Aktuelles: Presse

Borkener Zeitung vom 16. Januar 2018

Veröffentlicht am 22. Januar 2018 in der Kategorie Presse

Baumverluste werden ausgeglichen

Beigeordneter Jürgen Kuhlmann berichtet beim Natur- und Vogelschutzverein über „Baum-Management“

(mhs). Zwei große Themen hatte der Natur- und Vogelschutzverein Kreis Borken bei seiner Versammlung im Hotel Demming auf der Agenda: die Aufgabe des geplanten Gewerbeparks an der A31 und das „Baum-Mangement“ der Stadt Borken.

Vereinsmitglied Martin Hellenkamp gab zu Beginn einige Statements zum Thema Gewerbepark ab. Letztlich seien die Aktivitäten der bereits im Jahre 2008 gegründeten Bürgerinitiative unter reger Beteiligung des Natur- und Vogelschutzbundes ursächlich dafür, dass die Baupläne von drei Gemeinden seit Dezember des vergangenen Jahres nun endgültig vom Tisch seien und die Natur am geplanten Standort verschont bleibe.

Als externe Referenten zum Thema „Baum-Management der Stadt Borken“ waren Jürgen Kuhlmann, Technischer Beigeordneter, sowie der Fachabteilungsleiter Grün der Stadt Borken, Michael Gesing, eingeladen. Kuhlmann stellte zu Beginn seines Vortrages die sozialen Komponenten heraus, die die Bereitstellung von Grünflächen als soziale Treffpunkte und niedrigschwellige Begegnungsstätten gleichermaßen hätten. In diesem Kontext sei es im Rahmen der Stadtentwicklung für alle Beteiligten der öffentlichen Hand immer wieder wichtig, vernetzte und leicht zugängliche Räume für die Bürger der Kreisstadt zu schaffen.

Wo Eingriffe erfolgen, müsse auch ausgeglichen werden, das sei Selbstverständnis und gesetzliche Verpflichtung zugleich, betonten beide Referenten. Insbesondere vor der Erkenntnis des unstreitigen Insektenrückgangs sehe man sich in der Pflicht, die Region klimatechnisch und ökologisch in der Balance zu halten. Die Stadt Borken sei jedoch nicht nur verantwortlich für den Erhalt von etwa 300 Kilometern Wallhecken und die Bewirtschaftung vieler Hektar Grünflächen, sondern betreibe mittlerweile ein digitales Baumkataster, in dem der gesamte Baumbestand auf städtischem Gebiet katalogisiert und fortlaufend aktualisiert wird. Transparenz der städtischen Maßnahmen stehe auf der Verwaltungs-Agenda an oberster Stelle, wenngleich man sich bewusst sei, nicht immer alle Bürger zu jeder Zeit zu erreichen.

Unstreitig sei, dass die Interessen des Natur- und Vogelschutzvereins einen hohen Stellenwert einnähmen und dass Verwaltung und Politik sich bei der Rodung alter Baumbestände, wie in Kürze an der Mühlenstraße geplant, Entscheidungen nicht leicht mache, betonte der Beigeordnete Jürgen Kuhlmann.

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Borkener Zeitung vom 8. September 2017

Veröffentlicht am 12. September 2017 in der Kategorie Presse

Helfer gesucht, um Tiere zu versorgen

Natur- und Vogelschutzverein braucht Unterstützung im Vogelpark

BORKEN (jab). Die Wellensittiche, Gänse und Tauben in den Gehegen und Volieren im Borkener Stadtpark wollen versorgt werden. Zurzeit kümmern sich Friedhelm Triphaus, Jochen Teroerde und insbesondere Rüdiger Borke um die Tiere. Bisher übernimmt Borke die meiste Arbeit im Vogelpark. „Rüdiger wohnt quasi hier“, sagt Jochen Teroerde. Aus gesundheitlichen Gründen muss er seine ehrenamtliche Arbeit im Vogelpark nun aber hinten anstellen. Deshalb suchen Triphaus und Teroerde dringend helfende Hände.

Interessiert, naturverbunden, tierlieb und vor allem zuverlässig sollten die Menschen sein, wenn sie sich ehrenamtlich im Vogelpark engagieren möchten, da sind sich die beiden einig. Das Alter spiele keine Rolle. Und Arbeit gebe es immer. Egal, ob es das Füttern ist, Gartenarbeiten, Gehege und Volieren sauber machen, Tierarztbesuche organisieren oder einfach nur mal nach dem Rechten schauen.

Im Idealfall sollte der künftige Helfer zweimal täglich zum Füttern vorbeischauen, das sei aber kein Muss, sagt Triphaus. „Auch Menschen mit weniger Zeit können wir gut gebrauchen. Es reicht schon, wenn man einmal in der Woche zum Helfen vorbeikommen kann.“ Samstags stehe die Grundreinigung auf dem Programm, dabei sei jeder Helfer gerne gesehen.

Künftig werde ein Dienstplan erstellt, um die Arbeitseinsätze besser zu organisieren, erklärt Tripphaus. Bislang war das nicht nötig, weil Borke größtenteils alles allein gemacht habe. Die beiden hoffen, dass er zügig gesund werde und bald wieder im Einsatz sei. Bis dahin bräuchten sie dringend Unterstützung. Wer Interesse hat, kann sich bei Jochen Teroerde (Tel. 2859) oder Friedhelm Triphaus (4764) melden oder über die Homepage www.nuv-borken.de Kontakt aufnehmen.

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Borkener Zeitung vom 22. August 2017

Veröffentlicht am 25. August 2017 in der Kategorie Presse

Umweltschutz im Wandel der Zeit

Natur- und Vogelschutzverein übergab dem Stadtarchiv fünf Chronik-Bände

(pd). Vom einstigen „Kanarienzucht- und Vogelschutzverein“ hin zu einem Bewahrer und Mahner in vielen Fragen des Umweltschutzes – diese spannende Entwicklung dokumentieren fünf Chronik-Bände, die der Natur- und Vogelschutzverein Kreis Borken dem Borkener Stadtarchiv als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hat. Sie dokumentieren die Vereinsgeschichte von 1931 bis 2002 mit einer Unterbrechung von 1936 bis Anfang 1956, da der Verein in der Zeit des Nationalsozialismus in den Reichsbund Deutscher Kanarienzüchter eingegliedert und erst mit Verzögerung neu gegründet wurde, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

„Wir sind sehr stolz, diese Chroniken heute noch zu besitzen“, sagte Jochen Teroerde, seit Februar 2011 Vorsitzender des rund 450 Mitglieder zählenden Vereins. Bereits zum 40. Vereinsjubiläum 1971 erstellte der ehemalige Konrektor Erich Vielhauer die ersten Seiten der Chroniken, ab den 1980er Jahren führte Heinz Petersohn diese fort. Sie liefern ein vielfältiges Bild des Vereinslebens mit Tätigkeits- und Versammlungsberichten sowie Artikeln aus der Lokalpresse und aus Fachmagazinen. Aufschlussreich sind auch die zahlreichen Fotos, die wichtige Aktivitäten des Vereins illustrieren – von der Teilnahme an der Aktion „Saubere Landschaft“ über regelmäßige Arbeitseinsätze an der Nordsee bis hin zur vereinsinternen Karnevalsfeier.

Nach Vorgesprächen mit Stadtarchivleiter Dr. Fasse, der die Chroniken als stadtgeschichtlich bedeutsame Quellen einstufte, erfolgte kürzlich die Übergabe der fünf Chronik-Bände. „Bisher verwahren wir nur wenige Dokumente über Vereinsaktivitäten im Stadtgebiet“, berichtete dabei Diplom-Archivar Thomas Hacker. Doch das Stadtarchiv sieht sich nicht nur als „Gedächtnis“ der Stadtverwaltung, sondern sucht das städtische Leben insgesamt zu dokumentieren. Und dass der Natur- und Vogelschutzverein in den vergangenen Jahrzehnten über Borken hinaus für einen nachhaltigen Umweltschutz eingetreten ist, macht diesen neuen Bestand sehr interessant.

Der Verein selbst sieht seine Chroniken im Stadtarchiv gut verwahrt. Wie alle anderen im Diebesturm verwahrten Bestände zur Geschichte der Stadt sowie der ehemaligen Ämter Gemen-Weseke sowie Marbeck-Raesfeld können sie jederzeit während der Öffnungszeiten (montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr) im Diebesturm eingesehen werden.

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Borkener Zeitung vom 21. August 2017

Veröffentlicht am 24. August 2017 in der Kategorie Presse

Uhu unternimmt „Hausbesuch“

Familie Nachbarschulte flog seltene Eule zu

Von Peter Berger

Seltenen Besuch hat Josef Nachbarschulte seit ein paar Tagen bei sich auf dem Hof. Aus heiterem Himmel flog der ungewöhnliche Gast abends ein, machte zunächst keinen Piep, war aber erstaunlich zutraulich. Nach Ausflügen in die Umgebung kehrte er zielsicher zu den Nachbarschultes zurück. Die Rede ist von einem Uhu.

„Ich züchte schon seit 60 Jahren Vögel, aber ein Uhu ist mir noch nicht untergekommen“, staunte der Landwirt (72) beim ersten Anblick des majestätischen Tieres nicht schlecht. Der Uhu steuerte wohl nicht von ungefähr immer wieder seinen Hof an. Hinter dem Kuhstall stehen viele Volieren, in denen Nachbarschulte nicht weniger als 16 FasanenArten und anderes Ziergeflügel hält. Die könnten eine potenzielle, aber durch die Gitter unerreichbare Beute für die große Eule sein.

Bis auf wenige Meter kann man sich dem etwa 60 Zentimeter großem Vogel nähern, bevor er seine Schwingen ausbreitet, lautlos durch die Luft gleitet und in sicherer Entfernung auf der Wiese wieder landet. Woher der Uhu kommt, weiß Nachbarschulte nicht. Um eine Verwechslung mit anderen Arten auszuschließen, ließ er sich seine Entdeckung vom Heidener Landschaftswart Gerhard Weber bestätigen: „Ich war völlig überrascht“, so Weber, der ehrenamtlich Wald, Feld und Flur im Blick behält. Weil dieser Eule die Scheu fehle, könnte es sich vielleicht um ein an Menschen gewöhntes Exemplar handeln, das aus einem Tier- oder Vogelpark entwichen sei. Aber das sei pure Spekulation. Wahrscheinlicher ist, dass der Uhu tatsächlich einer Brut im Umland entstammen könnte.

Galt der Vogel, zu dessen Beute Mäuse, Ratten und Kaninchen zählt, in den 1970er Jahren als ausgestorben, so gehen Experten inzwischen von 250 bis 300 Paaren in NRW aus. Auch in den Wäldern der Hohen Mark ist der stattliche Vogel bereits nachgewiesen worden. Auf Betreiben der Biologischen Station Kreis Recklinghausen wurden bereits spezielle Nisthilfen angebracht.

Auch im Borkener Stadtgebiet haben Mitglieder des Natur- und Vogelschutzvereins bereits ein Brutpaar beobachten können. „Der Uhu ist wie andere Großvögel auch wieder häufiger anzutreffen“, weiß zweiter Vorsitzender Hans-Wilhelm Grömping zu berichten. Einerseits scheinen sich jahrzehntelange Naturschutzbemühungen auszuzahlen, andererseits sei der Uhu, ursprünglich ein Felsenbewohner, recht anpassungsfähig und finde inzwischen selbst in Ballungsräumen hier und da sein Auskommen, so Grömping.

Bis auf weiteres können sich Josef Nachbarschulte und seine Tochter Birgit noch an dem seltenen Anblick erfreuen. Die Enkelkinder Pia und Thea verlieren unterdessen die Scheu vor dem stattlichen Tier mit dem durchdringenden Blick. Irgendwann aber wird sich „Hans“, wie Nachbarschulte „seinen“ Uhu genannt hat, wohl auf Nimmerwiedersehen auf- und davonmachen.

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Mokka vom Juli 2017

Veröffentlicht am 05. Juli 2017 in der Kategorie Presse

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Naturschutz – ganz konkret

Wie vielseitig der Einsatz in und für die Natur sein kann, das zeigt der Natur- und Vogelschutzverein Kreis Borken. Die Mokka-Reaktion hatte Gelegenheit, einige Mitglieder bei ihrer Arbeit zu begleiten.

Dienstagmorgen, 9.30 Uhr. Die Fütterung der Tiere im Vogelpark Borken ist bereits vorbei. In den elf Gehegen tummeln sich Diamantfasan und westfälischer Totleger, Pfauen und Enten, diverse Taubenarten und Wachteln. In der verglasten Voliere nebenan quäken Zebrafinken, singen Kanarienvögel und zwitschern bunte Wellensittiche. Auf dem Teich schwimmen Gänse, Knäk- und Krickenten. Ein Idyll zweifellos, das der Natur- und Vogelschutzverein (NUV) Kreis Borken hier im Stadtpark seit vielen Jahren unterhält. Erst im letzten Jahr wurde die Anlage neu geordnet, die Zuwegung zu den Gehegen verbessert. Der Erfolg ist auch an diesem Morgen ablesbar. Senioren, Mütter mit Kleinkindern und diverse weitere Spaziergänger schlendern an den Zäunen vorbei und beobachten das tierische Treiben. Doch was hat die Haltung von Rassehühnern und Papageien mit Naturschutz zu tun? Die Vorstandsmitglieder des NUV haben ganz unterschiedliche Antworten auf diese Frage. „Die meisten Menschen haben Interesse an der Natur, finden aber keinen Zugang. Der Vogelpark liefert ihnen einen, bringt ihnen auf einfache Art Natur nahe. Gerade Kinder lassen sich von der Kreatur packen“, sagt Hans-Wilhelm Grömping. Begeisterung für die Natur wecken und ganz praktisch ausleben zu können, das ist ein wichtiges Anliegen auch für Jochen Teroerde, den Vorsitzenden des Vereins. „Bei uns kann man zum Beispiel Patenschaften für einzelne Tiere übernehmen, ob für einen Papagei oder einen Hühnerstamm“, sagt er. „Hier kann man Tiere füttern und betreuen, ohne eine eigene Voliere oder gar einen Kleinkäfig anschaffen zu müssen.“ Friedhelm Triphaus hatte früher selber einen kleinen Hühnerhof und engagiert sich seit einiger Zeit als Fütterer im Park. „Nur was man kennt, das schützt man auch“, bringt er das Thema Naturschutz auf den Punkt und führt auch gleich ein Beispiel an. „Wir veranstalten regelmäßig Führungen mit Kindergartengruppen und zeigen ihnen den Weg vom Ei bis zum Huhn.“ Auch für Altenheimbewohner gibt es Angebote. „Bei älteren Menschen sorgen die akustischen und optischen Reize der Tierwelt für eine gute basale Stimulation“, sagt Jochen Teroerde, der beruflich in der Pflege tätig ist.

Vogel- und Naturschutz werde im Park aber auch ganz konkret betrieben. „Wir haben hier einige heimische Wildenten, die man in der Natur nur selten sieht. Wir halten einige vom Aussterben bedrohte Haustierrassen und bieten rund um den Park auch zahlreichen Wildvögeln eine Heimat“, erläutert Teroerde. Darüber hinaus gebe es zahlreiche weitere Projekte, Exkursionen und Initiativen des Vereins, an denen man teilnehmen könne.

Ortswechsel: Drei Tage später, früher Abend im Wildpark Anholter Schweiz. Hans-Wilhelm Grömping begrüßt rund 20 naturinteressierte Besucher zu einem geführten Rundgang durch das künstlich angelegte Wildbiotop bei Isselburg. Die Gruppe ist bunt gemischt und hängt wissbegierig an den Lippen des Exkursionsleiters. Und der weiß sein Publikum humorvoll, vor allem aber sehr in – formationsreich zu unterhalten. Es ist ruhig geworden im Park, das Tagespublikum ist nahezu ganz verschwunden. Iltis und Fischotter, Wölfe, Luchse und Wildkatzen kommen aus ihrer Deckung und lassen sich bereitwillig anschauen. Lediglich die Steinmarder, Waschbären und Marderhunde bleiben faul in ihren Kuhlen und Höhlen liegen. Und auch vom Uhu-Pärchen ist nichts zu sehen. „Die haben gerade ein Gelege und sind deshalb etwas scheuer als sonst“, weiß Hans-Wilhelm Grömping zu berichten. Zu jedem Tier hat er Informationen parat, keine Frage bleibt offen.

Sind die Weißstörche hier heimisch? Mittlerweile ja, einige sind als echte Wildvögel zugereist, andere können auch aus Zoos stammen. Darf man die Rentiere füttern? Bloß nicht. Die brauchen ganz spezielle Kost wie finnische Gräser und Flechten und und einige sind schon an falschem Futter verendet. Warum verfolgt die Gans die anderen Wasservögel so aggressiv? Wahrscheinlich hat sie ein Gelege in der Nähe. Ganz nebenbei weist Grömping auf das Rufen eines Buntspechtes hin oder erzählt etwas über die Zusammensetzung des Wolfsrudels und die lange Leidensgeschichte der Bären, die hier eine neue Heimat gefunden haben. Drei Stunden vergehen wie im Flug. Die Teilnehmer des Rundgangs gehen randvoll mit Informationen und ziemlich beeindruckt zum Parkplatz zurück. So hat man eine Wildpark-Führung noch nicht erlebt.

Weitere sechs Tage später.
Treffpunkt ist der Keller unter dem Schwimmbad der Johannesschule in Gemen. Hier hat die Werkgruppe des Natur- und Vogelschutzvereins seit knapp einem Jahr ihr neues Domizil. „Die Räume an der Josefschule wurden für den offenen Ganztagsbetrieb gebraucht, also sind wir umgezogen“, berichtet Hans-Günter Böing, Sprecher der Werkgruppe. Jeden Mittwoch um 18 Uhr treffen sich hier einige begeisterte Bastler, um Nistkästen und Futterhäuser für Vögel sowie Nisthilfen für Bienen und Hummeln zu montieren. Sägen, Fräsen, Bohrmaschinen – alles ist vorhanden. Für den Bau von Kauzröhre und Meisenkasten sei kein besonderes Spezialwissen nötig, sagt Böing. „Die meisten Informationen über Nisthilfen sind heute frei verfügbar. Man braucht lediglich ein bisschen handwerkliches Geschick.“ Das bringen seine Männer allesamt mit. Der eine ist gelernter Elektriker und will im Rentenalter „einfach noch ein bisschen mit anpacken“. Der nächste kommt aus dem Metallfach, hatte aber immer schon ein Faible für Holz. Ein dritter war Bahnarbeiter und schätzt „das schöne Arbeiten“, mit dem die freie Zeit sinnvoll genutzt werde.

Das Gros der anfallenden „Arbeiten“ sind Meisen-Nistkästen, die fertig montiert werden oder auch als Bausätze rausgehen. „Wir gehen damit in Schulen und Kindergärten, wo Eltern und Kinder gemeinsam so einen Nistkasten zusammenbauen können“, berichtet Hans-Günter Böing. Viele Bausätze gehen in großen Bananenkisten an Städte und Schulen im Kreis und weit darüber hinaus. Die Nistkästen tragen zwei Brennstempel, das Vereinsemblem mit dem fliegenden Brachvogel sowie das Logo der Kreisstadt. Damit sind die Nistkästen auch eine Art „Botschafter“ für die Stadt.

Nicht selten kommen aber auch Anfragen für andere Nisthilfen. „Wir sind spezialisiert auf Höhlenbrüter wie Meise, Baumläufer, Hohltaube und Kauz, haben aber auch schon einen Kasten für Wanderfalken und Unterschlüpfe für Fledermäuse gebaut“, berichtet Böing. Auftraggeber seien beispielsweise der NABU und die Naturfördergesellschaft des Kreises, aber auch viele Privatleute träten an die Werkgruppe heran. Und natürlich packen die rüstigen Rentner auch an, wenn vereinsintern Hilfe nötig ist. Das können Reparaturarbeiten im Vogelgehege sein, die Erstellung von Schautafeln, Unterstützung bei der Landschaftspflege und in der Waldschule oder auch beim Verkauf von Nisthilfen und Futterhäusern.

„Übrigens, jeder Neubürger der Stadt Borken bekommt auf Wunsch einen Nistkasten geschenkt“, sagt Jochen Teroerde, der noch einiges über die Aktionsfelder des Vereins zu erzählen weiß. „Bei uns kann so ziemlich jeder nach seinen individuellen Möglichkeiten und Interessen mitmachen. Wir haben Gruppen, die sich mit Biogärtnern und Bienen, Weidenflechten und Baumpflege, Naturpädagogik und naturverträglichem Tourismus beschäftigen. Wir planen eine Frauenwerkgruppe und eine Kindergruppe, laden regelmäßig zu Naturführungen sowie Vorträgen ein und tauschen auf unserer Internet seite Naturbeobachtungen aus“, so Jochen Teroerde. Nicht zuletzt sei man offen für neue Anstöße und Ideen von außen. „Wir freuen uns über jeden Naturfreund, der sich einbringen will. Sprechen Sie uns einfach an!“

Borkener Zeitung vom 21. Februar 2017

Veröffentlicht am 25. Februar 2017 in der Kategorie Presse

Martin Nagel gewinnt Fotowettbewerb

BORKEN (pd/era). Die Sieger des Fotowettbewerbs „[Un]:entdeckte Natur in Borken“ stehen fest. In feierlicher Atmosphäre hat die Stadt Borken gemeinsam mit den örtlichen Naturschutzverbänden die mit bis zu 250 Euro dotierten Preise vergeben. Geladen waren die Preisträger und ihre Familien.

In ihrer Ansprache betonte Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing ein: „Ich danke allen, die mit so viel Leidenschaft teilgenommen haben und beglückwünsche sie. Denn alle Teilnehmer haben eines bereits gewonnen: die Wertschätzung für die Natur in ihrer unmittelbaren Umgebung“.

Den ersten Platz erreichte das Foto „Natur, Lebensraum auf 9 x 9 cm“, aufgenommen von Martin Nagel. Der Sieger hatte einen Zaunpfosten an der Coesfelder Straße/Ecke Landwehr entdeckt. Äußerst beeindruckend fanden er und die Jury, wie viel Leben oder Natur sich auf einem Zaunpfosten widerspiegelt: Morgentau in den Trompetenflechten – Minispinne, die ein Nest baut und einen Krebs, der ein Bad in der Trompetenflechte nimmt, zeigt das Bild. Übrigens, der Durchmesser des Trichters der Trompetenflechte liegt bei nur fünf Millimetern.

Der zweite Preis ging an Susanne Pior für ihre „Feuerwanzen“. Aufgenommen hatte sie ihr Bild am Friedhof Butenwall. „Geheim und doch sehr mächtig in der Vielzahl haben sich die Feuerwanzen in den Baumflechten auf der Rinde versteckt. Die unterschiedlichen Zeichnungen der Körper sehen fast wie ein festlicher Anzug aus und machten das Gewimmel für mich sehr interessant“, so Susanne Pior.

Volker Sander, erkrankungsbedingt bei der Preisverleihung abwesend, belegte gleich zwei Plätze: Die Jury vergab für seine Aufnahmen „Johanni-Käfer“ und „Himmelwärts der Blick…“ den dritten und vierten Platz. Auf einer Kanone der St.-Johanni-Schützen hatte er eine Ansammlung von Marienkäfern entdeckt. „Sie fiel mir sofort ins Auge. Sie haben es sich in einer echten Nische gemütlich gemacht“, so der Fotograf.

Sanders zweites prämiertes Bild „Himmelwärts der Blick“ entstand am Diebesturm. „Ein Blick in den herrlich blauen Himmel beim Diebesturm bringt die Nischenpflanzen und auch die dazwischen aufgespannten Spinnennetze gut zur Geltung“, so Sander.

Den fünften Platz belegte Doreen Grigo mit ihrem Motiv „Holkensturm“.

Der erste Preis in der Kategorie „Kinder“ ging an Ole Hoffboll (elf Jahre) für das Bild „Bereit zum Abheben“. Zu sehen ist eine Libelle (blau-grüne Mosaikjungfer/Weibchen), „die mich anlächelt. Ein Model hätte sich nicht besser in Pose stellen können“, so Ole Hofboll. Darüber hinaus durften sich alle Kinder, die erfolgreich am Wettbewerb teilgenommen haben, über einen vom Borkener Natur- und Vogelschutzverein gesponserten Nistkasten freuen.

Kurz vor den Weihnachtsferien war die Entscheidung der Jury gefallen (die BZ berichtete). Zur Jury gehörten: Jochen Teroerde und Hans-Wilhelm Grömping vom Natur- und Vogelschutzverein Kreis Borken, August Sühling und Karl Schevel vom Naturschutzbund. Für die Stadt Borken votierten Markus Lask (Leiter der Stabsstelle Kommunikation, Markting, Kultur und Weiterbildung), Dr. Britta Kusch-Arnhold (Leiterin des Forums Altes Rathaus), Anne Büning (Forum Altes Rathaus) und Stefan Wiemann (Tourist-Info) sowie die Fotografin Lisa Kannenbrock (Kreis Borken).

In den kommenden Monaten wird eine Auswahl von zwölf der eingesendeten Fotos jeweils am Beginn des Monats als „Foto des Monats“ publiziert, so die Stadt.

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Borkener Zeitung vom 2. Februar 2017

Veröffentlicht am 06. Februar 2017 in der Kategorie Presse

Abschied aus dem Vorstand

Abschied aus dem Vorstand des Natur und Vogelschutzvereins hat Günter Böing genommen. Er gab bei der Jahreshauptversammlung sein Amt als Kassierer ab. Sein Nachfolger ist Edmund Schroer.

Jahresbericht: Vorsitzender Jochen Teroerde blickte auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres zurück.
Den Auftakt bildete ein Vortrag über illegale Greifvogelverfolgung, der auf sehr großes Interesse gestoßen sei.
Mit einer Fotoausstellung in der Volksbank Gemen, gut besuchten Exkursionen (als Höhepunkt die Kräuterwanderung mit Gisela Tubes) und weiteren Vorträgen wurde das Veranstaltungsprogramm fortgesetzt.

Die Werkgruppe räumte im Frühjahr 2016 das Quartier im Keller der Josefschule. Die Räume benötigte die Stadt für die offene Ganztagsschule. Ab dem Herbst 2016 richteten die Mitglieder Günter Böing, Josef Borchers, Johannes Gröbel, John Horstkamp, Ludger Klein-Ridder und Eberhard Rekers ihre neuen Werkräume im Gemener Schulzentrum her. Ernst nehme der Verein die Themen Integration und Inklusion, so Teroerde.

Bei der Pflege des Vogelgeheges im Stadtpark helfen zwei Flüchtlinge, ebenso ein Kind mit Down-Syndrom.

Wahlen: Wiedergewählt wurden Jochen Teroerde als erster Vorsitzender und Ulrich Fischer als Schriftführer. Hans Wilhelm Grömping stellte sich als zweiter Vorsitzender für die kommenden zwei Jahre zur Verfügung.
Edmund Schroer kümmert sich als Kassierer um die Finanzen des Vereins.

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Borkener Zeitung vom 7. Januar 2017

Veröffentlicht am 11. Januar 2017 in der Kategorie Presse

Zeitungsartikel aus der Borkener Zeitung vom 7. Januar 2017

Schwäne bekamen kalte Füße

Zwei Schwäne haben am Freitagmittag auf dem Pröbstingsee kalte Füße bekommen. Auf der zufrierenden Wasserfläche war das Vogel-Pärchen kurzzeitig steckengeblieben.

Spaziergänger riefen daher die Feuerwehr. Als die Wehrleute am Ufer eintrafen, „tauten“ die Schwäne auf und konnten sich selbst aus ihrer misslichen Lage befreien.

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Borkener Zeitung vom 14. September 2016

Veröffentlicht am 17. September 2016 in der Kategorie Presse

Zeitungsartikel aus der Borkener Zeitung vom 14. September 2016

Aktionstag am Vogelgehege in Borken am 17. September

Einen reichen Kindersegen gab es in diesem Jahr im Vogelgehege im Stadtpark. Wohin man auch blickt, herrscht das große Piepsen und Plustern. „Der Bruterfolg ist sehr groß“, fasst Friedhelm Triphaus vom Natur- und Vogelschutzverein das Sommerhalbjahr zusammen.

Um den Bestand – und die damit verbundenen Kosten – mit Blick auf Herbst und Winter übersichtlich zu halten, wollen die Gehege-Warte viele Vögel gegen eine Spende in gute Hände abgeben. Ob Puten, Paduaner oder Goldfasane – Freunde von Zucht- und Ziergeflügel haben am kommenden Samstag, 17. September, ab 9 Uhr eine große Auswahl.

Der Umbau des Geheges im vergangenen Jahr komme übrigens gut an, sagt Triphaus. Viele Besucher, von jungen Familien bis zu Bewohnern der nahen Senioren-Stätten, nutzten den neuen Besichtigungsgang zwischen den Einzelgehegen.

Freuen würden sich die Vereinsverantwortlichen über weitere Ehrenamtliche, die im wöchentlichen Wechsel bei der Pflege und Fütterung mithelfen. Interessierte können sich unter Tel. 02861/2859 melden.

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Borkener Zeitung vom 10. September 2016

Veröffentlicht am 14. September 2016 in der Kategorie Presse

Zeitungsartikel aus der Borkener Zeitung vom 10. September 2016

Turm-„Hotel“ in Heiden für Fledermäuse und Vögel

Ein Turm-Hotel der besonderen Art hat die Stiftung Kulturlandschaft des Kreises Borken jetzt in Heiden-Leblich eröffnet.

Die Gäste, die hier in der Nähe des Kranenmeeres künftig einfliegen und Quartier beziehen werden, heißen zum Beispiel Haus-Rotschwanz, Turmfalke, Star, Sperling, Dohle, Fledermaus und Hummel.

Auf Anregung des früheren Bürgermeisters Heiner Buß hat die Stiftung die ehemalige Umspannstation mit Unterstützung des Natur- und Vogelschutzvereins Borken während der vergangenen Monate so umgerüstet und ausgestattet, dass Vögel, Fledermäuse und Insekten hier ein neues Zuhause finden können. Der knapp neun Meter hohe Turm soll Bürgern außerdem Anregungen liefern, wie auch sie an ihren Häusern wieder Brut- und Nistmöglichkeiten für zum Teil vom Aussterben bedrohten Tieren schaffen können.

Umspannstation wurde 1958 gebaut

„Es ist die erste nicht mehr benötigte Umspannstation, die so genutzt wird“, sagte Michael Schmidt, Kommunalbetreuer von „innogy“ (früher RWE). Diese hatte den Turm 1958 errichten lassen. „Er diente dazu, den Strom, der über eine Freileitung mit einer Spannung von 10.000 Volt nach Heiden kam, in eine niedrigere Spannungsebene umzuwandeln“, erläuterte Schmidt bei einer symbolischen Schlüsselübergabe am
Donnerstag. Mit einer Spannung von 400 Volt sei der Strom von hier in die Haushalte verteilt worden. Mit der Umstellung der Stromversorgung auf Erdkabel und der Errichtung kompakter Trafo-Stationen würden diese „Zeitzeugnisse der ländlichen Stromversorgung“ nicht mehr benötigt.

Fledermaus-Quartiere hinter der Lärchenholz-Verkleidung

Im oberen Teil erhielt der Turm eine Holzverkleidung. Dabei spielte die Optik allerdings eine nachrangige Rolle, wie Norbert Stuff von der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Borken erläuterte. Stuff hatte die Umgestaltung der Umspannstation fachlich begleitet. „Die Lärchen-Holzverschalung ist von hinten offen. Fledermäuse haben so die Möglichkeit, hier Quartier zu beziehen“, erfuhren die Gäste der kleinen Eröffnungsfeier. Weitere Fledermaus-Quartiere seien im Inneren des Turmes geschaffen worden. Die Einflugschneise für die Tiere ist für Passanten sofort zu erkennen.

Erklärungstafeln sind vorgesehen

Erklärungshilfen jedoch werden die meisten bei den unterschiedlichen vom Vogelschutzverein aus Holz gezimmerten Kästen benötigen, die an den vier Turmwänden montiert sind. Zu diesen gehören zum Beispiel die aus Holzbeton gefertigten Nistkästen für Spatzen, das hölzerne „Apartement“ für Hornissen, „die die Wespen fressen“, eine durchlöcherte Baumscheibe für Insekten, Brutkästen für Mauersegler und Schwalben. Tafeln mit entsprechenden Erklärungen sollen noch erstellt und am Turm montiert werden. Um Konflikte zu vermeiden, habe man allerdings auf Nistmöglichkeiten für Schleiereulen verzichtet. „Sie fressen Fledermäuse“, so Stuff.

Dieses „Hotel“ sei „etwas ganz Besonderes“, waren sich Bürgermeister Hans-Jürgen Benson und Edith Gülker von der Stiftung Kulturlandschaft einig. Sie hoffen, dass viele Tiere das Angebot annehmen und das Beispiel Nachahmer findet.

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