten, ob und wie der Arbeitsaufwand zusätzlich zu den Anforderungen durch den Eichen-Prozessionsspinner, durch den Bauhof zu realisieren sei.

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Borkener Zeitung vom 9. September 2019

Veröffentlicht am 13. September 2019 in der Kategorie Presse

Auf den Spuren der Fledermäuse

Natur- und Vogelschutzverein lud zur Beobachtung ein

Passend zur einsetzenden Dämmerung lud der Natur- und Vogelschutzverein Kreis Borken am Freitagabend zur Fledermausnacht an der Burg Gemen ein. „Besonders Kinder finden es spannend, mit der Taschenlampe spazieren zu gehen, wenn es langsam dunkel wird“, freute sich Hans-Günter Böing, Leiter der Werkgruppe, auch über die jungen Teilnehmer.

Als Fledermausexperte war Dr. Carsten Trappmann aus Münster eingeladen worden. Zur Veranschaulichung seines Vortrages brachte er drei verschieden große Fledermausmodelle mit. „Fledermäuse sind heimlich lebende Säugetiere, die sich in der Dämmerung auf die Suche nach Nahrung begeben. Sie sind die einzigen Tiere, die nachts Insekten fangen. Sie fressen ungefähr drei Gramm. Ihre angefressenen Reserven aus den Sommermonaten reichen für den ganzen Winter, da dann ihre Körperfunktionen sehr zurückgefahren werden. In den Wintermonaten wie auch tagsüber halten sie sich gerne in Kellergewölben auf“, erklärte er.

Dank des Ultraschallecholotes mit Hilfe ihrer Schreie können die Tiere ihren Weg mit den Ohren finden. Diese Schreie hören wir Menschen kaum. Daher benutzte Trappmann einen Fledermausdetektor, der mit einem Lautsprecher, verbunden war, um diese Schreie hörbar zu machen.

An der Gräfte der Burg entdeckte die Gruppe die Zwergfledermaus und die Rauhautfledermaus. Einige Kinder versuchten mit ihren Taschenlampen die fliegenden Tiere zu sehen. Je weiter sich die Gruppe von der Burg entfernte, umso dunkler wurde es. So konnte auch die Wasserfledermaus entdeckt werden. Sie hält sich überwiegend dicht an der Wasseroberfläche auf.

Zwischen den Stationen vermittelte Trappmann weitere wissenswerte Einzelheiten über die nachtaktiven Tiere.

Zudem beantwortete der Experte gerne Fragen wie: „Wissen die Fledermäuse noch, wo sie den letzten Winter verbracht haben?“ „Ja, das merken sie sich“, antwortete Trappmann.

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Borkener Zeitung vom 5. September 2019

Veröffentlicht am 12. September 2019 in der Kategorie Presse

Neuer Kalender wirbt für Artenschutz

Politik und Natur- und Vogelschutzverein loben Blühstreifen

Früher sei die Goldammer noch ein im Alltag häufig zu sehender Vogel gewesen, berichtet Hans Wilhelm Grömping vom Natur- und Vogelschutzverein Kreis Borken. Heute würden viele junge Menschen diesen Vogel gar nicht mehr erkennen, so selten sei die Art geworden. Auf solche gefährdeten heimischen Tierarten will der Verein mit einem Kalender aufmerksam machen, der am Mittwoch im Beisein der Borkener Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing und von Landrat Dr. Kai Zwicker vorgestellt wurde. Der Verein verweist in dem Kalender auf die Notwendigkeit des Erhalts von Naturräumen. Als positives Beispiel nennt Vorsitzender Jochen Teroerde Blühstreifen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Kreislandwirt Heinrich Emming betonte: „Wir Landwirte sind in der Pflicht beim Artenschutz.“ Deshalb setzte man sich etwa für Blühschneisen ein. Das lobte Bürgermeisterin Schulze Hessing. „Nachhaltige Flächenentwicklung ist zum Nutzen aller.“

Der Kalender ist für acht Euro unter anderem im Ticketcenter der Borkener Zeitung, Bahnhofsstraße 6 in Borken, erhältlich. Der Erlös kommt der Arbeit des Natur- und Vogelschutzvereins zugute.

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